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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Donnerstag, 27. August 2009

Drei Län­der, zwölf Ta­ge und 1400 Ki­lo­me­ter (6)

Öster­reich ist ein sehr be­schau­li­ches, ja nach­ge­ra­de idyl­li­sches Land von gro­ßer land­schaft­li­cher Schön­heit: Vie­ler­orts do­mi­niert der stil­le Zau­ber der Na­tur über die Be­gleit­erschei­nun­gen der Be­sie­de­lung (resp. Be­su­de­lung) durch den Men­schen. Da­mit das auch wei­ter­hin so bleibt, wer­den die in gro­ßer Zahl ein­strö­men­den Be­su­cher aus al­ler Her­ren Län­der in spe­zi­el­len Tou­ri­sten­ge­he­gen kon­zen­triert ge­sam­melt und si­cher auf­be­wahrt. Wenn man den Frem­den ‑so die da­hin­ter­ste­hen­de Über­le­gung- auf kom­pak­tem Rau­me al­les bie­tet, was sie su­chen und zu fin­den hof­fen, dann ver­scho­nen sie das üb­ri­ge Land mit ih­ren dicken, stin­ken­den Au­tos und ih­ren zu­wei­len auch recht frag­wür­di­gen Um­gangs­for­men...

Ein sol­ches grenz­na­hes Auf­fang­la­ger ist Salz­burg, in wel­ches wir ‑von Nor­den her über Frei­las­sing kom­mend- am frü­hen Mor­gen ein­fie­len. Wie stets in sol­chen Fäl­len lie­ßen wir den Ein­satz­wa­gen in ei­ni­ger Ent­fer­nung vom Zen­trum in ei­ner Wohn­stra­ße ste­hen, um uns per pe­des die Stadt zu er­wan­dern. Dies er­wies sich bald als klu­ger Schach­zug, denn die In­nen­stadt ent­pupp­te sich als rap­pel­vol­ler Schmelz­tie­gel der Na­tio­nen, in dem das Fin­den ei­nes Park­plat­zes (ei­nes ko­sten­lo­sen zu­mal) ein Ding der Un­mög­lich­keit ge­we­sen wä­re!

Reiseführer und Stadtpläne in babylonischer Sprachenvielfalt

An­hand zahl­lo­ser Schlös­ser, Pa­lä­ste und Stadt­vil­len wird dem stau­nen­den Gast aus der Frem­de ex­em­pla­risch vor­ge­führt, was man hier schon zu k.u.k.-Zeiten an ar­chi­tek­to­ni­schen Glanz­lei­stun­gen mit spie­le­ri­scher Leich­tig­keit her­vor­zu­brin­gen ver­moch­te. Rund um die pom­pö­sen Bau­ten lie­gen oft be­mer­kens­wert ge­pfleg­te Park­an­la­gen und Gär­ten: In ho­her Blü­te (!) steht bis heu­te die heh­re Gar­ten­bau­kunst, und al­ler­or­ten hat be­stens ge­schul­tes Fach­per­so­nal ein Au­ge dar­auf, daß die flo­ra­len Ar­ran­ge­ments un­ter dem Be­su­cher­an­strom kei­nen blei­ben­den Scha­den neh­men:

botanisches Einsatzkommando am Schloß Mirabell

Ja, ih­ren gi­gan­ti­schen The­me Park ha­ben die Salz­bur­ger im Griff! Wun­der­li­cher­wei­se läuft der Be­trieb trotz all’ der Leu­te rei­bungs­los und ef­fi­zi­ent, und Aus­wüch­se von Agres­si­on fin­det man al­len­falls bei in Stein ge­haue­nen Ge­stal­ten aus vor­ge­schicht­lich my­tho­lo­gi­schen Zei­ten:

Figurengruppe im Park von Schloß Mirabell

Für Be­su­cher aus au­ßer­eu­ro­päi­schen Ge­fil­den muß das al­les von un­er­hör­ter Exo­tik sein. Was Wun­der al­so, wenn freund­li­che Asia­ten al­ler Al­ters­klas­sen ih­re Ka­me­ras gar nicht mehr aus der Hand le­gen: Oh­ne un­wi­der­leg­ba­re Bild­be­wei­se wür­de man ih­nen da­heim die Schil­de­run­gen aus fe­lix Au­stria ver­mut­lich gar nicht glau­ben und als heil­los über­trie­ben ab­tun!

