Zum Inhalt springen


zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Freitag, 10. Februar 2006

Wert­sa­chen-Ka­rus­sel

Wie in die­sem Web­log schon mehr­fach er­wähnt, sucht (und fin­det) der zone­batt­ler ger­ne ver­kann­te Schät­ze in Sperr­müll­hau­fen und auf Floh­märk­ten. Da­mit das sol­cher­art trai­nier­te Trüf­fel­schwein au­ßer­halb der ei­gent­li­chen Sai­son (al­so just beim ge­gen­wär­tig naß­kal­ten Matsch­wet­ter) nicht aus der Übung kommt, emp­feh­len sich ge­le­gent­li­che Be­su­che in den um­lie­gen­den Ge­braucht­wa­ren­hö­fen:

Schreibmaschine

In Fürth-Bis­lo­he [1] und in Veits­bronn-Sie­gels­dorf [2] fin­den sich zwei der­ar­ti­ge Ein­rich­tun­gen, die ge­spen­de­ten Haus­rat an je­der­mann (und je­der­frau) zu (meist) ech­ten Schnäpp­chen­prei­sen ver­äu­ßern. Über­wie­gend sind Mö­bel im An­ge­bot, aber auch je­de Men­ge Ge­schirr, Elek­tro­ge­rä­te, Bü­cher, Schall­plat­ten, Lam­pen, Klei­dung u.a.m. Da mit der­ar­ti­gen Lä­den Lang­zeit­ar­beits­lo­se in Brot, Ar­beit und Wür­de ge­setzt wer­den und oben­drein der un­er­hör­ten Res­sour­cen­ver­schwen­dung in un­se­rer Über­fluß­ge­sell­schaft ein biß­chen Pa­ro­li ge­bo­ten wer­den kann, sind sol­che In­i­ti­ta­ti­ven in je­der Hin­sicht un­ter­stüt­zens­wert! Zu­mal dann, wenn man auch noch fün­dig wird: Des Au­tors rot-wei­ße Re­tro-Kü­che ver­fügt neu­er­dings über ei­ne wun­der­schö­ne Elek­tro-Warm­hal­te­plat­te, die ihn ge­ra­de mal 1,50 EUR ge­ko­stet hat...

Warmhalteplatte

Neu­gie­rig ge­wor­den? Dann nix wie hin! Das An­ge­bot wech­selt stän­dig und ist nicht vor­her­seh­bar, aber ge­nau das macht ja den ei­gent­li­chen Reiz an der Sa­che aus. Und wenn im ei­ge­nen Haus­halt et­was nicht mehr be­nö­tigt wird, aber an­son­sten noch gut in Schuß ist, dann gibt man es dort ab und speist es wie­der in den Wa­ren­kreis­lauf ein... So ha­ben an­de­re was da­von und nicht zu­letzt auch un­se­re Um­welt!

 
[1] Ge­braucht­wa­ren­hof Bis­lo­he, In­du­strie­stra­ße 46 (Rück­ge­bäu­de), 90765 Fürth-Bis­lo­he, Tel. 0911–307320; ge­öff­net Mo-Fr 10–18 Uhr, 1. Sa im Mo­nat 10–16 Uhr.

[2] Ge­braucht­wa­ren­hof Sie­gels­dorf, Reit­weg 12a, 90587 Veits­bronn-Sie­gels­dorf, Tel. 0911–740170; ge­öff­net Mo-Fr 10–18 Uhr, Sa 10–16 Uhr.

 
Nach­trag vom 20. Feb. 2010:

Die Adres­sen und Öff­nungs­zei­ten al­ler Fi­lia­len sind mitt­ler­wei­le on­line nach­zu­le­sen.

Donnerstag, 2. Februar 2006

Aus dem Sumpf ge­zo­gen

Als ich den Münch­hau­sen vor et­li­chen Jah­ren zum er­sten Mal im Fern­se­hen sah, war ich so­gleich fas­zi­nert von der Fi­gur des »Lü­gen­ba­rons«, vor al­lem aber vom gran­dio­sen Hans Al­bers, der die­se Rol­le ganz frag­los aus­fül­len und le­ben konn­te wie kein zwei­ter. Seit­her ha­be ich so gut wie je­de TV-Aus­strah­lung auf­ge­zeich­net und zwi­schen den ver­schie­de­nen Fas­sun­gen und Ko­pien so man­chen fei­nen Un­ter­schied be­merkt. Man sieht schon dar­an, wie sehr mich der mär­chen­haf­te Film nach­hal­tig in sei­nen Bann ge­schla­gen hat... Was na­tür­lich auch an der Fa­bu­lier­kunst des von den Na­zis ver­fem­ten Schrift­stel­lers Erich Käst­ner liegt, der un­ter dem Pseud­onym Bert­hold Bür­ger für das Dreh­buch ver­ant­wort­lich zeich­ne­te.

In­des­sen war ich da­mals viel zu jung, um die po­li­ti­sche Di­men­si­on des mit im­mensem Auf­wand mit­ten im Krieg ge­dreh­ten Ju­bi­lä­ums-Films der Ufa wahr­neh­men, ge­schwei­ge denn be­ur­tei­len zu kön­nen: Selbst­ver­ständ­lich ist auch (und ge­ra­de!) ein vor­der­grün­dig auf harm­lo­se Un­ter­hal­tung ge­trimm­ter Film ein Po­li­ti­kum, wenn er in ei­nem to­ta­li­tä­ren Füh­rer­staat mit Bil­li­gung, ja ak­ti­ver För­de­rung der Ob­rig­keit ent­steht: Für den NS-Pro­pa­gan­da­mi­ni­ster Goeb­bels war der Strei­fen denn auch si­cher we­ni­ger ein ci­nea­sti­sches Mei­ster­werk, son­dern ein durch­aus wir­kungs­vol­les Mit­tel zur Be­ein­flus­sung, sprich Be­täu­bung der durch den schon meh­re­re Jah­re an­dau­ern­den Krieg zer­mürb­ten Be­völ­ke­rung.

