Abgelegt in: Kurioses • 21. Dez. 2021, 14:30 Uhr • 2 Kommentare lesen
Abgelegt in: Spurensuchen • 8. Nov. 2020, 23:00 Uhr • Diskussion eröffnen
Abgelegt in: Kurioses • 1. Dez. 2019, 21:30 Uhr • 4 Kommentare lesen
Abgelegt in: Spurensuchen • 26. Mai 2019, 21:30 Uhr • Diskussion eröffnen
Abgelegt in: Nostalgisches • 24. Jan. 2019, 22:30 Uhr • 2 Kommentare lesen
Abgelegt in: Kurioses • 24. Dez. 2018, 17:15 Uhr • 2 Kommentare lesen
Der zonebattler ist im Zivilberuf einer von knapp 1000 Mitarbeitern von DB Training, Learning & Consulting, dem Bildungsanbieter im Deutsche Bahn-Konzern. Wir sind »Vollsortimenter« und machen alles von Outdoor-Pädagogik für Azubis über Soft Skills für Führungskräfte bis hin zu »harten« Technik-Themen für Blaumänner. Ich selbst sitze in unserem Trainingszentrum Nürnberg und plane dort als Mitarbeiter der Bildungsdisposition (Bereich Fahrzeugtechnik) die Instandhaltertrainings für die ICE-Flotte der DB. Dazu orchestriere ich personelle und dingliche Ressourcen in Raum und Zeit und sorge u.a. dafür, daß Trainer, Teilnehmer, Unterlagen, Tablets etc. zur richtigen Zeit am richtigen Ort zusammenfinden.
Falls jemand in meiner Leserschaft eine Ausbildung und/oder Berufserfahrung im technischen Bereich hat (vorzugsweise als Elektrotechniker oder ‑ingenieur) und eine neue Herausforderung als Vermittler komplexer technischer Zusammenhänge sucht, könnte ich eventuell weiterhelfen: Wir haben ständig Bedarf an Fachtrainern, die einerseits technisch versiert sind, andererseits eine Neigung zur pädagogischen Seite des Jobs haben. Aktuell haben wir mehr altersbedingte Abgänge (Ruhestand) als an neuen Gesichtern nachkommt, was zusehends zum Problem wird, weil sich die Auftragslage gegenläufig entwickelt und schier durch die Decke schießt.
Technisch (Stichwort Digitalisierung) sind wir ziemlich vorne mit dabei, ich verweise hier beispielhaft auf unseren »virtuellen Dachgarten« des ICE 4, siehe
Die Vermittlung hochspezialisierten Wissens und Könnens im Schienenfahrzeug-Sektor ist fraglos interessant, fordernd und abwechslungsreich, man ist zudem weitgehend sein eigener Herr, aber man muß halt auch mit der anderen Seite der Medaille zurechtkommen können, die da heißt Reisetätigkeit. Die Trainings finden wegen des Praxisbezuges an den Standorten der betriebsnahen oder schweren Instandhaltung statt, und die sind – je nach Betreiber der Fahrzeuge und je nach Fakultät – über das Land verteilt und nicht unbedingt in der Nähe des eigenen Wohnortes. Bedeutet in meinem Metier (ICE) konkret München, Frankfurt, Berlin, Hamburg, Köln, gelegentlich auch Krefeld, Dortmund, Leipzig oder Nürnberg. Zwischendrin gibt’s immer wieder mal Zeiträume für Produktpflege (Handbücher aktualisieren, Lernkonzepte anpassen), die man auch daheim zubringen bzw. frei gestalten kann.
In spezifischen Bereichen (z.B. Kältetechnik, Zugsicherungs- und Leittechnik) haben wir ehemalige Rundfunk- und Fernsehtechniker oder Elektriker an Bord, die sich auf ihre Nischenthemen spezialisiert haben. Arbeit gibt’s genug, und als Handlungsreisender in Sachen Bildung hat man Freiheitsgrade, die ein stationärer Mitarbeiter mit Chef im Rücken eher nicht hat.
»Gesetztes Alter« ist übrigens kein Problem: Wir haben einige Ingenieure und andere Fachleute im Team, die erst mit deutlich jenseits der 50 zu uns gefunden haben (und mit ihrem Job zufrieden bis glücklich sind). Pi mal Daumen kann man sagen, daß es beidseitig lohnend ist, wenn einer nach der Einarbeitung (ca. ein Jahr) noch etwa zehn Jahre vor sich hat bis zum Erreichen der Altersgrenze.
Eine offizielle Stellenausschreibung findet sich im Karriere-Portal der DB. Die dort geforderte mehrjährige Erfahrung in der Instandhaltung von Triebfahrzeugen ist kein K.O.-Kriterium!
Achtung: Wer sich bewerben mag, möge mich bitte VORHER kontaktieren, dann kann ich im Rahmen der Aktion »Mitarbeiter werben Mitarbeiter« u. U. eine »Kopf-Prämie« in Höhe von 1.500 EUR kassieren, die ich im Erfolgsfalle selbstverständlich mit dem neuen Kollegen brüderlich teilen würde... Hinterher ist zu spät!