ein asiatischer Knabe beim Knipsen

In­des, die Wun­der Salz­burgs sämt­lich ab­zu­lich­ten wür­de auch den aus­dau­ernd­sten Fo­to­gra­fen über­for­dern: Nicht um­sonst steht die Alt­stadt auf der Welt­kul­tur­er­be-Li­ste der UNESCO! Der Chro­nist ge­steht frei­lich ein, nach kur­zem, ziel­lo­sen Trei­ben durch die bun­ten La­den­gas­sen erst den Dom und dann di­ver­se Kunst­aus­stel­lun­gen in qua­si­öf­fent­li­chen Ge­bäu­den be­sich­tigt zu ha­ben, um er­stens den Men­schen­mas­sen und spä­ter dann auch dem ein­set­zen­den Re­gen zu ent­flie­hen. Wo Kunst dar­ge­bo­ten wird ‑mo­der­ne zu­mal- da lich­ten sich die Rei­hen schnell, und es wird ei­nem man­che Über­ra­schung zu­teil. Be­son­ders reiz­voll fällt der Kon­trast aus, wenn zeit­ge­nös­si­sche Wer­ke der Bil­den­den Kunst im Kon­text hi­sto­ri­scher Prunk­räu­me zu se­hen sind:

reich verzierte Gewölbedecke

Doch ir­gend­wann hat man ge­nug ge­se­hen und will wie­der nach drau­ßen. Dort frei­lich reg­ne­te es noch im­mer. Das er­wies sich aber un­ver­hofft als glück­li­che Fü­gung, denn beim un­be­schirm­ten Spurt durch die schma­len Gas­sen sa­hen wir plötz­lich, wie un­ter schüt­zen­den Mar­ki­sen die viel­be­sun­ge­ne Spe­zia­li­tät der Stadt ser­viert wur­de: Salz­bur­ger Nockerl ! Al­so nichts wie hin­ein in die gast­li­che Stät­te und ei­ne Por­ti­on für zwei in Auf­trag ge­ge­ben. Die lecke­re Süß­spei­se wird stets frisch zu­be­rei­tet und kam ge­ra­de zur rech­ten Zeit, be­vor die Vor­freu­de in War­te­frust um­schlug...

Salzburger Nockerl, gemundet habend

Wie man sieht, war des zonebattler’s Hun­ger grö­ßer als sein Drang zur bild­li­chen Do­ku­men­ta­ti­on. Im­mer­hin ist er­kenn­bar, daß es vor­treff­lich ge­mun­det hat­te! [1]

Nach dem Es­sen war der Dau­er­re­gen noch nicht ganz vor­bei, aber doch auf ein ei­ni­ger­ma­ßen er­träg­li­ches Maß zu­rück­ge­gan­gen. Lei­der fand ich rund um die Gold­gas­se das mir aus fer­nen Kind­heits­ta­gen er­in­ner­li­che »Gol­de­ne Dachl« nicht wie­der, aber das war vor al­lem dem spä­ter nach­re­cher­chier­ten Um­stand ge­schul­det, daß die­ses seit je­her in Inns­bruck be­reit­ge­hal­ten wird. Tja.

Ein städ­ti­scher Bus brach­te uns schließ­lich wie­der hin­auf nach Lie­fe­ring, wo un­ser bra­ves Ve­hi­kel ge­dul­dig auf uns ge­war­tet hat­te. Nach ei­nem kur­zen Tank­stopp ging es dann wie­der zu­rück nach Bay­ern mit Kurs Bad Rei­chen­hall, wo­von in der näch­sten Fol­ge zu be­rich­ten sein wird...

 
[1] Die rie­sig er­schei­nen­den Nockerl sind zwar letzt­lich sät­ti­gend, aber doch im We­sent­li­chen aus hei­ßer Luft be­stehend. Das macht die ge­zucker­ten Ber­ge aus Ei­schaum be­zwing­bar...

