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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Samstag, 21. Juli 2007

Was­ser­mu­sik

Schon im letz­ten Jahr wä­re das Für­ther Klas­sik Open Air-Kon­zert im Stadt­park »fast ins Was­ser ge­fal­len«, wie ich da­mals ti­tel­te. Heu­er und heu­te war man mit ei­ner über­dach­ten Büh­ne et­was bes­ser ge­gen Wet­ter­ka­prio­len ge­wapp­net, zu­min­dest was die Aus­füh­ren­den und de­ren kost­ba­re In­stru­men­te an­lang­te:

Fürther Klassik Open Air im Stadtpark

Es tröp­fel­te schon zu Be­ginn im­mer wie­der mal aus den dunk­len Wol­ken­mas­sen, aber es ließ sich aus­hal­ten. Der zone­batt­ler saß so­gar recht kom­mod, war er doch mit sei­nem fahr­ba­ren Un­ter­satz di­rekt bis auf die Lie­ge­wie­se ge­fah­ren, wo­selbst ihn das dort la­gern­de Volk um sei­ne idea­le Sitz‑, Horch- und Guck­po­si­ti­on be­nei­de­te:

Fürther Klassik Open Air im Stadtpark

Der bun­te Opern­abend ging recht schmis­sig los. Frei­lich: So wie ich beim Fi­na­le von Mahlers Auf­er­ste­hungs-Sym­pho­nie im­mer ganz ei­ge­ne As­so­zia­tio­nen ha­be, so kom­me ich auch beim Tanz der Stun­den aus Pon­chiel­lis Oper »La Gio­con­da« nicht um­hin, mei­nen ei­ge­nen Film im Kopf zu se­hen, in die­sem Fal­le das gran­dio­se Strau­ßen/­Nil­pfer­d/­Kro­ko­dil-Bal­lett aus Walt Dis­neys »Fan­ta­sia« von 1940. Was den mu­si­ka­li­schen Ge­nuß in die­sem Fal­le aber nicht schmä­ler­te, im Ge­gen­teil.

In der Pau­se ha­be ich mich dann in Rich­tung Hei­mat ab­ge­setzt, denn es be­gann oben be­droh­lich zu grum­meln und zu wet­ter­leuch­ten. Die Ah­nung trog (trüg­te?) nicht, denn kaum da­heim an­ge­kom­men, öff­ne­te Pe­trus sei­ne Schleu­sen, und zwar bis zum An­schlag. Das wie­der­um führ­te da­zu, daß wir jetzt zum er­sten Mal in acht Jah­ren er­le­ben durf­ten bzw. muß­ten, wie un­se­res Hau­ses Kel­ler sämt­lich ge­flu­tet wur­den. Im Wasch­kel­ler schwam­men uns zwar nicht die Fel­le, wohl aber al­le Töp­fe da­von:

Waschkeller nach der Flut

So­eben bin ich pitschend und pat­schend wie­der nach oben ge­tappt, denn die Fon­tä­nen und Flu­ten in den Ge­wöl­ben schei­nen nun­mehr wie­der zu ver­sie­gen. Un­se­re ein­ge­la­ger­ten Papp­ki­sten konn­ten wir ge­ra­de noch die Kel­ler­trep­pe her­auf­schaf­fen, der Rest (Lie­ge­rä­der, Stahl­re­ga­le, Pla­stik­ei­mer, Blu­men­kü­bel) kann in den paar Zen­ti­me­tern Was­ser­sup­pe noch schad­los für ei­ne Wei­le ste­hen. Wol­len wir mal hof­fen, daß die Brü­he bis mor­gen früh wie­der ab­ge­lau­fen ist. Im­mer­hin: Feucht zu wi­schen ist auf dem fu­gen­reich ge­mau­er­ten Kel­ler­bo­den da un­ten nie so recht prak­ti­ka­bel ge­we­sen. Jetzt ist es bis auf Wei­te­res auch nim­mer nö­tig...

