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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Sonntag, 2. September 2007

Stau­bi­ge Brü­der

Seit je­mand aus sei­ner nä­he­ren Nä­he vom On­kel Dok­tor ein sar­do­ni­sches »neigt zu De­tail­be­ob­ach­tun­gen« in die Kran­ken­ak­te dik­tiert be­kam, fragt sich der zonebatt­ler, was ein halb­wegs kun­di­ges Kol­le­gi­um von Fach­ärz­ten ihm selbst wohl in den Be­fund-Bo­gen schrü­be, wenn es ihn denn je­mals zu ei­ner dies­be­züg­li­chen Un­ter­su­chung zu fas­sen krieg­te. Aus ei­ge­ner Per­spek­ti­ve wür­de er ein der­ar­ti­ges Ver­dikt frag­los als ho­he Aus­zeich­nung ver­ste­hen, und in die­sem Sin­ne will er sich auch in die­sem Bei­trag ein­mal mehr als Pio­nier der All­tags­kul­tur-For­schung be­tä­ti­gen: Es geht um ge­schwi­ster­li­che Ver­wand­schafts­be­zie­hun­gen von Staub­saugern aus dem Hau­se Ro­wen­ta (va­cu­u­mo­sa ro­wen­ta­ria). Stel­len wir da­zu doch gleich ein­mal (von links nach rechts) die Prot­ago­ni­sten die­ser Hard­core-Haus­halts­hel­fer-Sto­ry vor, die in edel glän­zen­des Weiß ge­klei­de­ten Her­ren RB 19, RB 21, RS 320 und RS 350 (die bei­den let­ze­ren mit dem al­ber­nen aka­de­mi­schen Na­mens­zu­satz »elec­tro­nic« ge­adelt):

zonebattler's Staubsauger-Mannschaft
 
4300 Watt in War­te­stel­lung: RB 19, RB 21, RS 320 und RS 350

Der Drit­te im Bun­de (der mit den fe­schen ro­ten Ak­zen­ten) steht üb­ri­gens in die­sem Er­in­ne­rungs­fo­to nur im Schat­ten ei­nes Dach­stuhl­bal­kens, kei­nes­wegs je­doch in dem sei­ner Brü­der. Wie kam es aber nun zu die­sem ei­gen­tüm­li­chen Fa­mi­li­en­tref­fen auf des zonebattler’s Dach­bo­den und wo­zu braucht die­ser gleich vier groß­ka­li­bri­ge Flu­sen­samm­ler? Ge­mach! Fan­gen wir ganz von vor­ne an und blen­den wir ein knap­pes Vier­tel­jahr­hun­dert zu­rück...

Mit dem Ver­las­sen des El­tern­hau­ses und Grün­den des er­sten ei­ge­nen Haus­stan­des muß­te ich mir im Jah­re 1985 u.a. auch ei­nen Staub­sauger zu­le­gen. Es war gar nicht so ein­fach, al­le ge­wünsch­ten Ei­gen­schaf­ten in ei­nem Ge­rät ver­eint zu fin­den: Zum ei­nen soll­te der neue Dreck­schlürfer über ei­nen um 360 Grad frei dreh­ba­ren Schlauch­an­satz ver­fü­gen, um auch in en­gen räum­li­chen Ver­hält­nis­sen je­der­zeit oh­ne dräu­en­den Schlauch­knicker ar­bei­ten zu kön­nen. So wie hier soll­te es al­so schon sein:

Staubsauger-Detail: Rundum drehbarer Schlauchansatz

Des wei­te­ren soll­te der Sau­ber­mann wäh­rend sei­ner Ru­he­zei­ten platz­spa­rend (will sa­gen senk­recht) zu ver­stau­en sein, zu wel­chem Be­hu­fe ich ei­nen Saug­rohr-Klemm-Me­cha­nis­mus für zwin­gend er­for­der­lich hielt. Auch die Mög­lich­keit zum elek­tri­schen An­schluß ei­ner op­tio­na­len Mo­tor­bür­ste hät­te ich mir ger­ne of­fen­ge­las­sen:

Staubsauger-Detail: Motorbürsten-Anschluß und Rohrhalterung

Schließ­lich und end­lich woll­te ich nach Fu­gen­dü­se und Heiz­kör­per-La­mel­len­bür­ste bei Be­darf nicht lan­ge su­chen müs­sen, son­dern die­se stets zur Hand ha­ben, wes­halb mir die Un­ter­brin­gung je­ner Zu­be­hör­tei­le im Ge­rät selbst als die ein­zig ver­nünf­ti­ge Lö­sung er­schien [1]:

Staubsauger-Detail: integriertes Zubehörfach

Ge­kauft ha­be ich sei­ner­zeit (am 30.06.1985) ei­nen Ro­wen­ta RB 19, der in ei­nem Ak­ti­ons­an­ge­bot der Me­tro-Märk­te für DM 229,00 wohl­feil war. Als preis­gün­stig­stem Mo­dell der Ty­pen­rei­he war ihm kei­ne elek­tro­ni­sche Dreh­zahl­re­ge­lung ver­gönnt, der Sau­ger lief im­mer mit der ma­xi­ma­len Lei­stung von 1000 Watt. Das frei­lich hat der Au­tor die­ser Zei­len nie als ech­tes Man­ko emp­fun­den, da ja kräf­tig­ste Saug­lei­stung ge­nau das ist, was man ge­mein­hin von so ei­ner Ki­ste er­war­tet. Und für den Fall der Fäl­le gibt es ja im­mer noch den me­cha­ni­schen Ne­ben­luft-Schie­ber am Griff­en­de des Schlau­ches [2]...

Detailansicht Rowenta RB 19
 
Ro­wen­ta RB 19

In­des­sen muß­te es na­tür­lich auch da­mals schon auf­wen­di­ger aus­ge­stat­te­te und er­go teu­re­re Ma­schi­nen für ver­spiel­te und sta­tus­be­dach­te Käu­fer ge­ben, und so run­de­te Ro­wen­ta die Pro­dukt­pa­let­te nach oben hin mit den Mo­del­len RB 20 und RB 21 ab. Der nicht in mei­nem Fun­dus be­find­li­che RB 20 ver­füg­te über ei­nen Dreh­knopf zur stu­fen­lo­sen Steue­rung, wäh­rend der RB 21 Ein­zel­ta­sten für drei se­pa­rat schalt­ba­re Lei­stungs­stu­fen auf­wies:

Detailansicht Rowenta RB 21
 
Ro­wen­ta RB 21

Der ge­zeig­te RB 21 lief mir am 25. Fe­bru­ar des Jah­res 1996 auf ei­nem Floh­markt zu, wo ich ihn zu­nächst als Er­satz­teil­spen­der für mei­nen ma­ro­der wer­den­den RB 19 für bil­li­ges Geld (DM 15,00) er­stand. Da­heim ent­pupp­te er sich als sub­stan­ti­ell ge­sund und mun­ter, so daß ich ihn nicht wie ur­sprüng­lich ge­dacht aus­schlach­te­te, son­dern ge­ne­ral­über­hol­te und statt des vor­erst aus­ge­mu­ster­ten RB 19 in Dienst stell­te.

Detailansicht Rowenta RS 320 electronic
 
Ro­wen­ta RS 320 elec­tro­nic

Eben­falls auf Floh­märk­ten er­warb ich in der Fol­ge­zeit noch die Nach­fol­ge-Mo­del­le RS 350 elec­tro­nic (13.10.1996, DM 18,00) und RS 320 elec­tro­nic (24.05.2003, EUR 10,00), die sich frei­lich gleich­falls als zum Zer­le­gen viel zu scha­de ent­pupp­ten. Wäh­rend das Ach­ter­deck des RS 320 elec­tro­nic (sie­he oben) mit ei­nem Dreh­knopf zur Dreh­zahl-Fein­re­gu­lie­rung be­stach, punk­te­te der RS 350 elec­tro­nic (sie­he un­ten) am Heck mit der schon be­kann­ten Schal­ter­rei­he:

Detailansicht Rowenta RS 350 electronic
 
Ro­wen­ta RS 350 elec­tro­nic

Der ge­neig­te Le­ser (Le­se­rin­nen wird es an die­ser Stel­le wohl kaum noch ge­ben) mö­ge jetzt an­hand der vier vor­ste­hen­den Ty­pen-Fo­tos aus glei­cher Per­spek­ti­ve bit­te selbst nach­voll­zie­hen, wie die De­tails von Far­be und Be­schrif­tung im Lau­fe der Jah­re evo­lu­tio­när ver­än­dert wur­den: So­was ko­stet ja re­la­tiv we­nig (im Ge­gen­satz zum teu­ren For­men­bau bei tat­säch­li­chen Kon­struk­ti­ons­än­de­run­gen), läßt sich aber wohl wer­be­wirk­sam als No­vi­tät ver­kau­fen. Schmei­cheln­de Schmin­ke für die schnö­de Spritz­guß­scha­le, so­zu­sa­gen. Ich fra­ge mich bei so et­was im­mer, wie, wo und von wem sol­che Ent­schei­dun­gen wohl ge­trof­fen wer­den: Ma­chen das die In­ge­nieu­re un­ter sich mit­tags in der Kan­ti­ne aus, daß die Ein/Aus-Sym­bo­le beim neu­en Mo­dell nicht mehr auf das Ge­häu­se, son­dern auf die ent­spre­chen­de Ta­ste selbst ge­druckt wer­den sol­len? Be­steht die Mar­ke­ting-Ab­tei­lung beim Jour fi­xe dar­auf, daß die neu­en Mo­dell­be­zeich­nun­gen drei­stel­li­ge statt zwei­stel­li­ge Ty­pen­num­mern ent­hal­ten müs­sen? In­si­stiert der Ver­trieb per Brand­brief an die Ge­schäfts­füh­rung, daß sich neue Sau­ger nur noch in nen­nens­wer­ten Stück­zah­len ab­set­zen lie­ßen, wenn die Be­schrif­tung der Lei­stungs­ta­sten um 90 Grad ge­dreht wird? Oder ver­ewigt sich da am En­de gar ein fru­strier­ter In­du­strie­de­si­gner, in­dem er an al­len Ent­schei­der-In­stan­zen vor­bei dem rol­len­den Röh­rer mit ei­ner ge­stal­te­ri­schen Ei­gen­mäch­tig­keit sei­ne ver­steck­te Si­gna­tur auf­drückt? Ja, der­lei Din­ge trei­ben den zonebatt­ler zu­wei­len um, und des­halb hat er ja auch die Ru­brik Spitz­fin­dig­kei­ten ein­ge­rich­tet...

Heut­zu­ta­ge fin­den sich stau­bi­ge Brü­der vor al­lem wohl in den Ent­wick­lungs- und Mar­ke­ting-Ab­tei­lun­gen der Haus­halts­ge­rä­te-Her­stel­ler: Von dort aus ma­chen sie den zu­se­hends ah­nungs­lo­se­ren Ver­brau­che­rIn­nen weiß, daß es ei­ner Mo­tor-Lei­stung von 2500 Watt (!) oder gar noch mehr be­dür­fe, um das Heim von Ot­ti­lie Mu­ster­frau sau­ber zu hal­ten. Wenn nicht die nö­ti­gen Blei­schür­zen so un­hand­lich schwer wä­ren, wür­de uns die um­trie­bi­ge In­du­strie si­cher lie­bend ger­ne ul­ti­ma­ti­ve Staub­sauger mit ther­mo­nu­klea­rem An­trieb an­bie­ten (die sich dann bei un­sach­ge­mäß-sorg­lo­ser Hand­ha­bung gleich die gan­ze Stu­be rein­zö­gen wie wei­land im Trick­film bei Paul­chen Pan­ther)...