Die Dis­kus­si­on harm­lo­ses Lü­gen­mär­chen oder ge­fähr­li­che Pro­pa­gan­da­lü­ge soll hier und heu­te frei­lich nicht mein The­ma sein, da­zu mö­ge man bei Mar­kus Hie­ber wei­ter­le­sen. Mir geht es um die Vor­der­sei­te der Me­dail­le: Mit sei­nen für die da­ma­li­ge Zeit un­er­hör­ten Trick­ef­fek­ten ist und bleibt die­ser frü­he Farb­film für mich eben auch ei­ne Mei­ster­lei­stung des Ki­nos und der Er­zähl­kunst, die jetzt end­lich auf DVD er­hält­lich ist!

Münchhausen

Der Fried­rich-Wil­helm-Mur­nau-Stif­tung ver­dan­ken wir ei­ne di­gi­tal re­stau­rier­te Film­fas­sung, die das Al­ter des Ori­gi­nals fast ver­ges­sen läßt, oh­ne die sanf­ten Tö­ne des Ag­fa­co­lor-Far­ben­film-Ver­fah­rens durch Über­trei­bung zu ih­rem Nach­teil zu ver­än­dern. Auch die Ton­spur ist be­hut­sam re­kon­stru­iert, wirkt aber kei­nes­wegs »di­gi­tal­ty­pisch« ste­ril: Man merkt, daß hier Ken­ner (und Kön­ner) am Wer­ke wa­ren!

Be­son­ders be­mer­kens­wert ist die opu­len­te Aus­stat­tung der Edi­ti­on: Im schö­nen Papp­schu­ber fin­den sich gleich zwei DVDs, da die zahl­rei­chen Ex­tras nicht mehr zu­sam­men mit dem Haupt­film auf ei­ner Schei­be un­ter­zu­brin­gen wa­ren. In der Tat ist es sehr er­freu­lich, was uns da auf der Bo­nus-Disc prä­sen­tiert wird: Ne­ben klei­nen Münch­hau­sen-Trick­fil­men, ei­ner Fo­to­ga­le­rie und zahl­rei­chen Bio­gra­fien ist es vor al­lem die span­nen­de Do­ku­men­ta­ti­on »Ein My­thos in Ag­fa­co­lor«, die mich mit ih­ren vie­len Film­aus­schnit­ten und Zeit­zeu­gen­be­rich­ten be­gei­stert hat! Zwar deu­tet das Do­ku-Fea­ture die po­li­ti­sche Bri­sanz der Film­kunst im »Drit­ten Reich« nur am Ran­de an und be­schäf­tigt sich mehr mit den tech­nik­hi­sto­ri­schen Aspek­ten, doch ver­mag das ih­ren Wert in mei­nen Au­gen kaum zu schmä­lern. Üb­ri­gens fehlt auch ein in­for­ma­ti­ves Book­let nicht: Al­les in al­lem ein wirk­lich fa­cet­ten­rei­ches und lie­be­voll zu­sam­men­stell­tes Zu­ga­ben-Feu­er­werk, wie man es bei vie­len an­de­ren Film­klas­si­ker-Edi­tio­nen oft schmerz­lich ver­mißt...

Film / In­halt 5 Sterne
Bild & Ton 4 Sterne
Ex­tras 5 Sterne
Auf­ma­chung 4 Sterne
Ge­samt­ur­teil 5 Sterne

Mit dem »Münch­hau­sen« hat die Fir­ma Tran­sit Film, die sich in vor­bild­li­cher Wei­se um die Prä­sen­ta­ti­on von Mei­len­stei­nen der deut­schen Film­ge­schich­te be­müht, ei­nen ech­ten Voll­tref­fer ge­lan­det. Und da der Preis im Ge­gen­satz zur schrä­gen Sto­ry kei­nes­wegs ab­ge­ho­ben ist, soll­ten Film­freun­de hier so­fort zu­schla­gen !

Sonntag, 8. Januar 2006

Toll trie­ben es die al­ten Rö­mer...

Der zone­batt­ler hat ein Fai­ble für’s sub­ti­le Kam­mer­spiel, hoh­le Ac­tion- und stu­pi­de Ge­walt-Or­gi­en sind sei­ne Sa­che tat­säch­lich nie ge­we­sen. Um­so mehr freut er sich über das Wie­der­se­hen mit (und von) al­ten Fern­seh­spie­len aus den 1960er und ‑70er Jah­ren, als die­se Kunst­form in recht ho­her Blü­te stand und oh­ne wei­te­res mit an­spruchs­vol­len Thea­ter-In­sze­nie­run­gen kon­kur­rie­ren konn­te.

Ein sol­ches High­light stellt für mich die Se­rie »Ich, Clau­di­us, Kai­ser und Gott« dar, die un­ter dem Ori­gi­nal­ti­tel »I Clau­di­us« von der BBC an­no 1976 pro­du­ziert wur­de: Nach zwei hi­sto­ri­schen Ro­ma­nen von Ro­bert (von Ran­ke-) Gra­ves wird hier in 13 Fol­gen (von ins­ge­samt knapp 11 Stun­den Lauf­zeit) die Ge­schich­te des rö­mi­schen Im­pe­ri­ums aus der Sicht ei­nes sei­ner Füh­rers er­zählt.