Montag, 16. Juli 2007

Halb­mo­nats­rät­sel

Mein Nach­bar Hans N., sei­nes Zei­chens Un­ru­he­ständ­ler und ein Tüft­ler vor dem Herrn, schick­te mir heu­te oh­ne je­de Vor­war­nung zwei Fo­tos und fol­gen­de Kopf­nuß:

Hal­lo zone­batt­ler,
 
hier gibt es nichts zu ge­win­nen, das mal vor­weg, aber Sie als Va­ter von Mo­nats­rät­seln, der auch im­mer tech­ni­schen Din­gen ei­nen ge­wis­sen Reiz ab­ge­win­nen kann, ha­ben si­cher­lich ei­ne Lö­sung pa­rat zu mei­ner Fra­ge:
 
»Was ist das – ein tech­ni­scher Baum­ku­chen – [al­les Mül­ler] oder was«
Rätselbild vom Nachbarn
Na­tür­lich be­kom­men Sie auch ei­nen Hil­fe-Hin­weis: Sie­he das an­de­re Fo­to! Es zeigt die mo­men­ta­ne Si­tua­ti­on an mei­nem Schreib­tisch. Und ge­nau da­mit hat mei­ne Fra­ge zu tun.
Rätselbild vom Nachbarn
Nicht so ein­fach, ich ge­be es zu. Aber wenn Sie mir ant­wor­ten, dür­fen Sie das Gan­ze auch wei­ter ver­wen­den, wenn Sie es denn möch­ten.
 
Ich freue mich schon auf Ih­re Rück-Ver­mu­tun­gen, falls das bei den herr­schen­den Au­ßen-Tem­pe­ra­tu­ren über­haupt mög­lich ist. Die Mail mit der Lö­sung für Sie ist schon vor­be­rei­tet!
 
Mit freund­li­chem Gruß
Hans N.

Nun, als je­mand, der in den letz­ten Ta­gen gleich zwei Darm­spie­ge­lun­gen ab­sol­viert hat und oben­drein weiß, daß die Ex­pe­ri­men­tier­freu­dig­keit sei­nes ge­schätz­ten Herrn Nach­barn kaum Gren­zen kennt, tip­pe ich oh­ne Um­schwei­fe auf ei­nen in­no­va­ti­ven Anal-Wär­me­tau­scher zur (in des Wor­tes dop­pel­ter Be­deu­tung) ab­gas­frei­en En­er­gie-Rück­ge­win­nung aus mensch­li­cher Kör­per­wär­me. Des­sen Wir­kungs­grad dürf­te an­ge­sichts sei­ner ober­flä­chen­ver­grö­ßern­den Geo­me­trie und der Aus­füh­rung in Kup­fer be­trächt­lich sein: Wo­mög­lich läßt sich aus der Tem­pe­ra­tur­dif­fe­renz über ein Pel­tier-Ele­ment hin­rei­chend viel Strom ge­win­nen, um ver­mit­tels ei­nes kräf­ti­gen Ven­ti­la­tors das ei­ge­ne Müt­chen wirk­sam zu küh­len! Wel­chi­gen­falls ich mir im Rah­men ei­nes Selbst­ver­su­ches ger­ne auch so ein Teil an- bzw. einpas­sen lie­ße...

So­weit mei­ne Deu­tung der in­ter­es­san­ten Fo­tos. Ha­ben die prak­tisch ver­an­lag­ten In­ge­nieu­re in mei­ner Le­ser­schaft plau­si­ble­re In­ter­pre­ta­tio­nen an­zu­bie­ten?

P.S.: Wer im­mer das Ding für das zwei­te Fo­to aus­pro­biert hat, muß schon ein coo­ler, wenn nicht gar eis­kal­ter Kerl sein!

Donnerstag, 12. Juli 2007

Fol­low the Lea­der

Was im eng­lisch­spra­chi­gen Raum als fröh­li­ches Kin­der­spiel be­kannt ist, wur­de in brau­ner Vor­zeit hier­zu­lan­de und eu­ro­pa­weit un­ter dem Mot­to »Füh­rer be­fiehl, wir fol­gen Dir« auf­ge­führt, frei­lich un­ter weit we­ni­ger lu­sti­gen Be­gleit­um­stän­den. Dar­an muß­te der zone­batt­ler den­ken, als er ge­stern abend in ei­nem Für­ther Vor­ort die­ser Ab­tei­lung ex­er­zie­ren­der Alt­pa­pier-Ton­nen an­sich­tig wur­de:

exerzierende Altpapier-Tonnen

Es ist halt im­mer wie­der die al­te Lei­er: Wer die größ­te Klap­pe hat (und die­sel­be am wei­te­sten auf­reißt), der hat die mei­sten Mit­läu­fer und Tritt­brett­fah­rer hin­ter sich...

Sonntag, 24. Juni 2007

Den Eu­ro um­ge­dreht (3):
Was­ser marsch!