Mit die­sem Sei­ten­hieb ge­gen die Aus­wüch­se der Kon­su­men­ten-Ver­dum­mung dro­he ich den Pfad der wis­sen­schaft­li­chen Sach­lich­keit frei­lich zu ver­las­sen, da­her will ich das hier und jetzt nicht wei­ter ver­tie­fen. Ich hof­fe je­doch, all’ den pro­mo­vier­ten All­tags-Ar­te­fak­to­lo­gen und dep­per­ten De­tail-Fe­ti­schi­sten in mei­ner hoch­ge­schät­zen, welt­weit ver­streu­ten Le­ser­schaft [3] mit die­ser Ar­beit reich­lich Stoff und Ma­te­ri­al für vie­le Dis­kus­si­ons­stun­den [4] ge­lie­fert zu ha­ben!

 
[1] Heut­zu­ta­ge müß­te man den Spe­zi­fi­ka­ti­ons­ka­ta­log noch um wei­te­re Pa­ra­me­ter er­wei­tern, die ei­nem vor zwan­zig Jah­ren noch reich­lich ab­surd er­schie­nen wä­ren. Bei­spiels­wei­se die For­de­rung nach ei­nem nicht me­tal­lic-lackier­tem, statt des­sen aber durch­ge­färb­tem Ge­häu­se, wel­ches auch ein paar nut­zungs­be­ding­te Schram­men in Wür­de zu tra­gen und da­mit in Schön­heit zu al­tern weiß.

[2] Der akri­bi­schen Voll­stän­dig­keit hal­ber sei hin­zu­ge­fügt, daß der RB 19 auch kei­ne An­schluß­do­se für ei­ne se­pa­rat er­hält­li­che (und von mir bald als un­ent­behr­lich ein­ge­stuf­te) Mo­tor­bür­ste hat­te, sehr wohl aber ei­ne ge­steck­te Ab­deck­blen­de in der ent­spre­chen­den Ge­häu­se­öff­nung. Ei­ne we­nig spä­ter für klei­nes Geld vom Her­stel­ler be­zo­ge­ne Er­satz­teil-Buch­se ward rasch an der Blen­de Stel­le ein­ge­baut und mit hin­rei­chend di­men­sio­nier­ten Laut­spre­cher­ka­beln (je nun) mit den in­ter­nen An­schluß­klem­men des Netz­schal­ters ver­drah­tet. Über die Tücken von Be­schaf­fung und Ein­satz des mo­to­ri­sier­ten Tep­pich­klop­fers mit Saug­rohr­stut­zen zu rä­so­nie­ren wä­re ei­ne (je­doch aus­ufern­de) Ge­schich­te für sich...

[3] Wie man ei­ner ehe­mals hier ver­link­ten Welt­kar­te ent­neh­men konn­te, wird des zonebattler’s Scha­ber­fug von Alas­ka bis zum Kap der Gu­ten Hoff­nung und von Si­bi­ri­en bis Neu­see­land ge­le­sen und ge­schätzt. Ein­zig in Feu­er­land, auf Ma­da­gas­kar und im Kon­go scheint man mit sich selbst und der Welt noch so­weit im Rei­nen zu sein, daß man we­der mit­tel­eu­ro­päi­sches Blog­ger-Ge­sül­ze noch Staub­sauger für we­sent­li­che zi­vi­li­sa­to­ri­sche Er­run­gen­schaf­ten hält.

[4] über Ge­rät­schaf­ten bit­te­schön, nicht über des Au­tors Ge­müts­zu­stand!

Sonntag, 17. Juni 2007

Floh­markt-Pos­sen (2)

Fürth, Park­platz am Horn­bach-Bau­markt: Der zonebatt­ler ist oh­ne sei­ne bes­se­re Hälf­te auf Strei­fe, er­spech­tet gleich­wohl ei­nen Sta­pel net­ter Da­men-Kla­mot­ta­gen...

zonebatt­ler
Sind das Bo­dies?