Ich, Claudius... DVD-Box
 
De­tails zur DVD-Box

Und was das für ei­ne Ge­schich­te ist! Wir hö­ren und se­hen stau­nend die Er­in­ne­run­gen des Im­pe­ra­tors Clau­di­us, von ihm selbst er­zählt und kom­men­tiert: Ein Le­ben um­ge­ben von In­tri­gen, Af­fä­ren und Mor­den, daß es ei­nem schwin­de­lig wer­den kann... In ih­rem in­ti­men In­sze­nie­rungs­stil mit kam­mer­spiel­ar­ti­ger Be­set­zung er­scheint mir die Hand­lung weit span­nen­der und er­re­gen­der dar­ge­bo­ten, als es mit noch so­viel Auf­wand an Ma­te­ri­al und Sta­ti­sten je er­reicht wer­den könn­te. Le­ben­di­ger kann Ge­schichts­un­ter­richt gar nicht sein! Na ja, al­len­falls viel­leicht et­was nä­her an den hi­sto­ri­schen Fak­ten... ;-)

Man merkt, der zone­batt­ler kriegt sich vor Be­gei­ste­rung gar nicht mehr ein: Das liegt na­tür­lich an den ful­mi­nan­ten Lei­stun­gen der Schau­spie­ler, al­len vor­an der von De­rek Ja­co­bi in der Ti­tel­rol­le des stot­tern­den und stam­meln­den Clau­di­us. Sei­ne (zu­wei­len im Wort­sin­ne) »gif­ti­ge« Groß­mutter Li­via (Siân Phil­lips) und de­ren Mann, der mit­un­ter et­was über­for­dert wir­ken­de Kai­ser Au­gu­stus (ge­spielt von Bri­an Bles­sed) sind si­cher auch noch in der Er­in­ne­rung vie­ler mei­ner Le­se­rIn­nen prä­sent... Der Rest der Be­set­zung ist nicht min­der hoch­ka­rä­tig und kann hier nach­ge­schla­gen wer­den.

Rein tech­nisch gibt an der Edi­ti­on eben­falls nichts aus­zu­set­zen: Das Bild ist für sein Al­ter klar und ei­ni­ger­ma­ßen rausch­frei, ne­ben der deut­schen ist auch die eng­li­sche O‑Tonspur vor­han­den und so­gar die (selbst für An­glo­phi­le hilf­rei­chen) zu­schalt­ba­ren Un­ter­ti­tel feh­len nicht. So soll es sein! Ab­ge­run­det wird die Se­rie durch ei­ne üp­pig ge­füll­te Bo­nus-DVD, die die­sen Na­men ab­so­lut ver­dient: So­wohl das Do­ku-Fea­ture »A Te­le­vi­si­on Epic« als auch das »Fa­vou­ri­te Scenes«-Interview mit De­rek Ja­co­bi sind über­aus se­hens­wert, eben­so die Do­ku­men­ta­ti­on »The Epic that never was« mit dem un­ver­ges­se­nen Charles Laugh­ton. Die bei­den an­de­ren Bei­ga­ben (Al­ter­na­ti­ve Sze­nen, Preis­ver­lei­hungs-Re­por­ta­ge) sind gleich­falls recht in­for­ma­tiv (und frag­los er­heb­lich sinn­rei­cher als die auf so vie­len DVDs an­zu­tref­fen­den Wer­be-Trai­ler-Shows). Ins­ge­samt sum­miert sich das Ma­te­ri­al auf der Ex­tra-Plat­te zu knapp 3,5 Stun­den an fei­nen Zu­ga­ben!

Ab­schlie­ßend noch ein Wort zur An­mu­tung der DVD-Box: Als Lieb­ha­ber der Se­rie ha­be ich mir schon vor Jah­ren die BBC Ori­gi­nal-Aus­ga­be aus Eng­land kom­men las­sen (zu­mal ich nicht wirk­lich zu hof­fen wag­te, daß die deut­sche Syn­chron­fas­sung so bald auf DVD zu kau­fen sein wür­de). Ge­gen die BBC-Schach­tel (mit bil­lig wir­ken­den Papp-Steck­hül­len für die Sil­ber­schei­ben) ist die deut­sche Aus­ga­be ge­ra­de­zu opu­lent und ver­schwen­de­risch aus­ge­stat­tet: Der so­li­de Schu­ber ent­hält ei­ne schlau kon­stru­ier­te Kunst­stoff-Box mit or­dent­li­chen Hal­tern für die fünf DVDs. Funk­tio­nal und oben­drein sehr schön an­zu­se­hen, da auch ge­stal­te­risch ge­lun­gen... Was üb­ri­gens auch für die Na­vi­ga­ti­ons-Me­nüs gilt. Tat­säch­lich ha­ben wir hier ei­nen der sel­te­nen Glücks­fäl­le, bei de­nen ei­ne deut­sche Li­zenz­aus­ga­be in je­der Hin­sicht bes­ser ge­ra­ten ist als das an­gel­säch­si­sche Ori­gi­nal. So­viel edi­to­ri­sche Sorg­falt fin­det man nicht al­le Ta­ge: Ein dickes Lob da­für an den Pu­blisher Epix Me­dia !

