Dienstag, 5. Juli 2011
Seit ich – womöglich altersbedingterhalber – vor wenigem Wochen zum Laster des (gemäßigten) Kaffeetrinkens gefunden habe, finde ich große Freude daran, die hierorts schon vor Jahren gewürdigte Büro-Kaffeemaschine werktäglich (außer Sa) mit Betriebsstoffen aufzufüllen (Wasser links, Kaffeebohnen rechts) sowie ihre Ausscheidungen (Trester unten, Tropfwasser ganz unten) fachmännisch zu entsorgen.
Ja wenn ich es recht bedenke, so finde ich auch im heimischen Haushalt große Befriedigung im Beschicken von Spülmaschine (Salz) und Kühlschrank (Milch) sowie im Entleeren von Staubsauger (Beutel) und Waschmaschine (Flusensieb). Was mag da wohl dahinterstecken? Eine diffuse Angst vor Kontrollverlust, das heroische (doch letztlich müßige) Auflehnen gegen die Entropie, ein rührender Versuch des Haltfindens in unsicherer Zeit?
Wie dem auch sei, ich kippe mir jetzt erstmal drei Kaffeesahne-Portionen und ebensoviele Zuckerstückchen in die bahnamtliche Diensttasse...
Donnerstag, 12. Mai 2011
Der befreundete Gunther S. aus R. (Name der Redaktion bekannt) beschließt eine längere Mail an mich heute mit den Worten:
| Ansonsten mache ich gerade oft zweimal am Tag mit L. Hausaufgaben, und es naht der Tag, an dem ich mit Feuer und Schwert in der Schule vorstellig werde. |
Angesichts des ansonsten äußerst ausgeglichenen Naturells des zu lexikalischen Anwandlungen neigenden G. bin ich eigentlich geneigt anzunehmen, daß er der diensttuenden Lehrkraft im Fach »Sachkunde« mit plastischen (bis drastischen) Demonstrationen bei der Vermittllung des Stoffes unter die (schweißnassen?) Arme greifen will. In meinen eigenen Hang zu dramatischen Inszenierungen sehe ich ihn indes vor meinem geistigen Auge in seinem heiligen Furor durch die Gänge der Lehranstalt hasten und alles eliminieren, was da kreucht und fleucht und sich ihm in den Weg stellt. Aber derlei krude Assoziationen sind wohl bizarre Spätfolgen meiner »Doom«-Exzesse in jüngeren Jahren. Warum sollte einer Amok laufen, nur weil sein begriffsstutziger Zögling nicht auf Anhieb kapiert, was mutmaßlich hochqualifizierte Pädagogen ihm nach allen Regeln der Kunst einzutrichtern trachten? Also wirklich, mein lieber G., werde mal nicht ungerecht: In unserem Bildungssystem ist alles in bester Ordnung!
Dienstag, 10. Mai 2011
Donnerstag, 14. April 2011
Dienstag, 12. April 2011
Dienstag, 5. April 2011
Die erste kleine Rundfahrt auf dem frisch ausgekellerten Straßen-Tretboot geriet mir am letzten Sonntag zur Beinahe-Katastrophe: Unweit des Atzenhofer Müllbergs Solarbergs ließ ich einen sich an meinem fahrenden Untersatz interessiert zeigenden Radler-Genossen und Liegerad-Aspiranten ein paar Meter probefahren. Ich fuhr derweil auf dessen ziemlich hohen HighTech-Velo mit schmalem Rennsattel vorneweg. 100 Meter später waren erstens meine Weichteile gequetscht und zweitens an meinem Peer Gynt eine Hinterradspeiche hinüber...
Der daraus resultierende »Achter« war enorm: Zwar hatte ich vorher schon einen leichten »Hau« im Hinterrad gehabt, aber jetzt geriet die Felge nach jeder Umdrehung dermaßen mit der linken Backe der Magura-Hydraulikbremse in Kontakt, daß das Rad komplett blockiert wurde. Ich brach den Ausflug notgedrungen sofort ab und hoppelte mit witsch-witsch-witschenden Bremsgeräuschen ebenso lang- wie mühsam über die Vacher Straße wieder heimwärts. Von Leichtlauf konnte selbst bergab keine Rede mehr sein, ich kam mir vor wie auf einem Hometrainer auf maximaler Reibungsstufe.
Gestern Abend brach ich mit dem ausgebauten Hinterrad zum Fahrraddoktor auf: Die Herren Gnu1742 und Grabenkenner hatten mir schon vor längerer Zeit den Herrn H. empfohlen, der im Keller seines Hauses in der Südstadt eine kleine Reparaturwerkstatt betreibt. Zwar kann der nette Zweiradspezialist im (Un-)Ruhestand weder Tandems noch Liegeräder warten (weil er die durchs enge Treppenhaus nicht in seine Katakomben hinunterbekäme), aber mit meinem bereits demontierten Hinterrad wähnte ich mich dennoch an der richtigen Adresse.