An­bie­te­rin
(guckt über­rascht) Ja, aber für Da­men!

zonebatt­ler
(ein auf den er­sten Blick be­son­ders schö­nes Ex­em­plar prü­fend)
Ha­be ich mir schon ge­dacht. Wel­che Grö­ße hat denn das Teil?

An­bie­te­rin
S

zonebatt­ler
(sucht nach dem Wä­sche-Eti­kett)

Eti­kett
42–44

zonebatt­ler
Al­les klar. (ab)

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Kir­chen­tag

auf dem Flohmarkt Nürnberg-Gebersdorf

Bein­klei­der

auf dem Flohmarkt Nürnberg-Gebersdorf
Freitag, 4. Mai 2007

Körb­chen­wei­se Nied­rig­prei­se

Büstenhalter auf dem Flohmarkt Nürnberg-Gebersdorf
Sonntag, 31. Dezember 2006

Ver­nünf­ti­ge Un­ver­nunft

Ich hat­te ja schon ein­mal an an­de­rer Stel­le von mei­nen rot­wei­ßen und weiß­ro­ten AEG-Hand­staub­saugern be­rich­tet. Im Lau­fe der Zeit ge­sell­ten sich noch zwei wei­te­re bau­glei­che Ap­pa­ra­te da­zu, ku­rio­ser­wei­se auch in zwei un­ge­wöhn­li­chen und sel­te­nen »Fehl­far­ben-Kom­bi­na­tio­nen« (oran­ge­blau und blau­or­an­ge):

AEG Handstaubsauger

Bei fast al­len der für nur ei­nen oder zwei EUR auf Für­ther Floh­märk­ten er­schnapp­ten Hel­fer­lein ent­pupp­ten sich die Ak­kus als tief­ent­la­den und nicht mehr re­ge­ne­rier­bar. Da er­wei­sen sich die spä­te­ren Sau­ger-Se­ri­en mit beid­sei­tig ra­sten­den Kipp­schal­tern als pro­ble­ma­ti­scher als je­ne mit selbst­tä­tig rück­fe­dern­den Ta­stern, die man nicht in »An«-Stellung weg­le­gen (und ver­ges­sen) kann...

Na je­den­falls ha­be ich jetzt ei­ne wei­te­re Bau­stel­le er­folg­reich ab­schlie­ßen kön­nen, in­dem ich mir bei der Fir­ma Elek­tro-Butsch drei NiMH-Ak­ku­packs mit im­mer­hin 2400 mAh Ka­pa­zi­tät (statt der ori­gi­nal­ver­bau­ten NiCd-Va­ri­an­te mit ge­ra­de ein­mal 1300 mAh) be­stell­te. Der Preis von EUR 9,90 pro Ak­ku­pack er­scheint fair, der Ser­vice erst­klas­sig: Kaum be­stellt, war die Lie­fe­rung auch schon un­ter­wegs!

AEG Handstaubsauger

Über Nacht ge­la­den, heißt es jetzt: Al­le Ma­schi­nen vol­le Kraft vor­aus (bzw. hin­ein)!

War­um ich die gan­ze Ge­schich­te hier in epi­scher Brei­te er­zäh­le: Nicht we­ni­ge wür­den jetzt si­cher ein­wen­den, daß es wirt­schaft­li­cher Un­fug ist, al­te Klap­per­tei­le in­stand­zu­set­zen zu Prei­sen, für die man beim Dis­coun­ter um die Ecke schon ein ak­tu­el­les Neu­ge­rät nach­ge­schmis­sen kriegt. Das mag rein zah­len­mä­ßig zu­tref­fen, be­rück­sich­tigt aber nicht die Um­welt­be­la­stun­gen, die durch das (oft un­nö­ti­ge) Pro­du­zie­ren neu­er Bil­lig­ge­rä­te ent­ste­hen (die mög­li­cher­wei­se ih­rer­seits sehr bald zu Elek­tro­schrott mu­tie­ren). Viel sinn­vol­ler er­scheint es mir, die schon frü­her mit ei­ni­gem Auf­wand her­ge­stell­ten Ge­rät­schaf­ten am Lau­fen zu hal­ten, in­dem man bei Be­darf die je­weils fäl­li­gen Ver­schleiß­tei­le aus­tauscht. Was üb­ri­gens nur we­nig Ba­stel­auf­wand be­rei­tet, oben­drein Spaß macht und ein mo­ti­vie­ren­des Er­folgs­er­leb­nis be­schert...