P.S.: Hier noch ein paar keine Einblicke in die Welt des mobilen Geraffels und dessen Instandhaltung:
Die dort bei der Arbeit gezeigten Blaumänner zu schulen ist die Aufgabe unserer »Lernbegleiter« von DB Training. Interessenten melden sich bitte bei mir.
P.S.: Auch wenn ich immer nur männliche Bezeichnungen verwendet habe: Neue KollegINNEN wären uns selbstverständlich ebenso willkommen!
Abgelegt in: Vermischtes • 26. Sep. 2018, 7:00 Uhr • 1 Kommentar lesen
Gleich gegenüber des zonebattler’s Schrebergarten, auf der anderen Seite des Gleisfeldes, hat dieser Tage das hurtig hingeworfene Hotel »niu Saddle« seine Pforten geöffnet. Der depperte Name ist Programm, wie auf der Website erläutert wird: »Saddle steht für die im Mittelalter präsenten Ledersättel und ist eine Anekdote an die Reiterarmee von Karl der Große in Fürth.« Das ist grammatikalisch gleich multipel falsch und auch inhaltlicher Dummfug. Einen Absatz weiter lesen wir, was Fürth zu bieten hat, nämlich eine »idyllische, fränkische Altstadt voller historischer Baudenkmäler aus dem Mittelalter«. Mittelalter, aha. Der/die Texterin ist vermutlich ein(e) junge(r) Hipster(in) mit Klippschul-Abschluß, der/die das eigene Mittelalter noch weit vor sich hat...
Wie ich überhaupt dazu komme, mich dorthin virtuell zu verirren? Weil ich von einer Marketing-Tante eine »Einladung für Euch Blogger, Instagrammer und Meinungsmacher in Franken« erhalten habe. Laut Agenda des »außergewöhnlichen Abends« will man »... das inspirierende Design erleben, das Haus erkunden, in der Living Lobby Cocktails und Speisen genießen und uns intensiv austauschen«. So so.
Ich halte mich nicht für einen Meinungsmacher, aber meine Meinung dazu steht schon fest: Angesichts des zu Erwartenden proste ich doch lieber 100 Meter weiter südlich befreundeten Nachbarn mittleren Alters zu und tausche mich mit denen intensiv über die Frage aus, wo jenes sagenhafte Fürth wohl liegen mag, welches da beschrieben steht!
Abgelegt in: Kurioses • 28. Apr. 2018, 10:55 Uhr • 8 Kommentare lesen
Gestern abend, kurz vor Mitternacht: Der zonebattler geht nochmals raus auf den hinteren Balkon, um das Wetter für die Nacht und den heutigen Tag zu prognostizieren. Der Himmel wirkt einigermaßen klar, nur der Mond funzelt etwas trübe durch einen Dunstschleier hindurch. Eine dunkle Wolke zieht über ihn hinweg...
Aber Moment mal: Bewegt sich der Mond etwa selbst? Der Berichterstatter reibt sich die Augen und guckt nochmal genauer hin: Tatsächlich, der Erdtrabant scheint zu pendeln. Ist das Autosuggestion? Täuschen die sporadisch vorbeiziehenden Wolken eine Bewegung nur vor? Die bessere Hälfte wird herbeigerufen, um das Phänomen mit eigenen Augen zu prüfen und ggf. zu bestätigen.
Und in der Tat, wir sehen beide, daß der »Mond« eine leichte Pendelbewegung ausführt. Der Blick durch das Fernglas trägt nicht zur Aufklärung bei, dazu ist das kleine Ding nicht lichtstark genug. Wir tippen schließlich beide auf einen Ballon.
Heute morgen nun strahlte die Sonne zunächst dermaßen stark aus der gleichen Richtung, daß man sie mit der Hand beschatten mußte, um zu sehen, ob da noch was ist. Und tatsächlich, der »Mond« war als schwarze Silhouette gleich neben der Sonne zu erkennen. Und auch eine weitere Vermutung trifft zu: Die »Wolken« waren nichts anderes als aufgedruckte ALDI-Logos, die durch die Eigenrotation der Ballonhülle scheinbar vorübergezogen waren!
Damit ist alles klar: Unsere nahe ALDI-Filiale feiert nach erfolgtem Umbau ihre Neueröffnung im neuen Look. Der Werbeballon ist groß genug, um als Mond durchgehen zu können, rund genug, um sich nicht unten durch einen Schniepfel samt Seil zu verraten, und reflektierend genug, um durch das Streulicht der nächtlichen Stadt als gleichmäßig illuminiert zu erscheinen. Wieviele Anrufe wegen einer vermeintlichen UFO-Sichtung heute nacht wohl bei der Polizei eingegangen sind?
Abgelegt in: Kurioses • 5. Aug. 2017, 8:30 Uhr • 3 Kommentare lesen
Als Vorstandsmitglied und Schatzmeister von FürthWiki e. V. leert der zonebattler einmal wöchentlich das Postfach des Vereins. Nachdem er es in der letzten Woche aber aus allerlei Gründen nicht geschafft hatte, diesen ehrenamtlichen Dienstgang zu unternehmen, hastete er am Samstag um 13 Uhr zur Fürther Hauptpost, um der selbstauferlegten Pflicht noch rechtzeitig nachzukommen.