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Samstag, 22. August 2009

Drei Län­der, zwölf Ta­ge und 1400 Ki­lo­me­ter (3)

Das Über­que­ren ei­ner Staats­gren­ze (zu­mal ei­ner sol­chen zu ei­nem ehe­ma­li­gen »Ostblock«-Land) ist für den zone­batt­ler im­mer wie­der span­nend und stets von ei­ner ge­wis­sen Auf­re­gung be­glei­tet, auch wenn sich Tsche­chi­en heut­zu­ta­ge auf den er­sten Blick kaum an­ders prä­sen­tiert als sein gro­ßer ger­ma­ni­scher Nach­bar: Die Bäu­me sind ge­nau­so grün, die Stra­ßen nicht we­ni­ger gut in Schuß und die Su­per­märk­te tra­gen die glei­chen Na­men wie die hei­mi­schen. [1]

Um das be­son­ders Exo­ti­sche zu fin­den, muß man mitt­ler­wei­le al­so schon et­was ge­nau­er hin­schau­en. Dann frei­lich er­späht das Au­ge des stau­nen­den Be­trach­ters so man­ches, was ihm in hei­mi­schen Ge­fil­den noch nie be­geg­net ist, bei­spiels­wei­se Bäu­me mit über­aus bi­zar­ren Frucht­ge­bil­den dran:

merkwürdige Früchte an einem Baum in Domažlice

Bo­ta­ni­ke­rIn­nen in der Le­ser­schaft sei­en hier­mit herz­lich er­mun­tert, zur Iden­ti­fi­ka­ti­on je­nes ei­gen­ar­ti­gen Ge­wäch­ses bei­zu­tra­gen: Han­delt es sich da­bei um ei­ne von weiß­be­kit­tel­ten Wis­sen­schaft­lern zu Zei­ten des Kal­ten Krie­ges her­an­ge­züch­te­te Mu­ta­ti­on zu Nutz’ und From­men des so­zia­li­sti­schen Freun­des und zum Scha­den des ka­pi­ta­li­stisch-im­pe­ria­li­sti­schen Fein­des? Oder ist es schlicht ei­ne son­der­ba­re Spe­zi­es aus sub­tro­pi­schen Ge­fil­den, wei­land von ei­nem k.u.k. Land­ver­mes­ser ein­ge­führt und dank des Kli­ma­wan­dels in­zwi­schen auch in un­se­ren Brei­ten präch­tig ge­dei­hend?

Im west­böh­mi­schen Städt­chen Do­maž­li­ce blüht und flo­riert es aber auch sonst an al­len Ecken und En­den! Wie fern mu­tet die Dis­kus­si­on um ei­ne Shop­ping Mall in Fürth an, wenn man so ei­nen pit­to­res­ken Markt­platz sieht, der beid­sei­tig von al­ten Häu­ser­zei­len flan­kiert ist, de­ren durch­ge­hen­de Ar­ka­den wie­der­um mit herr­li­chen Rund­bö­gen bei je­dem Wet­ter zum Fla­nie­ren und ent­spann­ten Ein­kau­fen ein­la­den:

Der Marktplatz von Domažlice

Tritt man in ei­nes der präch­ti­gen Grün­der­zeit-Ge­bäu­de ein (des­sen Haus­weg­wei­ser man als Sprach­un­kun­di­ger al­len­falls va­ge zu in­ter­pre­tie­ren in der La­ge ist), dann stößt man nicht sel­ten schon im Trep­pen­haus auf fein re­stau­rier­te Pracht und ei­ne ge­die­ge­ne At­mo­sphä­re, die ein mo­der­ner Zweck­bau nie und nim­mer zu er­zeu­gen in der La­ge wä­re:

im Treppenhaus eines großen Ämter- und Instituts-Gebäudes von Domažlice

Auch drau­ßen vor der Pfor­te läuft das Le­ben zwar ge­schäf­tig, aber eher un­auf­ge­regt ab: Man schlen­dert durch die be­leb­ten Ar­ka­den, wirft hier und und da ei­nen Blick in die sich meist in er­staun­li­che Tie­fen er­strecken­den Ge­schäf­te und ist mit sich und der Welt rund­um zu­frie­den...