Und so war es auch: Herr H. meinte, die Reparatur des Radreifens wäre unwirtschaftlich, da ein Neueinspeichen recht arbeitsintensiv sei. Zudem sei es fraglich, ob man die vorhandene Felge wieder vollständig enteiern könne. Er rate daher zum Komplettwechsel des Rades. Glücklicherweise hatte er ein passendes auf Lager (was angesichts der Vielzahl der möglichen Varianten aus Material, Durchmesser und Ritzelpaket-Abmessungen ja auch keine Selbstverständlichkeit ist).
Nach kurzer Überlegung stimmte ich dem Vorschlag zu, und wenige Minuten später hatte mir Herr H. das 7‑fach-Shimano-Ritzelpaket vom alten Rad ab und an das neue dranmontiert. Für das Rad berechnete er mir EUR 45, für den Felgengummi EUR 1, für die Arbeitszeit nix. Dankbar über die schnelle und unbürokratische Hilfe rundete ich den Betrag auf und zog nach einem Plausch über die Exzesse der heutigen Konsumwelt beglückt von hinnen...
Im heimischen Hofe ward das neue Hinterrad hurtig eingebaut, und das dank zahnärztlicher Einmalhandschuhe ohne ölige Finger. Freudig nutzte ich die Gunst der Stunde und der gutnachbarschaftlichen Latex-Spende, um die gesammelten Öl-und-Dreck-Verkrustungen von Kettenblättern und Schaltungsteilen abzukratzen, ohne mit dem ganzen Schmodder leibhaftig in Berührung zu kommen. Die Idee mit den »gefühlsechten« Handschuhen ist dermaßen genial, daß ich mich glatt wundere, noch nicht früher darauf verfallen zu sein: Ich werde mir eine Spenderpackung davon zulegen, um mir die schwere Instandhaltung an meiner Fahrzeugflotte weiterhin so handfreundlich wie möglich zu gestalten.
Die anschließende Werkstattfahrt führte mich die Amalienstraße hinab, unter der Siebenbogenbrücke hindurch, die Uferpromenade entlang und die Königstraße hinauf bis zum Texthaus, wo ich der omnipräsenten Chefin noch eine von mir umgerüstete Energiesparbirne vorbeibrachte zwecks stilechter Schaufensterillumination. Das Rad lief und läuft wieder wunderbar! In den nächsten Tagen werde ich das abgewirtschaftete Hinter-Ei komplett zerlegen und dessen alte Shimano-Nabe (die mittlerweile Oldtimer-Kultstatus genießen dürfte) in meinen Auktionen feilbieten und wortreich besingen: Mit etwas Glück erlöse ich dafür am Ende noch den Preis des neuen Hinterrades... ;-)
Montag, 4. April 2011
90 Semester und (k)ein bißchen weise: »Der Baron ist mit seinem Latein am Ende« (Zürcher Studierendenzeitung)
Montag, 28. März 2011
»Begegnungsstube Medina e.V. – Brückenbauer zwischen den Religionen« heißt die neueste TV-Reportage von Julia Thomas und Thomas Steigerwald vom Verein Medien PRAXIS e.V. am Fürther Stadtpark. Der – wie die vielen unmittelbar nach der Erstaustrahlung des ersten Teils eingegangenen Kommentare zeigen – brandaktuelle Film über das Thema Integration zeigt auf, daß die gängigen Vorurteile gegen Muslime meist gar nichts mit deren Religion zu tun haben, sondern auf traditionelle und kulturell bedingte Verhaltensweisen zurückzuführen sind und damit den aufgeklärt-modernen Mitbürgern muslimischen Glaubens Unrecht tun.
Die weiteren Sendetermine sind aus der Programmvorschau ersichtlich.
Samstag, 26. März 2011
Sonntag, 20. März 2011
Drüben in der »Fürther Freiheit« habe ich heute morgen den Artikel »Eine Kindheit in der Südstadt« lektoriert und freigeschaltet. Eine schöne Sonntagslektüre für die Fraktion der Fürther Lokalpatrioten!
Freitag, 18. März 2011
In der letzen Zeit sind hier (wie auch in den anderen fünf von mir betriebenen oder betreuten Blogs) vermehrt Spam-Kommentare eingegangen, die sich irgendwie durch alle (selbstverständlich aktivierten) Sicherheitsschleusen schmuggeln konnten. Sergej Müller, Autor des von mir seit längerem benutzten Plugins »Antispam Bee«, hat seine famose Biene heute aktualisiert und mit neuen, zusätzlichen Stacheln versehen. Erst gestern habe ich den virtuellen Honigtopf aufgemacht, seither sind keine unerwünschten Schwachsinns-Kommentare mehr durchgekommen. Soeben habe ich die neue Version der fleißigen Biene eingespielt und lasse damit ab sofort nur noch deutschsprachige Kommentare zu. Das mag im Einzelfall wohl zuviel des Guten sein, schont aber meine Nerven und die jener meiner geschätzten LeserInnen, die eines meiner Blogs per RSS-Feed abonniert haben und natürlich nicht ständig von falschem Weckerklingeln aufgeschreckt werden möchten...
Mittwoch, 9. März 2011