Film / In­halt 5 Sterne
Bild & Ton 3 Sterne
Ex­tras 5 Sterne
Auf­ma­chung 5 Sterne
Ge­samt­ur­teil 5 Sterne

Ab heu­te wird je­des Wo­chen­en­de ge­nüß­lich ei­ne Fol­ge gou­tiert, so ret­tet sich der zone­batt­ler stil­voll über den kal­ten Win­ter hin­weg bis in den Früh­ling. Heil Clau­di­us!

Mittwoch, 21. Dezember 2005

Was ko­stet die Welt?

Ob­zwar ich in­zwi­schen von jeg­li­chem Samm­ler­wahn weit­ge­hend ku­riert bin, juckt es mich doch hin und wie­der in den Fin­gern, wenn ich beim wö­chent­li­chen Le­bens­mit­tel-Ein­kauf über ir­gend­wel­che (eher nicht-eß­ba­ren) Schnäpp­chen­an­ge­bo­te stol­pe­re: Tat­säch­lich ha­be ich die­ser Ta­ge ei­ne (ob­jek­tiv) war­me und (sub­jek­tiv) wun­der­schö­ne Win­ter­jacke gleich zwei­fach (in zwei 350 km von­ein­an­der ent­fern­ten Fi­lia­len) er­stan­den, so preis­wert und ein­ma­lig er­schien mir der un­ver­hoff­te Fund beim Dis­coun­ter.

Beim Nach­den­ken über die Wert­schöp­fungs­ket­te (wie­viel ver­dient wohl die flei­ßi­ge Nä­he­rin in Fern­ost, wenn ei­ne or­dent­lich aus­ge­stat­te­te und ver­ar­bei­te­te Stepp­jacke dem Ver­käu­fer am an­de­ren En­de der Welt bei EUR 14,95 Ver­kaufs­preis im­mer noch Ge­winn ab­wirft!) fiel mir dann ne­ben­bei ein und auf, daß die »Ei­chung« des per­sön­li­chen Preis­emp­fin­dens wohl zu Ju­gend­zei­ten er­folgt, in der Pha­se des größ­ten Wün­schens, Wol­lens und Kon­su­mie­rens. Da er­wirbt man dann ty­pi­scher­wei­se ein Ge­spür für Qua­li­tä­ten und an­ge­mes­se­ne Prei­se, zu­min­dest bei je­nen Din­gen, für die man sich in die­ser Le­bens­pha­se ge­stei­gert in­ter­es­siert.

Dem­zu­fol­ge blin­zelt ein Mit­vier­zi­ger wie ich, der mit et­wa 25 Len­zen sei­ne er­ste (und bis­lang ein­zi­ge, da im­mer noch al­ler­be­stens er­hal­te­ne) Schlag­bohr­ma­schi­ne für 150 DM er­stan­den hat, un­gläu­big bis fas­sungs­los mit den Au­gen, wenn ein auf den er­sten Blick ver­gleich­bar wer­ti­ges Teil heu­te für 8,88 EUR im Bau­markt zu ha­ben ist! Da ko­stet es mich dann ei­ni­ges an Über­win­dung, so­li­de Stich­sä­gen und Schwing­schlei­fer-Schnäpp­chen zum ähn­li­chen Preis den­noch lie­gen­zu­las­sen: Die im Grun­de lach­haf­te »Schutz­ge­bühr« er­scheint mir als der­ma­ßen nied­rig, daß sie ei­nen zwang­haft-ani­ma­li­schen Zu­schnapp- und Kauf­re­flex aus­zu­lö­sen droht, auch wenn die Groß­hirn­rin­de mah­nend sou­fliert, daß der­lei Oc­ca­sio­nen re­gel­mä­ßig wie­der­keh­ren und ich bis da­hin ver­mut­lich we­der was zu sä­gen noch was zu schlei­fen ha­be...

Mein per­sön­li­ches Fa­zit: Ich muß wohl ver­stärkt ver­su­chen, mein Preis­ge­fühl be­wußt nach­zu­ei­chen und neu ein­zu­ju­stie­ren, was aber nicht so ein­fach zu sein scheint, wie es sich zu­nächst an­hört. Geht das je­man­dem da drau­ßen eben­so? Ich bit­te mei­ne Le­se­rIn­nen um Kom­men­ta­re!

Montag, 12. Dezember 2005

Des Fin­ders Freud’, des Den­kers Leid

In Fürth stol­pert der ah­nungs­lo­se Spa­zier­gän­ger im­mer wie­der mal über frisch er­rich­te­te Sperr­müll-Hau­fen, an Sonn­ta­gen zu­mal. Ge­stern al­so lie­fer­te mir das Uni­ver­sum in der nä­he­ren Nach­bar­schaft frei Bord­stein­kan­te und Schuh­spit­ze:

 
1) Vor­han­de­ner oder vor­stell­ba­rer Ei­gen­be­darf

  • 1 halb­ho­hes »Billy«-Regal von IKEA (weiß, zwei Ein­le­ge­bö­den)

  • 1 gro­ße Obst­scha­le aus mas­si­vem Glas (Kitsch­fak­tor nur 0,2)

  • 1 Stick­rah­men aus Schicht­holz (prak­tisch für tex­ti­le Re­pa­ra­tur­ar­bei­ten)

  • 2 falt­ba­re Cam­ping­lie­gen mit Me­tall­un­ter­ge­stell (1 x rot, 1 x blau)

  • 1 blend­freie Bil­der-Leuch­te aus Me­tall (IKEA, schwarz, 2 Ker­zen á 25 W)

  • 1 Dia-Leucht­pult mit 2 Spe­zi­al-Glüh­lam­pen

  • 1 Werk­statt-Wand­leuch­te (klas­si­sche Aus­füh­rung in Bakelit/Keramik/Glas)