In­zwi­schen ist es dar­über Mit­tag ge­wor­den, und al­ler­or­ten be­gin­nen die Tou­ri­sten und die Ein­hei­mi­schen, sich zum ge­pfleg­ten Mah­le nie­der­zu­las­sen. In al­len Ecken und Ni­schen wer­den tra­di­tio­nel­le Böh­mi­sche Knö­del ser­viert und mit gu­tem Ap­pe­tit von der hun­gir­gen Kund­schaft ver­zehrt:

speisende Restaurantgäste zwischen Straße (links) und Arkadengang (rechts)

Da woll­te und konn­te un­ser­eins nicht ab­seits ste­hen und tat des­glei­chen... [2] Nach dem Ge­knö­del noch ei­nen krö­nen­den Pa­la­tschin­ken mit Eis und Sah­ne ver­spach­telt und ab­schlie­ßend die Wam­pe prü­fend be­ta­stet: paßt scho! Die Fahrt ging her­nach durch ab­wechs­lungs­rei­che Land­schaft wei­ter bis nach Kla­to­vy, in des­sen gran­dio­ser Alt­stadt die Kirch­tür­me kaum an den Fin­gern zwei­er Hän­de ab­zu­zäh­len sind. An zahl­lo­sen Stel­len wird das stol­ze Stadt­bild flei­ßig auf­po­liert, und über­all wer­den mit Lie­be zum De­tail Mau­rer­kel­len oder Ma­ler­pin­sel ge­schwun­gen...

Restauration einer Hausfassade in Klatovy

Doch so span­nend Stadt­rund­gän­ge auch sein kön­nen, uns in­ter­es­sie­ren ja vor al­lem im­mer die eher un­be­kann­ten Zu­falls­fun­de ab­seits der tou­ri­stisch aus­ge­tre­ten Pfa­de. Wie zum Bei­spiel je­nes trau­rig her­un­ter­ge­kom­me­nes Schloß im na­hen Týnec, des­sen ein­sti­ge Pracht aber glück­li­cher­wei­se noch er­ahn­bar ist:

verfallendes Schloß in Týnec südwestlich von Klatovy

Ei­ne Hand­voll Ar­bei­ter im­mer­hin schien in dem aus­la­den­den Ge­mäu­er kon­ser­vie­rend tä­tig zu sein. Die Ar­beit dort wird ih­nen bis zum Er­rei­chen des Ru­he­stan­des (oder bis zum En­de des ver­füg­ba­ren Re­stau­rie­rungs-Bud­gets, whi­che­ver co­mes first) si­cher­lich nicht aus­ge­hen...

Wei­ter ging es mit Kurs Rich­tung Sü­den, bis wir das lie­bens­wer­te Nach­bar­land am Abend bei Baye­risch Ei­sen­stein [3] vor­erst wie­der ver­lie­ßen. Wäh­rend sei­ne bei­den In­sas­sen den fe­sten Vor­satz faß­ten, das ei­ne oder an­de­re Wo­chen­en­de nach dem Ur­laub zu wei­te­ren Stipp­vi­si­ten ins gar-nicht-so-fer­ne Tsche­chi­en nut­zen zu wol­len, blub­ber­te un­ser bra­ver Mi­ni­bus mit der vol­len Kraft sei­ner drei klei­nen Zy­lin­der wie­der nach Deutsch­land hin­ein. Was ihn und uns dort er­war­te­te, wird Ge­gen­stand der näch­sten Fol­ge sein!

 
[1] Das Ben­zin ist dort frei­lich bil­li­ger, Sü­ßig­kei­ten her­ber, die Lo­ko­mo­ti­ven bun­ter und die Frau­en auf­rei­zen­der, da­für tra­gen arg vie­le Buch­sta­ben zun­gen­bre­che­ri­sche Hüt­chen, Win­kel und Ak­zen­te: Es hat halt al­les sei­nen Preis...