Mir ist selbst­re­dend klar, daß ich mit mei­nem Ver­hal­ten nichts dar­an än­de­re, daß bil­li­ger Elek­tro­müll in aber­wit­zi­gen Stück­zah­len in Chi­na vom Band in die Con­tai­ner plumpst und dann hier­her ge­schip­pert wird. Aber wenn al­le et­was acht­sa­mer mit ih­ren Hab­se­lig­kei­ten um­gin­gen, wür­de sich viel­leicht doch et­was be­wir­ken las­sen. Und wo an­fan­gen, wenn nicht bei sich selbst?

P.S.: Ja, ja, ich weiß: Kon­sum­kri­ti­sche Hä­re­ti­ker wie un­ser­eins ge­fähr­den das In­no­va­ti­ons­tem­po, den Fort­schritt und oben­drein zahl­lo­se Ar­beits­plät­ze von der Werk­bank bis zur Ver­kaufs­the­ke. Aber all’ das und den gan­zen Rest gibt’s de­fi­ni­tiv nur so­lan­ge un­se­re fra­gi­le Welt be­wohn­bar ist und bleibt...

Samstag, 11. November 2006

Kom­pri­mier­te Er­in­ne­run­gen

Heu­te war Back­tag in des zonebattler’s rea­ler ho­me­zo­ne, und bei­de In­sas­sen schwelg‑, schwolg‑, schwilg­ten in nost­al­gi­schen Kind­heits-Re­mi­nes­zen­zen: Der Au­tor in Sa­chen Hard­ware (nach­fol­gend ab­ge­bil­de­te Teig­pres­se), sei­ne bes­se­re Hälf­te hin­sicht­lich der da­zu pas­sen­den Soft­ware (in­tra­fa­mi­li­är über­lie­fer­te Keks­re­zep­te).

Kekspresse 'Sawa 71'

Den ori­gi­nal­ver­pack­ten Spritz-Apa­ril­lo nebst et­li­chen mit­ge­lie­fer­ten Loch­schei­ben hat­te ich aus ge­fühls­du­se­li­gen Grün­den mal bil­lig auf dem Floh­markt er­stan­den [1], weil mei­ne Oma ei­nen näm­li­chen Hin­ter­la­der be­saß und den­sel­ben nicht nur zur Vor­weih­nachts­zeit vir­tu­os zu hand­ha­ben wuß­te [2].

Na je­den­falls führ­te die fast in­du­stri­ell ef­fi­zi­en­te Keks-Pro­duk­ti­on dank er­in­ner­ter Re­zep­te weib­li­cher­seits und Ma­schi­ni­sten-Er­fah­rung männ­li­cher­seits im Nu zu vier oder fünf Ble­chen voll knusp­ri­gen und wohl­rie­chen­den Back­werks. Der Ge­ruch tat ein Üb­ri­ges, bei­der­seits längst ver­schüt­tet ge­glaub­te Er­in­ne­run­gen wie­der nach oben zu keh­ren. Was mich zu der Fra­ge an mei­ne ver­ehr­ten Le­se­rIn­nen ver­lei­tet: Wel­che un­ver­hoff­ten Er­leb­nis­se, Er­eig­nis­se, Be­geg­nun­gen etc. ha­ben Euch denn schon mal ur­plötz­lich wie­der in die Ju­gend­zeit zu­rück­ver­setzt?

 
[1] Auf den Ge­schmack ge­brach­te, po­ten­ti­el­le Nach­ah­me­rIn­nen sei­en ein­dring­lich vor schä­bi­gen Bil­lig-Va­ri­an­ten in ko­sten­spa­rend-kom­bi­nier­ter Pla­stik-/Me­tall­bau­wei­se ge­warnt: Wirk­lich was tei­gen tau­gen tun nur die Voll­me­tall-Ap­pa­ra­te in Frie­dens-Qua­li­tät!