Zapf­stel­len­na­he Was­ser-Er­wärm- und ‑be­wahr­ge­rä­te (vul­go Boi­ler) sind be­son­ders üb­le En­er­gie­fres­ser, zu­mal dann, wenn es sich um Alt­ge­rä­te mit un­zu­rei­chen­der Iso­lie­rung han­delt, die zu al­lem Über­fluß auch noch un­nö­ti­ger­wei­se in dau­ern­der Be­reit­schaft vor sich hin kö­cheln. Auch in des zonebattler’s Kü­che hängt so ein klei­ner Un­ter­tisch-Boi­ler äl­te­ren Se­me­sters an der Wand un­ter der Spü­le.

Da wir dort hei­ßes Was­ser nur spo­ra­disch brau­chen (zum Be­hu­fe des hän­di­schen Ab­wa­schens nicht-spül­ma­schi­nen­fe­ster Kü­chen-Pa­rapher­na­li­en näm­lich), schal­ten wir den Ka­sten ge­mein­hin erst we­ni­ge Mi­nu­ten vor dem Be­darfs­zeit­punkt an und da­nach auch gleich wie­der aus. Dum­mer­wei­se ist das an­fangs ein recht auf­wen­di­ger Akt des Tür-Auf­klap­pens, Bückens und Schal­ter­dre­hens ge­we­sen, des­sen Wie­der­ho­lung ich nach der mo­no­to­nen Spü­le­r­ei zu­wei­len schlicht­weg ver­ges­sen ha­be. Mit den ent­spre­chend ver­schwen­de­ri­schen Fol­gen...

Ir­gend­wann ha­be ich mich dann auf­ge­rafft und äu­ßerst wirk­sa­me Ab­hil­fe ge­schaf­fen:

Übertisch-Schalter für Untertisch-Boiler

Das An­schluß­ka­bel des ge­frä­ßi­gen Boi­ler­chens steckt nun­mehr nicht mehr di­rekt in der Wand­steck­do­se, son­dern in ei­nem Zwi­schen­stecker, an wel­chen ich ei­nen gu­ten Me­ter Ka­bel und dann den im Bild ge­zeig­ten Auf­putz­schal­ter mon­tiert ha­be. Dank des­sen Hil­fe kann ich nun­mehr die Warm­was­ser­be­rei­tung oh­ne Ver­beu­gung vor den Ar­ma­tu­ren star­ten und oben­drein schon an der Schal­ter­stel­lung den ak­tu­el­len Be­triebs­zu­stand er­ken­nen. Wo im­mer ein Boi­ler un­sicht­bar un­ter der Ar­beits­plat­te wer­kelt, sei die­ses Ver­fah­ren (von sach­kun­di­ger Hand aus­ge­führt!) nach­drück­lich emp­foh­len: Man­che der schie­ren Ver­geß­lich­keit ge­schul­de­te Ki­lo­watt­stun­de bleibt so un­ver­brut­zelt (und da­mit un­be­zahlt)...

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Dienstag, 19. Juni 2007

Kein An­schluß un­ter mei­ner Num­mer

Ich bin es end­lich leid: Kon­zen­trier­te Ar­beit soll, muß und will ich lei­sten, aber zwei dienst­li­che Te­le­fo­ne (Fest­netz und Han­dy) ner­ven mich täg­lich mit un­er­bitt­li­chem Ge­bim­me­le, zu­wei­len gleich­zei­tig. Ganz Schlaue ru­fen auf der mo­bi­len Num­mer an, wenn sie das sta­tio­nä­re Ge­rät be­setzt vor­fin­den. Da­bei ha­be ich nur ein Hirn zwi­schen mei­nen zwei Oh­ren! Nach der Un­ter­bre­chung ha­be ich dann ei­nen Merk­po­sten mehr auf der Agen­da und muß mich er­neut in mein kom­ple­xes Zeugs hin­ein­fin­den...

Ge­gen den Fern­sprech-Streß im Bü­ro kann ich we­nig un­ter­neh­men, wohl aber ge­gen den pri­va­ten: Ab so­fort wird die ei­ge­ne klei­ne Hand­gur­ke aus­schließ­lich als por­ta­ble Te­le­fon­zel­le be­nutzt und nur noch für ge­ziel­te An­ru­fe mei­ner­seits ge­nutzt. An­son­sten bleibt sie aus­ge­schal­tet wie die da­zu­ge­hö­ri­ge Mail­box schon seit Jah­ren. Spart Strom und re­du­ziert die mu­ta­ge­ne Strah­len­be­la­stung auf mei­ne Keim­zel­len.