[2] Im von uns ge­wähl­ten Lo­kal war das Fleisch lei­der eher zäh ge­ra­ten, aber So­ße und Knö­del haben’s letzt­lich ‘raus­ge­ris­sen. Der an­schlie­ßen­de Beu­te­zug im na­hen Su­per­markt (über­aus preis­wer­te Knö­del-Mi­schun­gen so­wie Ob­la­ten und Waf­feln der von Ken­nern sehr ge­schätz­ten Mar­ke »Ko­loná­da«) ver­spricht im­mer­hin die spä­te­re Fort­set­zung bö­mi­scher Gau­men­freu­den un­ter den kon­trol­lier­ten Rah­men­be­din­gun­gen der ei­ge­nen Haus­hal­tung.

[3] Höchst ku­ri­os und be­su­chens­wert ist der dor­ti­ge Bahn­hof: Die Staats­gren­ze geht mit­ten durch das hi­sto­ri­sche Emp­fangs­ge­bäu­de, wel­ches auf der ei­nen Sei­te von der DB, auf der an­de­ren aber von der tsche­chi­schen Staats­bahn CD be­trie­ben wird: Deut­scher­seits steht »Baye­risch Ei­sen­stein« auf den Bahn­steig­schil­dern, jen­seits der De­mar­ka­ti­ons­li­nie hin­ge­gen »Že­lez­ná Ru­da«. Auch Bahn­steig­be­lag, Si­gnal­tech­nik etc. än­dern sich von ei­nem Schritt zum näch­sten. Sehr skur­ril!

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Sonntag, 28. Juni 2009

Aus­ge­lau­fen

Plastikbecher am Rande der Route des heutigen Fürth-Marathons
Dienstag, 16. Juni 2009

Früh übt sich...

...was der­ma­l­einst ein frän­ki­scher Kirsch­baum wer­den will:

junger Kirschbaum, schwer an seinen Früchten tragend

Ge­ern­tet und ge­nascht ha­ben wir na­tür­lich bei den äl­te­ren Se­me­stern...

Samstag, 30. Mai 2009

Saug’ den Ti­ger in die Wam­pe

In des zonebattler’s längst ver­gan­ge­nen Ju­gend­jah­ren emp­fahl der Mi­ne­ral­öl­kon­zern ESSO sei­nen Kun­den, nach Mög­lich­keit »den Ti­ger in den Tank« zu packen und un­ter­strich die­se küh­ne Auf­for­de­rung durch das Ver­tei­len al­ler­lei ge­streif­ter Gebhin­forts. [1] Ver­mut­lich soll­te die ed­le Groß­kat­ze Kraft und Ge­schmei­dig­keit sym­bo­li­sie­ren und in­si­nu­ie­ren, ih­re co­mic-haft sti­li­sier­te Mas­kott­chen-In­kar­na­ti­on dar­über­hin­aus wohl auch Pfif­fig­keit und Schläue, Ei­gen­schaf­ten al­so, mit der sich der zapf­hahn­su­chen­de Au­to­mo­bi­list im In­ter­es­se der Mar­ken­bin­dung iden­ti­fi­zie­ren soll­te (und nicht sel­ten von sich aus woll­te). [2]

Nun ist der Mensch als sol­cher schon man­gels na­tür­lich ge­wach­se­ner Rä­der kein Fahr­zeug im en­ge­ren Sin­ne, ein Au­to­mo­bil im Sin­ne von »selbst­be­weg­lich« ist er frei­lich al­le­mal. Ge­le­gent­lich be­tankt wer­den muß der ho­mo sa­pi­ens eben­falls, ger­ne mit raf­fi­nier­ten Be­triebs­stof­fen, wenn auch nicht un­be­dingt mit Mi­ne­ral­ölen. Aber im­mer­hin scheint es für die Le­bens­mit­tel­in­du­strie ge­nug Ge­mein­sam­kei­ten zwi­schen Ma­schi­ne und Mensch zu ge­ben, um auch letz­te­rem den Ti­ger in den Tank (sprich Ma­gen) ein­flö­ßen zu wol­len, und zwar in Form sehr en­er­gie­hal­ti­ger Ka­kao-Ge­trän­ke.