  • 1 Blech­do­se mit Schrau­ben, Mut­tern u.ä. Klein­tei­len (ca. 2000 Stück)

 
2) Ge­mel­de­ter oder ge­mut­maß­ter Be­darf von Freun­den, Be­kann­ten, Kol­le­gen

  • 1 U. S. Ro­bo­tics 56K-Mo­dem (ex­tern) mit al­len Ka­beln, Netz­teil, Trei­ber-CDs und Hand­bü­chern in der Ori­gi­nal-Ver­packung

  • 1 gro­ßer, 3‑beiniger Ker­zen­stän­der aus ge­schweiß­tem und lackier­tem Stahl mit auf­wen­dig ge­fer­tig­ten De­ko-Pflan­zen (6‑flammig, Kitsch­fak­tor 0,35)

  • 1 gro­ßer Kin­der-Sand­ka­sten aus Tief­zieh-Kunst­stoff (ro­sa, un­be­nutzt)

  • 1 Tü­te mit mo­di­schen De­ko-Gar­di­nen und Stores (aus Nicht­rau­cher-Haus­halt)

  • 1 Tü­te Kin­der-Kla­mot­ten (sau­ber ge­wa­schen)

Zu­stand al­ler Ge­gen­stän­de neu oder fast neu­wer­tig, was an­de­res nimmt der zone­batt­ler ja schon lan­ge gar nicht mehr mit. Je ei­nen ta­del­lo­sen und kei­nes­wegs un­mo­der­nen Couch- und Eß­zim­mer­tisch (der erst­ge­nann­te recht­eckig, der zwei­te rund) in be­ster hand­werk­li­cher Ver­ar­bei­tung hat er man­gels Ver­wen­dung ste­hen- bzw. an­de­ren »Kun­den« über­las­sen.

In die Freu­de über min­de­stens 150 ge­spar­te Eu­ro mischt sich die ohn­mäch­ti­ge Wut auf ei­ne ge­ra­de­zu ob­szö­ne Über­fluß­ge­sell­schaft, die ei­ner­seits im­mense Men­gen an Roh­stof­fen und En­er­gie zur Her­stel­lung von sol­chen Gü­tern ver­braucht, am an­de­ren En­de aber mit gleich­falls er­heb­li­chen Auf­wand in­tak­te und funk­tio­nie­ren­de Pro­duk­te der Ver­nich­tung an­heim­gibt. Wir wer­den uns die­sen Aber­witz nicht mehr lan­ge lei­sten kön­nen, doch ha­be ich mei­ne Zwei­fel, ob die Mensch­heit als Gan­zes ver­nünf­tig den­ken und han­deln kann und noch recht­zei­tig die Kur­ve kriegt...

Donnerstag, 8. Dezember 2005

Bau­klöt­ze stau­nen!

Auf ar­te lau­fen im­mer wie­der sehr be­mer­kens- und se­hens­wer­te Do­ku­men­ta­tio­nen, und ich möch­te hier und heu­te die Se­rie Bau­kunst wärm­stens emp­feh­len:

Je­de Fol­ge wid­met sich ei­nem Pro­to­typ der ar­chi­tek­to­ni­schen Mo­der­ne. Das je­wei­li­ge Bau­werk wird »vom Kel­ler bis zum First« un­ter tech­ni­schen, äs­the­ti­schen, aber auch öko­no­mi­schen Ge­sichts­punk­ten ana­ly­siert. Au­ßer­dem zei­gen die Fil­me, wie sich die ein­zel­nen Ge­bäu­de in ih­re Um­ge­bung ein­fü­gen.

Die­sem Zi­tat aus der ar­te-Home­page muß ich nicht viel hin­zu­fü­gen, au­ßer viel­leicht, daß sich al­le Fil­me durch über­aus ru­hi­ge Ka­me­ra­füh­rung aus­zeich­nen, was ih­nen ge­ra­de­zu me­di­ta­ti­ven Cha­rak­ter ver­leiht. Sehr, sehr gut ge­macht!

Lei­der ist die Se­rie schon kom­plett »über den Äther« ge­gan­gen, aber weil ich sie so her­vor­ra­gend fin­de und oben­drein selbst nicht al­le Fol­gen mit­ge­kriegt ha­be, ha­be ich mir die DVD-Aus­ga­be ge­lei­stet, die man z.B. bei amazon.de be­stel­len kann. Der Preis liegt bei ei­nem sol­chen »Spe­cial Interest«-Titel na­tur­ge­mäß ober­halb des von Hol­ly­wood-Mas­sen­wa­re her Ge­wohn­ten, doch nie­mand wird die In­ve­sti­ti­on mei­nes Er­ach­tens je be­reu­en...

Baukunst

Die je­weils ei­ne knap­pe hal­be Stun­de lan­gen Film­do­kus lie­gen auf ins­ge­samt 4 DVDs vor und zei­gen im Ein­zel­nen:

Die Bild­qua­li­tät der merk­wür­di­ger­wei­se in der ame­ri­ka­ni­schen NTSC-Fern­seh­norm ge­ma­ster­ten Fil­me ist sehr gut, in PAL wä­re sie auf­grund der hö­he­ren Auf­lö­sung ver­mut­lich noch ei­nen Tick bes­ser. Lei­der sind auf den Sil­ber­schei­ben kei­ner­lei Ex­tras ent­hal­ten, man fin­det aber in­ter­es­san­te­ste Hin­ter­grund-In­for­ma­tio­nen über die oben ge­schal­te­ten Links zur ar­te-Web­site...