[2] Mei­ne Groß­mutter war zu­dem auch groß­zü­gi­ger hin­sicht­lich der mir zum Ab­schlecken über­las­se­nen Rest­men­gen ro­hen Tei­ges, heut­zu­ta­ge läßt man bzw. frau mir lei­der längst nicht an­nä­hernd so­viel üb­rig bzw. durch­ge­hen...

Samstag, 16. September 2006

Fun­de im Fun­dus (8):
Game­boys Groß­va­ter

Fund­stück: MB MicroVision
Art / Typ: Hand­held-Spiel MB Mi­cro­Vi­si­on
Her­kunft: USA, 1979
Zu­stand: neu­wer­tig und kom­plett, in Ori­gi­nal­ver­packun­gen
Fund­ort: di­ver­se Für­ther Floh­märk­te, eBay.com (4 US-Mo­du­le)
Kauf­preis: DM 8,00 (deut­sches Grund­ge­rät mit 8 Spiel­mo­du­len)
No­ti­zen: Lan­ge vor dem Fu­ro­re ma­chen­den Game­boy von Nin­ten­do brach­te MB mit dem Mi­cro­Vi­si­on ei­nen Vor­läu­fer auf den Markt, für den die Zeit ‑und die Tech­nik- um das Jahr 1979 her­um frei­lich noch nicht reif wa­ren: Mit ei­ner ge­ra­de­zu lä­cher­lich ge­rin­gen Auf­lö­sung von ge­ra­de ein­mal 16 x 16 Pi­xeln konn­te das Schwar­z/­Weiß-Dis­play des eher klo­bi­gen Hand­helds nur ab­strak­te Klötz­chen-Gra­fi­ken dar­stel­len. Gleich­wohl ma­chen ei­ni­ge der ins­ge­samt nur zwölf (in Deutsch­land acht) da­für er­schie­ne­nen Spie­le durch­aus Spaß.
 
Wäh­rend die in Eu­ro­pa ver­öf­fent­lich­ten Spie­le in leuch­tend bun­ten Kunst­stoff-Ge­häu­sen aus­ge­lie­fert wur­den, wa­ren die US-Ori­gi­na­le durch­wegs von »lang­wei­li­ger«, hell­brau­ner Far­be. Ein wei­te­rer Un­ter­schied liegt in den Be­dien­ele­men­ten: Statt der mas­si­ven, an das Ge­häu­se an­ge­spritz­ten Druck­ta­sten der hie­si­gen Spie­le wei­sen die US-Mo­du­le dün­ne, emp­find­li­che Fo­li­en-Fel­der auf. Von den deut­schen Ver­sio­nen schließ­lich sind frü­he Aus­füh­run­gen mit fe­sten (bruch­ge­fähr­de­ten) Ein­ra­stern und spä­te­re mit leicht be­weg­li­chen Be­fe­sti­gungs-Schie­bern be­kannt.
 
Als der­lei Pre­zio­sen der frü­hen Vi­deo­spiel-Zei­ten noch häu­fi­ger auf Floh­märk­ten zu fin­den wa­ren (ins­be­son­de­re in Fürth, wo Mil­ton Brad­ley an­fangs sei­ne Deutsch­land-De­pen­dance un­ter­hielt), ha­be ich ei­ne gan­ze An­zahl die­ser uri­gen Ap­pa­ra­te nebst bun­ten Spiel­mo­du­len für klei­nes Geld er­ste­hen kön­nen: Bis auf ei­ne Kom­plett-Samm­lung für die ei­ge­ne Ku­rio­si­tä­ten-Kol­lek­ti­on ha­be ich den Dou­blet­ten-Über­hang sehr bald an ame­ri­ka­ni­sche En­thu­sia­sten wei­ter­ge­ge­ben, für die die eu­ro­päi­schen Mo­dul-Va­ri­an­ten schon we­gen der bun­ten Ge­häu­se ei­nen exo­ti­schen Kult­sta­tus be­sit­zen.
Son­sti­ges: In­ter­es­sier­te Samm­ler dür­fen mir ger­ne per Mail ein (lu­kra­ti­ves) An­ge­bot zur freund­li­chen Über­nah­me mei­ner ab­so­lut ul­ti­ma­ti­ven Mi­cro­Vi­si­on-Edi­ti­on un­ter­brei­ten...
 