Wo­mit wir end­lich beim heu­ti­gen The­ma wä­ren: Ist ‑au­ßer mir- schon mal je­man­dem auf­ge­fal­len, daß auf den (meist her­stel­ler­über­grei­fend knall­gelb ge­färb­ten) Ka­kao-Milch­mix­ge­trän­ke­pul­ver­ver­kaufs­ver­packun­gen bei zahl­rei­chen Fa­bri­ka­ten ein car­too­ni­sier­ter Ti­ger den Wer­be- und Sym­pa­thie­trä­ger der Mar­ke gibt? Hier ei­ne klei­ne Aus­wahl an ak­tu­el­len Bei­spie­len:

getigerte Milchmixgetränkepulververkaufsverpackungen

Spöt­ter mö­gen ein­wen­den, daß man bei ex­zes­si­vem Ge­nuß von mit der­ar­ti­gem Pul­ver ver­süß­ter Milch (Voll­milch zu­mal) bald we­ni­ger wie ein drah­ti­ger Ti­ger aus­sieht denn wie ei­ne pral­le Gelb­bau­chun­ke, und dem ist in Kennt­nis der in der­lei Trun­ken ent­hal­te­nen Nähr­wer­te we­nig ent­ge­gen­zu­hal­ten. In­des scheint es ei­ne Über­le­gung wert, wo­her wohl die star­ke Af­fi­ni­tät der milch­ver­sü­ßen­den Ka­kao­pul­ver­ab­fül­ler zu ge­streif­ten Raub­kat­zen kommt. Kann ei­nes der hier le­sen­den Lecker­mäu­ler viel­leicht mit ei­ner plau­si­blen Theo­rie da­zu auf­war­ten? [3]

 
[1] Heu­te sa­gen die un­ent­wegt in Fremd­spra­chen dumml­al­len­den Mar­ke­ting­frit­zen na­tür­lich Gi­vea­ways zu so et­was...

[2] Kaum hat­te ich die­sen Satz ge­schrie­ben, rief ich test­hal­ber die ES­SO-Home­page auf und fand den Ti­ger im­mer noch als of­fi­zi­el­les Wap­pen­tier in Amt und Wür­den. Man glau­be mir bit­te, daß ich die oben be­schrie­be­ne As­so­zia­ti­on von »Kraft und Ge­schmei­dig­keit« ei­gen­stän­dig nie­der­schrieb, be­vor ich die­se Pas­sa­ge wort­gleich auf der ES­SO-Web­site wie­der­fand!

[3] Man be­ach­te die eher ge­rin­gen Über­lap­pun­gen der Ver­brei­tungs­ge­bie­te von Ka­kao-Boh­nen und Ti­gern. Letz­te­re er­näh­ren sich zu­dem gern von def­ti­ger Kost und we­ni­ger von Milch­mix­ge­trän­ken...

Montag, 25. Mai 2009

Wie zer­ron­nen, so ge­won­nen

Ein ge­stern zu­sam­men mit Freun­den un­ter­nom­me­ner Fahr­rad-Aus­flug von Fürth in die Gold­schlä­ger­stadt Schwa­bach soll­te nicht nur der Ka­me­rad­schafts­pfle­ge, Ge­müts­er­göt­zung und Ho­ri­zont­er­wei­te­rung die­nen, son­dern durch­aus auch der zonebattler’schen Lei­bes­er­tüch­ti­gung und Form­rück­ge­win­nung. Doch lei­der wur­de der un­strit­tig über­durch­schnitt­li­che Ka­lo­rien­ver­brauch durch ei­ne un­ter dem Strich eben­so über­bor­den­de Ka­lo­rien­zu­fuhr [1] mehr als aus­ge­gli­chen.

Zur Stra­fe und Bu­ße da­her heu­te erst­ma­lig in der Sai­son ins Bü­ro ge­lie­ge­ra­delt. Tat gut und wird jetzt bei pas­sa­blem Wet­ter so lan­ge fort­ge­setzt, bis die Wam­pe wie­der auf­ge­zehrt ist und das Ge­samt­ge­wicht wie­der ei­nen Sie­be­ner in der Zeh­ner­stel­le hat!