Film / In­halt 5 Sterne
Bild & Ton 4 Sterne
Ex­tras 0 Sterne
Auf­ma­chung 3 Sterne
Ge­samt­ur­teil 5 Sterne

zonebattler’s Fa­zit: Zwei­fels­frei ei­ne Samm­lung von blei­ben­dem Wert und ei­ne Be­rei­che­rung für al­le, die sich an schö­ner, funk­tio­na­ler und au­ßer­ge­wöhn­li­cher Ar­chi­tek­tur er­freu­en kön­nen. Ein wei­te­res DVD-High­light im sehr am­bi­tio­nier­ten Ver­triebs­pro­gramm der ab­so­lut Me­di­en GmbH !

Mittwoch, 30. November 2005

En­de ei­ner Dienst­rei­se

Ich ha­be zwei denk­wür­di­ge Näch­te in ei­nem bis da­to noch nicht aus­pro­bier­ten Ho­tel in Lud­wigs­burg hin­ter mir: Die Zim­mer­flucht ein lan­ger Schlauch im fünf­ten Stock, min­de­stens sechs Me­ter Pan­ora­ma-Fen­ster-Front hin­un­ter zu Stra­ße und Ei­sen­bahn, die gan­ze Nacht un­zu­rei­chend ge­dämm­ter Ver­kehrs­lärm und da­zu das Trö­ten von Si­che­rungs­po­sten von ei­ner Bau­stel­le im Gleis­be­reich. Te­le­fon von au­ßen her stän­dig be­setzt (zu we­nig Lei­tun­gen?), der Wecker stau­big, die Hei­zung blub­bernd, die Bett­decke dünn, der Dusch­kopf ver­kalkt. Im Flur vor dem Zim­mer und auch im Stock­werk dar­un­ter hängt ab­strak­te Kunst in Öl an den Wän­den, kein ein­zi­ges Bild rich­tig her­um, bei al­len (!) steht die gut les­ba­re Si­gna­tur des Künst­lers ent­we­der auf dem Kopf oder auf die Sei­te ge­kippt. Der Früh­stücks­raum ist eng wie ei­ne U‑Bahn, ent­spre­chend nah sitzt man/frau sich auf der Pel­le. Ge­samt­ur­teil: Na ja.

Aber das al­les kann mich nicht wirk­lich mehr be­rüh­ren: Zum ei­nen bin ich in sol­chen Din­gen eher an­spruchs­los und pfle­ge­leicht (ha­be auch schon Frag­wür­di­ge­res er­lebt), zum an­de­ren mar­kiert das Er­leb­nis das En­de ei­ner per­sön­li­chen Epo­che. Nach ei­nem sechs­tä­gi­gen Se­mi­nar geht mei­ne be­ruf­li­che Zwit­ter­exi­stenz (halb Trai­ner, halb Bil­dungs­pla­ner) heu­te re­la­tiv un­spek­ta­ku­lär zu En­de: Ich wer­de um 15:36 Uhr in den Zug Rich­tung Hei­mat sprin­gen und dann gut drei Stun­den Zeit ha­ben, mei­ne Jah­re als Wis­sens- und Kön­nens-Ver­mitt­ler Re­vue pas­sie­ren zu las­sen... Zu­künf­tig wer­de ich wohl aus­schließ­lich als Pla­ner tä­tig sein und da­für sor­gen, daß Trai­ner, Teil­neh­me­rIn­nen, Fahr­zeu­ge, Schu­lungs­un­ter­la­gen usw. zur vor­ge­se­he­nen Zeit am vor­ge­se­he­nen Ort ir­gend­wo in Deutsch­land zu­sam­men­kom­men.

Ich hän­ge das Trai­ner-Da­sein mit ei­nem wei­nen­den und ei­nem la­chen­den Au­ge an den Na­gel: Ei­ner­seits ist das Ver­mit­teln von Fä­hig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten ei­ne äu­ßerst be­frie­di­gen­de Tä­tig­keit (so­fern sich die Se­mi­nar-Teil­neh­me­rIn­nen halb­wegs in­ter­es­siert zei­gen und/oder mo­ti­vier­bar sind), an­de­rer­seits ha­de­re ich schon seit län­ge­rem mit den Rah­men­be­din­gun­gen des Jobs. Vor al­lem ist es die Her­um­rei­se­rei, die nur de­nen als at­trak­tiv er­scheint, die die Pra­xis nicht aus ei­ge­ner An­schau­ung ken­nen...

Ein Wo­chen-Se­mi­nar be­ginnt für den Trai­ner in (m)einem bun­des­weit (neu­er­dings auch zu­neh­mend in­ter­na­tio­nal) tä­ti­gen Un­te­neh­men meist mit ei­ner Vor­an­rei­se am Sonn­tag (oh­ne Über­stun­den, oh­ne zu­sätz­li­che Be­zah­lung) und en­det eben­so oft am spä­ten Frei­tag Abend. Zwi­schen­drin sieht man a) Ver­kehrs­mit­tel (in mei­nem Fall Zü­ge und Ta­xis), b) Schu­lungs­räu­me und c) Ho­tel­zim­mer von in­nen. Des Abends kann man Fuß­gän­ger­zo­nen be­sich­ti­gen, de­ren ge­sichts­lo­se Kom­merz-Mei­len in je­der Stadt weit­ge­hend iden­tisch sind. Mu­se­en ha­ben über­wie­gend schon ge­schlos­sen. Nach ei­nem Tag in­ten­si­ver Ar­beit mit Men­schen (was auch die Stim­me recht be­an­spru­chen kann) ist mir sel­ten nach Ge­sell­schaft zu­mu­te, da will ich eher mei­ne Ru­he. Jetzt im Win­ter blei­be ich im aus­wär­ti­gen Trai­nings­zen­trum am Rech­ner hocken und pfle­ge Home­page und Web­log, aber es macht schon ei­nen Un­ter­schied, ob man sich die Rah­men­be­din­gun­gen des Fei­er­abends sel­ber set­zen kann oder halt zu­se­hen muß, die fern der Hei­mat ver­brach­te Frei­zeit halb­wegs sinn­voll zu nut­zen. Mir je­den­falls ist die hei­mi­sche Couch lie­ber als je­des Ho­tel­bett!