Wer mich kon­tak­ten will, mö­ge mich an­mai­len oder mir ein Sprüch­lein auf den hei­mi­schen An­ruf­be­ant­wor­ter quas­seln. Oder mir ei­nen Brief schrei­ben. Oder des abends spon­tan vor­bei­kom­men. Dan­ke.

Sonntag, 3. Juni 2007

Kehr­aus

Eimer mit Kehrschaufeln im Fürther Auktionshaus Behringer
Mittwoch, 30. Mai 2007

In Fürth gibt’s Tand aus al­ler Land

Am über­näch­sten Wo­chen­en­de star­tet mal wie­der ei­ne Auk­ti­on vom Beh­rin­ger. Seit ge­stern läuft die Vor­be­sich­ti­gung und man soll­te bei In­ter­es­se nicht un­be­dingt am Sams­tag vor­bei­schlen­dern...

Montag, 28. Mai 2007

Wein zu Was­ser ge­wan­delt

Beim sams­täg­li­chen Abend­ri­tu­al des Gernstl-Guckens (Bay­ern al­pha, 20:00 Uhr) hat­ten wir ei­ne glas­kla­re Er­leuch­tung: Der in der jüng­sten Sen­dung por­trai­tier­te Nürn­ber­ger Künst­ler Gi­or­gio Hup­fer schonk sich sein frän­ki­sches Lei­tungs­was­ser aus ei­nem Rot­wein-De­kan­ter ein! Ei­ne fa­mo­se und von Le­bens­art zeu­gen­de Idee, die ich so­gleich freu­dig ad­ap­tier­te:

Wasser im Wein-Dekanter

Wit­zi­ger­wei­se war ein un­be­nutz­ter De­kan­ter längst im Hau­se, doch weil wir dem Re­ben­saft sel­ten bis we­nig zu­spre­chen, stand das form­schö­ne und höchst stil­vol­le Glas­ge­fäß bis­lang un­be­nutzt in sei­ner Schach­tel her­um. Ein trau­ri­ges Schat­ten-Da­sein, wel­ches nun­mehr be­en­det ist!

Sonntag, 27. Mai 2007

Wel­ten­for­mel

Wie schon ei­mal dar­ge­legt, soll der be­rühm­te Carl Va­len­tin sei­ne Ver­wun­de­rung dar­über ge­äu­ßert ha­ben, daß an je­dem Tag ex­akt so­viel pas­siert, wie in ei­ne Zei­tung paßt. Der zone­batt­ler hat nun ei­ne Be­ob­ach­tung ge­macht, die in die glei­che Ka­te­go­rie zu fal­len scheint: Sei­ne bes­se­re Hälf­te, der er re­gel­mä­ßig ei­ne gro­ße Gieß­kan­ne im Wasch­kel­ler be­füllt und zum Zwecke des Blu­men­gie­ßens auf den Hof wuch­tet, braucht ge­nau das im­mer glei­che Füll­vo­lu­men just je­nes ther­mo­pla­sti­schen Was­ser­spei­ers, um al­le Pflanz­kä­sten im Hin­ter­hof zu be­wäs­sern! Nicht mehr, nicht we­ni­ger: Kan­ne leer, Grün­zeug nass. Ob da das glei­che Prin­zip da­hin­ter­steckt?

Sonntag, 15. April 2007

Sei­ten­wech­sel

Man könn­te mei­nen, daß es ei­nem rast­lo­sen Mul­ti­me­dia-Fuz­zi wie dem zone­batt­ler hart an­kä­me, wenn er ei­ne Wo­che lang oh­ne Zu­gang zu In­ter­net und Fern­se­hen, ja so­gar oh­ne Ra­dio und Zei­tung aus­kom­men und oben­drein mit sei­nen zar­ten Tipp-Fin­ger­chen schwe­re kör­per­li­che Ar­beit ver­rich­ten muß...

Das Ge­gen­teil ist der Fall.