 
[1] her­vor­ra­gen­des ita­lie­ni­sches Eis in Stein, mit­ge­führ­ter Pro­vi­ant (Re­ste von der 30-jäh­ri­gen Ab­itur­ju­bi­lä­ums­fei­er am Vor­ta­ge) un­ter­wegs, ge­backe­ner Ca­mem­bert plus Rad­ler­halbe in Schwa­bach, heim­wärts er­neut fei­nes Eis in Stein, abend­li­che Ta­ges­aus­klangs-Piz­za (nebst Rad­ler­halbe) in Fürth, Quark mit fri­schen Erd­bee­ren aus ei­ge­ner Schlach­tung als Bett­hup­ferl. *Burps*.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Vom Kä­se zur Kunst

Als 13-jäh­ri­ge Schü­le­rin hat die jun­ge Für­the­rin Jen­ni­fer Bey­er ja noch ein paar Jah­re hin bis zu ih­rer be­ruf­li­chen Ori­en­tie­rung, ei­ne ta­len­tier­te Künst­le­rin scheint sie mir frei­lich schon heu­te zu sein. Und ei­ne recht ori­gi­nel­le noch da­zu: Als Ma­te­ri­al für ih­re fi­gür­li­chen Pla­sti­ken ver­wen­det sie näm­lich das ro­te Wachs von Mi­ni Ba­by­bel®-Kä­se, den sie of­fen­bar ger­ne (und wohl in be­trächt­li­chen Men­gen) ver­tilgt! Die von Jen­ni ver­edel­ten Klein­kä­se-Um­ver­packun­gen sind hin­ter­her nicht wie­der­zu­er­ken­nen:

von Jenni Beyer aus Babybel-Wachs geformte Figur
 
von Jenni Beyer aus Babybel-Wachs geformte Figur
 
von Jenni Beyer aus Babybel-Wachs geformte Figur
 
von Jenni Beyer aus Babybel-Wachs geformte Figur

In den Kom­men­ta­ren fin­den sich wei­te­re Fo­tos, die ich heu­te nach­mit­tag zu­sam­men mit der krea­ti­ven Kne­te­rin im Gar­ten ih­res El­tern­hau­ses in­sze­niert ha­be. Tre­ten Sie ein in die­ses klei­ne (aber fei­ne) Wachs­fi­gu­ren-Ka­bi­nett!

Mittwoch, 15. April 2009

Haupt­sa­che ge­sund!

zone­batt­ler
(auf sein Abend­essen schau­end) Wit­zig, der Lauch schaut aus wie Rha­bar­ber!

Bes­se­re Hälf­te
(un­ge­rührt) Das mag dar­an lie­gen, daß Dein »Lauch« Sel­le­rie ist.

zone­batt­ler
(löf­felt de­mü­tig sei­ne Sup­pe aus und schweigt stil­le)

Freitag, 10. April 2009

Frän­ki­sche Schweiz

1 Stck. Man­da­ri­nen­ku­chen + 1 Stck. Kä­se­ku­chen + 1 Stck. Bie­nen­stich + 1 gro­ße Tas­se Ka­kao + noch 1 gro­ße Tas­se Ka­kao = EUR 8,50. Fri­sche Luft & Aus­sicht gra­tis.

Samstag, 4. April 2009

Klei­nes Glück

No­tiz an mich selbst: Heu­te er­stes Bal­kon­früh­stück. End­lich!

Dienstag, 17. Februar 2009

Al­les in But­ter?

In der F.A.Z. fin­det sich heu­te ein sehr le­sens- und be­den­kens­wer­ter Ar­ti­kel über die heut­zu­ta­ge weit­ver­brei­te­te Ge­ring­schät­zung von Le­bens­mit­teln. Wie (fast) im­mer lohnt auch die Lek­tü­re der da­zu­ge­hö­ri­gen Kom­men­ta­re...

Samstag, 14. Februar 2009

Bei­trag zur Völ­ker­ver­stän­di­gung

Gehst Du zu Russen, vergiß die Torte nicht...
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