Der Pla­ner­tä­tig­keit geht der Glanz des Thea­tra­li­schen und des in­di­vi­du­el­len Stils weit­ge­hend ab, und auch wenn ich in­ter­es­san­te The­men und In­hal­te be­pla­ne und als Mit­ar­bei­ter des »Res­sour­cen-Ma­nage­ments« ei­ne wich­ti­ge Auf­ga­be er­fül­le, so ist das auf mei­ner Ebe­ne na­tür­lich ei­ne ziem­lich ab­stra­hier­te Tä­tig­keit, zu de­ren Aus­übung ich den über­wie­gen­den Teil der Ar­beits­zeit auf den Bild­schirm glot­ze, bun­te Käst­chen in Ta­bel­len ver­schie­be, Bu­chungs­mas­ken be­die­ne und Kun­den-An­fra­gen be­ant­wor­te.

Der ganz gro­ße Plus­punkt (ne­ben dem gu­ten und sehr kol­le­gia­len Be­triebs­kli­ma) liegt für mich im Um­stand, zwi­schen mei­nem Bü­ro in Nürn­berg und mei­ner Woh­nung in Fürth nur gan­ze sechs Re­gio­nal-Ex­press-Fahr­mi­nu­ten zu wis­sen. Im Re­gel­fall brau­che ich vom Bü­ro­stuhl bis auf das schon er­wähn­te Lieb­lings­so­fa ge­ra­de mal 20 Mi­nu­ten. Ein­ge­denk der Tat­sa­che, daß die un­mit­tel­ba­ren Kol­le­gen um mich her­um je­den Tag aus Augs­burg oder Karl­stadt (Main) her­ein­pen­deln (und abends wie­der zu­rück), kann ich mich da­mit als pri­vi­le­giert und glück­lich schät­zen!

Die Tä­tig­keit in der Nä­he des hei­mi­schen Her­des er­laubt zu­dem die Teil­nah­me an lo­ka­len Events und das Tref­fen mit Nach­barn und Freun­den, was man ja »auf Ach­se« not­ge­drun­gen ent­beh­ren muß. Von da­her bin ich’s zu­frie­den, und ge­le­gent­li­che Dienst­rei­sen zu bun­des­wei­ten Kon­fe­ren­zen etc. wer­den mir hin und wie­der ei­ne will­kom­me­ne Ab­wechs­lung sein...

So, und nun auf und frisch ge­star­tet in den letz­ten Trai­nings-Tag!

Samstag, 12. November 2005

Rad-lo­sig­keit...

Frü­her wur­de ei­nem zu­wei­len die Luft­pum­pe vom Fahr­rad ge­klaut, heut­zu­ta­ge eher der gan­ze Draht­esel bis auf das an­ge­lein­te Vor­der­rad: Schnell­spann­ver­schlüs­se sind eben auch für bö­se Bu­ben ei­ne fei­ne Sa­che!

angekettetes Fahrrad-Vorderrad

Fri­scher Wind und bun­tes Herbst­laub decken den un­ge­sühn­ten Fre­vel bald gnä­dig zu:

angekettetes Fahrrad-Vorderrad

Schein­bar weiß der recht­mä­ßi­ge Be­sit­zer mit dem trau­ri­gen Rest nichts mehr an­zu­fan­gen. Als flot­tes Ein­rad wä­re er aber viel­leicht rasch wie­der ein­satz­klar zu ma­chen?

Sonntag, 6. November 2005

(M)ein Wort zum Sonn­tag...

Zitat Lothar Schmidt

Ge­se­hen in ei­nem Ber­li­ner Schau­fen­ster im April 2002. Zi­tat nebst hand­schrift­li­cher Er­gän­zung von un­be­kann­ter Hand soll­te man die­ser Ta­ge viel­leicht vor dem Ab­ge­ord­ne­ten-Ein­gang des Reichs­ta­ges an­brin­gen, den Gro­ßen Ko­ali­tio­nä­rIn­nen zur Mah­nung... Auf daß wir bald ei­ne hand­lungs­fä­hi­ge und hand­lungs­wil­li­ge Re­gie­rung be­kom­men!

P.S.: Mit dem Reichs­tag mei­ne ich na­tür­lich das Ge­bäu­de, in wel­chem der Bun­des­tag tagt (oder nach­tet). Mir ist der Un­ter­schied sehr wohl be­wußt...