Tat­säch­lich be­deu­te­te es in der zu­rück­lie­gen­den Wo­che für mich ei­ne be­son­de­re Art der Ent­span­nung, von früh bis spät zu schlep­pen, zu wuch­ten, zu schie­ben, zu zer­le­gen, zu sor­tie­ren, zu sä­gen, zu hacken und an­de­res mehr. Oh­ne nach der Uhr zu schie­len, oh­ne ans Bü­ro auch nur ei­ne Se­kun­de lang zu den­ken, locker­te ich mich gei­stig bei schweiß­trie­fen­dem Tun und ent­deck­te den ge­mäch­li­chen Takt der Stun­den wie­der, der auf dem Land durch den la­ko­ni­schen Klang der Kir­chen­glocken vor­ge­ge­ben ist. Man zählt die Schlä­ge un­will­kür­lich mit und staunt nicht schlecht, wie spät es doch über all’ der Placke­rei schon wie­der ge­wor­den ist.

Im Ge­gen­satz zum Brot­be­ruf, der durch das ste­te Nach­tröp­feln neu­er In­ter­ven­ti­ons-Not­wen­dig­kei­ten et­was vom end­lo­sen (und nicht sel­ten recht fru­strie­ren­den) Te­tris-Spie­len hat, be­rei­tet das Frei­le­gen über­wu­cher­ter We­ge, das Lich­ten ver­wil­der­ter Hecken, das Aus­sie­ben über­wach­se­ner Kies­hau­fen un­er­hör­te Be­frie­di­gung, weil man am En­de des Ta­ges den Er­folg sei­ner Ar­beit un­mit­tel­bar vor Au­gen hat (bzw. den un­schö­nen An­blick von vor­her dann eben nicht mehr). Die­ses höchst un­mit­tel­ba­re Feed­back bie­tet ja selbst ein an­spruchs­vol­ler Kopf­ar­bei­ter-Job nur sel­ten...

Wenn man an die­se auf den er­sten Blick pa­ra­dox er­schei­nen­de Er­ho­lung durch Ar­beit am ei­ge­nen Lei­be er­fah­ren hat, kann man sich kaum vor­stel­len, daß an­de­re im Fau­len­zen und Nichts­tun im Ur­laub tat­säch­lich die Er­fül­lung se­hen. Viel­leicht wis­sen vie­le nur nicht, was ih­nen da ent­geht?

Sonntag, 1. April 2007

Schreib­ma­schi­ne

Mag je­mand ei­nen be­stens er­hal­te­nen und ge­pfleg­ten Mar­ken-PC ge­schenkt ha­ben? Die tech­ni­schen Eck­da­ten mö­gen sich heut­zu­ta­ge be­schei­den an­hö­ren (200 MHz, 160 MB, 10 GB), aber Win­dows 98 SE und Of­fice 97 (al­les or­dent­lich li­zen­siert) lau­fen flott und ein­wand­frei. CD-ROM, Flop­py- und in­ter­nes ZIP-Lauf­werk (100 MB) run­den die Aus­stat­tung ab. Na­tür­lich feh­len auch ei­ne an­stän­di­ge Ta­sta­tur (Cher­ry) und ei­ne op­ti­sche Scroll-Maus nicht. Ei­nen Tin­ten­strahl-Drucker HP DeskJet 690C gibt es als Drein­ga­be. Äu­ßer­lich al­les wie neu, aus Nicht­rau­cher­haus­halt. Zur so­for­ti­gen In­be­trieb­nah­me braucht es dann nur noch ei­nen ei­ge­nen Mo­ni­tor (und ggf. ei­ne neue Farb­pa­tro­ne für den Drucker)...

 
Nach­trag vom 3. Apr. 2007:

Der Rech­ner ist ver­ge­ben.

Freitag, 23. März 2007

Wenn der Post­mann nie­mals klin­gelt (2)

Zu Be­ginn der Wo­che ex­pe­dier­te ein Freund ei­ne drin­gend be­nö­tig­te Da­ten-CD an mich, und ex­pe­ri­men­tier­freu­dig wie er nun­mal ist, wähl­te er den ver­si­cher­ten Pa­ket­ver­sand per Her­mes. Der Göt­ter­bo­te er­wies sich als nicht der Schnell­sten Ei­ner, erst am Don­ners­tag ver­such­te er die Sen­dung zu­zu­stel­len. Den be­rufs­tä­ti­gen zone­batt­ler traf er un­ter­tags na­tür­lich nicht an, und an­statt die Sen­dung nach Art der pfif­fi­gen Kon­kur­ren­ten in der eben­erdi­gen Arzt­pra­xis ab­zu­ge­ben, warf mir der Schlau­mei­er nur ei­ne Be­nach­rich­ti­gungs­kar­te in den Brief­ka­sten, welch­sel­bi­ge mir ei­nen er­neu­ten Zu­stell­ver­such für den Fol­ge­tag ver­hieß...