Eng­lish spea­king rea­ders are in­vi­ted to mail me a de­cent of­fer for my gre­at vin­ta­ge collec­tion of a Ger­man edi­ti­on MB Mi­cro­Vi­si­on hand­held vi­deo game, with the com­ple­te ran­ge of 8 Ger­man and 4 US ga­mes (ne­ar mint con­di­ti­on, all pack­a­ging ma­te­ri­al and ori­gi­nal pa­per­work in­clu­ded). Ad­di­tio­nal pic­tures avail­ab­le upon re­qu­est.
 
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Freitag, 15. September 2006

Kau­fen oder lau­fen?

Wie­wohl ich an sich lei­den­schaft­lich gern Floh­märk­te be­strei­fe und das Wet­ter heu­te er­heb­lich et­was bes­ser ist als letz­tes Jahr, ver­spü­re ich so gar kei­ne recht Lust auf den heu­ti­gen Für­ther Graff­lmarkt. Schlim­mer noch, selbst der mor­gi­ge Floh­markt am Würz­bur­ger Ring in Er­lan­gen-Bü­chen­bach, bis da­to al­le­mal ei­ne jähr­li­che Pflicht­ver­an­stal­tung, ver­mag mich nicht mehr so recht an­zu­zie­hen. Soll­te der zonebatt­ler mit sei­nen 46 Len­zen am En­de end­lich er­wach­sen schon et­was mü­de wer­den?

Selt­sam... Na, zu­min­dest un­se­ren Graff­lmarkt wer­de ich nach Fei­er­abend wohl doch ru­di­men­tär in­spi­zie­ren, viel­leicht fällt ja zu­min­dest das ei­ne oder an­de­re Fo­to­mo­tiv da­bei ab. Wer mich er­kennt und an­spricht, kriegt ein (un­ge­brauch­tes) Eis spen­diert!

Dienstag, 5. September 2006

Stern­bild

Mercedes Radkappen auf dem Flohmarkt
Sonntag, 16. Juli 2006

Cat­walk

Auf dem Flohmarkt
Montag, 10. Juli 2006

Der Un­ter­gang der Deut­schen Luft­waf­fe

Ei­ne wei­te­re Floh­markt-Im­pres­si­on vom dies­jäh­ri­gen Er­lan­ger Zoll­haus­fest:

Karton voller Flugzeugmodelle

Zu­ge­ge­ben, die bri­ti­sche Boul­ton Paul De­fi­ant (Air­fix?) paßt nicht so ganz ins Bild, von der rus­si­schen MiG 17 (!) und dem an­de­ren Sil­ber­vo­gel nicht zu re­den...

Im Nach­hin­ein reut es mich fast, hier im Vor­bei­ge­hen nichts als ei­nen schnel­len Schnapp­schuß mit­ge­nom­men zu ha­ben, denn jetzt erst se­he ich die be­mer­kens­wer­te Ty­pen­viel­falt: Ne­ben Me 262, Fw 190, Ju 88, Hs 129 und Ar 196 er­spä­he ich ei­ne doch eher sel­te­ne Me 309! Doch was ist das für ei­ne zwei­mo­to­ri­ge Ma­schi­ne, de­ren merk­wür­dig mit­tel­blaue Un­ter­sei­te wir ganz un­ten in der Ki­ste er­blicken? Für ei­ne Bf 110 scheint mir der Rumpf durch­aus zu schmal zu sein... Am En­de ist’s ei­ne Fw 187?

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