Mittwoch, 2. November 2005

Neu­lich, im Chi­na-La­den

Ingwer-Preissschild

Nach­trag: Als ich die­ses net­te Preis­schild sah und schmun­zeln muß­te, glaub­te ich, mit dem Her­zei­gen hier ei­nen harm­lo­sen Scherz zu ma­chen, der kei­nes­falls zu La­sten ei­ner Lands­mann­schaft geht. Al­ler­dings muß­te ich zu mei­ner Be­stür­zung fest­stel­len, daß sich ein ame­ri­ka­ni­scher Freund chi­ne­si­scher Ab­stam­mung da­von zu­tiefst be­lei­digt fühl­te. Da­her möch­te ich hier in al­ler Deut­lich­keit klar­stel­len:

Die Ver­öf­fent­li­chung des obi­gen Bil­des fällt für mich in die glei­che Ka­te­go­rie, wie harm­lo­se Witz­chen über den schwä­bi­schen, säch­si­schen, baye­ri­schen oder eben auch den ei­ge­nen, frän­ki­schen Dia­lekt zu rei­ßen. In kei­ner Wei­se soll da­mit ei­ne eth­ni­sche Min­der­heit bloß­ge­stellt oder der Lä­cher­lich­keit preis­ge­ge­ben wer­den! Und es steht wohl au­ßer Zwei­fel, daß sich an­ders­her­um un­ser­ei­ner im fer­nen Chi­na noch er­heb­lich hilf­lo­ser an­stel­len wür­de... Es ist in der Tat be­wun­derns­wert, wie sich flei­ßi­ge Mit­bür­ger fern­öst­li­cher Her­kunft hier in un­se­rer für sie völ­lig an­ders­ar­ti­gen Kul­tur zu be­haup­ten wis­sen: Hut ab!

Frei­lich sind wir Men­schen nun mal al­le ver­schie­den, und sich auf gut­mü­ti­ge Wei­se über des je­weils an­de­ren Ei­gen­hei­ten zu amü­sie­ren soll­te un­ter Freun­den er­laubt sein: Es stärkt mei­ner Mei­nung nach so­gar die ge­gen­sei­ti­ge Wertschätzung!In die­sem Sin­ne bit­te ich mei­nen Bild­bei­trag als au­gen­zwin­kern­den Jux zu be­grei­fen und nicht als bös­wil­li­gen Spott miß­zu­ver­ste­hen... Dan­ke.

Sonntag, 23. Oktober 2005

Wenn ich was zu sa­gen hät­te...

In jun­gen Jah­ren war ich ein glü­hen­der Geg­ner der To­des­stra­fe, heu­te wür­de ich in alt­te­sta­men­ta­ri­scher Art und Wei­se am lieb­sten je­den Um­welt­frev­ler, der sei­nen Müll in die Ge­gend schmeißt, ei­gen­hän­dig er­trän­ken! Je­den­falls ab 100 g auf­wärts. Ba­na­nen­scha­len lie­ße ich ich durch­ge­hen, bei Zi­ga­ret­ten­schach­teln und PET-Fla­schen wür­de ich groß­zü­gig auf nur vier Jah­re Ar­beits­la­ger er­ken­nen... Oder mei­net­hal­ben auf drei, man ist ja kein Un­mensch.

Wilde Müllablagerung

Ich ka­pie­re nicht, wie sich ei­ne of­fen­bar ste­tig wach­sen­de Zahl von Af­fen Men­schen (von »Mit­bür­gern« mag ich hier nicht spre­chen) oh­ne je­den Skru­pel des ei­ge­nen Zi­vi­li­sa­ti­ons­schrotts zu un­ser al­ler Fü­ßen ent­le­di­gen kann: Haupt­sa­che, weg und aus den Au­gen, aus dem Sinn. Ver­gif­tung von Bo­den und Grund­was­ser? Mir doch egal. Ver­let­zungs­ge­fahr? Wurscht. Äs­the­ti­sche Ver­schan­de­lung? Hä?

Ab­so­lut aso­zi­al! Mein gna­den­lo­ses Ver­dikt: Wer als Er­wach­se­ner un­se­re Um­welt vor­sätz­lich als Müll­hal­de be­han­delt, ge­hört sel­ber »ent­sorgt«...

Dienstag, 18. Oktober 2005

Hirn­zer­set­zung

Neu­lich in der Stadt wur­den wir Zeu­gen, wie ein win­zi­ger Er­den­wurm aus sei­nem Kin­der­wa­gen her­aus die­sen idio­ti­schen Spon­geb­ob (Schwamm­kopf) auf ei­nem Po­ster ent­deck­te und laut­hals be­grüß­te, sehr zur Freu­de sei­ner El­tern üb­ri­gens. Uns hat die Sze­ne eher be­frem­det: Den Schutz­pa­tron der Schwach­köp­fe zu er­ken­nen und an­zu­him­meln, be­vor man (bzw. Kind) ei­ne To­ma­te von ei­nem Ap­fel un­ter­schei­den kann, sagt ei­ni­ges über die eher re­du­zier­ten Wert­vor­stel­lun­gen un­se­rer Zeit aus... Oder se­he ich das in mei­nem la­ten­ten Hang zum Kul­tur­pes­si­mis­mus zu ne­ga­tiv?

P.S. Mein (an sich durch­aus vor­han­de­ner) Grund-Op­ti­mis­mus lei­det der­zeit auch hin­sicht­lich mei­nes mo­nat­li­chen Rät­sels: An der Preis­fra­ge vom 1. Ok­to­ber 2005 hat sich bis da­to noch nie­mand ver­sucht, nicht ein­mal fal­sche Ant­wor­ten sind bis­her ein­ge­gan­gen! Le­sen denn hier kei­ne Ein­hei­mi­schen mit? In mei­ner Ver­wun­de­rung ge­be ich aus­nahms­wei­se ei­nen sach­dien­li­chen Hin­weis: Die ge­such­te Stel­le ist in der nä­he­ren Um­ge­bung des Für­ther Rat­hau­ses zu fin­den... Jetzt aber los!

« Vorherige Seite Nächste Seite »