Al­so: Auf der Kar­te flugs die Arzt­pra­xis als au­to­ri­sier­ten Hilfs-Emp­fän­ger ver­merkt, das Ding an den Brief­ka­sten ge­klebt, die Schal­ter­che­fin von der Ak­ti­on in Kennt­nis ge­setzt. Ex­tra dar­um ge­be­ten, beim frü­hen Frei­tags-Fei­er­abend mir das Pa­ket oben auf die Trep­pe zu le­gen, da un­ser­eins ja erst um halb fünf re­tour­niert. Dan­ke­schön, ‘Wie­der­se­hen. Al­les schien nun­mehr be­stens und um­sich­tig ge­re­gelt.

Heu­te tap­pe ich al­so (von des Ta­ges Müh’ und Pla­ge recht­schaf­fen er­schöpft) heim und fin­de ne­ben al­ler­lei Brief­post er­war­tungs­ge­mäß die leuch­ten­de Her­mes-Kar­te im Brief­ka­sten, die von der er­folg­ten Pa­ket-Ab­ga­be in der Pra­xis kün­det. Die ist so spät am Ta­ge na­tür­lich längst ge­schlos­sen. Al­so die Trep­pe hoch­ge­spur­tet, eins, zwei, drei Stock­wer­ke hoch: Nir­gend­wo ein Päck­chen zu se­hen. Aber zu hö­ren ist et­was, näm­lich ein Hand­wer­ker im Kel­ler! Al­so wie­der drei Stock­wer­ke her­un­ter­ge­flitzt und ei­ne Kel­ler­trep­pe da­zu, den bra­ven Mann be­fragt, ob er im Auf­tra­ge des Herrn Dok­tor wer­kelt und er­go Zu­gang zur Pra­xis ha­be? Ja und nein, der Chef kä­me aber noch­mal vor­bei. Ich bit­te um Be­nach­rich­ti­gung des­sel­ben zwecks mut­maß­li­cher Post für mich hin­term Emp­fangs­tre­sen...

Trep­pe wie­der rauf, auf hal­ber Hö­he hö­re ich Ge­sprächs­fet­zen: der Doc ist tat­säch­lich ein­ge­trof­fen. Ich wie­der run­ter, Sto­ry er­zählt, Mä­dels hät­ten wohl ver­ges­sen, mir mein Packerl ins Stie­gen­haus zu le­gen. Hin­tern den Tre­sen ge­guckt, in die Schrän­ke, auch in den So­zi­al­raum: Nix zu se­hen, was ei­ner Post­sen­dung für den zone­batt­ler im ent­fern­te­sten ähn­lich sä­he. Wo ist das ver­ma­le­dei­te Trumm? Von der Trep­pe ge­klaut? Eher un­wahr­schein­lich.

Zum drit­ten Mal die Trep­pen hoch, in der Woh­nung nach­ge­se­hen, ob die bes­se­re Hälf­te wo­mög­lich zwi­schen­zeit­lich die Sen­dung in Emp­fang ge­nom­men und ir­gend­wo de­po­niert ha­ben könn­te. Hat sie na­tür­lich nicht. Da fällt mein Blick auf den Brief­post­sta­pel, den ich vor­hin höchst­selbst mit her­auf­ge­bracht hat­te: Zwi­schen Wer­be­pro­spek­ten und der neue­sten Aus­ga­be des »Ei­sen­bahn-Land­wir­tes« liegt ein klei­ner, un­schein­ba­rer Luft­pol­ster­um­schlag, et­was grö­ßer als ei­ne CD-Hül­le: Da lag mein »Pa­ket«! Ganz of­fen­bar war ei­ne Arzt­hel­fe­rin so nett ge­we­sen, mir das schma­le Teil nach er­folg­ter Quit­tie­rung prak­ti­scher­halb­er in den Brief­ka­sten­schlitz zu stecken...

Ein letz­tes Mal her­un­ter­ge­dackelt, dem Dok­tor die Sto­ry er­zählt und al­le Ver­schwö­rungs­theo­rien da­mit aus der Welt ge­schafft. So­dann zum vier­ten (oder fünf­ten?) Mal den Weg ins ei­ge­ne Heim im drit­ten Alt­bau-Stock­werk an­ge­tre­ten. Tü­re zu, end­lich Ruh’. Ich brau­che weiß Gott kein Fit­ness-Stu­dio!

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