Um fünf nach eins erreichte ich die Tür der Schließfacheria und fand diese bereits verschlossen vor. Alles Ruckeln am Türknauf half selbstverständlich nichts. Also raus aus dem Hof, vorne wieder rein in den Schalterraum und der nächst freien Christel von der Post die Situation geschildert: Schließfachanlage am Samstag laut offiziellem Aushang bis 13:30 Uhr geöffnet, Schließfach aber bereits um 13:05 Uhr nicht erreichbar. Und was erzählt mir daraufhin die gelbe Kollegin? Tja, da habe wohl jemand schon die Schaltuhr, welche die Tür automatisch ver- und entriegele, schon auf Sommerzeit umgestellt. Sie bedaure, aber von ihnen vorne am Tresen hätte niemand einen Schlüssel oder Zugang zur Schließfachanlage...
Da weder das Anfauchen noch das Auffressen der Bediensteten die Situation zum Positiven gewendet hätte, trollte sich der vor unterdrückter Wut innerlich kochende Beschwerdeführer und muß dann halt heute Nachmittag erneut zur Fürther Hauptpost trotten in der Hoffnung, nix Relevantes versäumt zu haben. Wird schon nicht wieder ein unangenehmer Anwaltsbrief drin sein, vermutlich sogar gar nix oder nur unerwünschte Reklame. Gleichwohl: ein inakzeptables Unding bleibt der hemdsärmelige Umgang mit der amtlichen Zeit allemal!
Abgelegt in: Alltagsleben • 27. März 2017, 6:18 Uhr • 1 Kommentar lesen
Abgelegt in: Vermischtes • 4. Aug. 2016, 21:16 Uhr • Diskussion eröffnen
Schon am zweiten Tage unseres Aufenthaltes machten wir uns selbdritt auf zu einer kleinen Städtetour in das knapp 50 km südöstlich gelegene Norrköping.[1] Bis in die 1960er Jahre hinein war die Stadt ein Zentrum der Textilindustrie, danach ging es wirtschaftlich steil bergab aufgrund sich wandelnder Konsumgewohnheiten und vor allem wegen der starken Konkurrenz aus fernöstlichen Billiglohnländern. Das Ende der Geschichte kennen wir aus eigener Anschauung, die Baumwollindustrie Erlangen-Bamberg Aktiengesellschaft (ERBA) läßt grüßen...
Immerhin haben sich in Norrköping trotz auch dort vorgekommener Abrißorgien etliche ansehnliche Industriebauten erhalten, die heutzutage verschiedenste Nachnutzung durch Behörden, Startups, Institute und kukturelle Einrichtungen erfahren:
Um dem Verlust von Arbeitsplätzen in der Textilindustrie etwas entgegenzusetzen, wurden Anfang der 1970er Jahre einige staatliche Behörden aus der Hauptstadt Stockholm nach Norrköping verlagert. Der Vergleich mit Fürth, Grundig, Quelle und dem Bayerischen Landesamt für Statistik drängt sich da geradezu auf: Ähnliche Probleme werden halt allerorts mit ähnlichen Methoden bekämpft...
Wo der Abrißbagger in Norrköping Altes vernichtet hat, um Neuem Platz zu schaffen, ist oftmals architektonisch durchaus Vorzeigbares entstanden. Der Kontrast hat seine ästhetischen Reize, wenngleich sich fraglos nur eine dünne Schicht Gutverdiener das Leben im üppig verglasten Stadtloft leisten kann:
Wir schlenderten noch ein Weilchen am Motala ström entlang und durch die sonntäglich ruhige Innenstadt und befanden schlußendlich: Ja, hier ließe es sich wohl leben. Insbesondere dann, wenn einem das platte Land als zu einsam vorkommt und die Metropole Stockholm als zu groß...
Aber mit der Inspizierung Norrköpings war der Tag ja noch nicht annähernd gefüllt: Heiter weiter ging es daher in Richtung Ostseeküste, also erneut nach Südosten. Dabei kamen wir durch einen Ort mit dem denkbar kürzesten Namen, der es allein deshalb schon verdient, hier festgehalten zu werden (Kuriositäten sind ja ein gern gerittenes Steckenpferd des Berichterstatters):
Ja, der Ort heißt wirklich »Å«...[2] Ziel und Wendepunkt unseres Tagesausflugs war indes Tyrislöt, von wo aus man – am Ufer der Schärenmeeres stehend – diverse Schären sehen kann. Hunderte, nein Tausende Inseln säumen die Küsten, bis zum offenen Meer wäre man stundenlang unterwegs. Interessant ist die Erkenntnis, daß sich die nach Abschmelzen der eiszeitlichen Gletscher im Wortsinne »erleichterten« Landmassen auch heute noch – wenn auch langsam – heben (Stichwort: postglaziale Landhebung), was dazu führt, daß neue Inselchen enstehen, bereits vorhandene größer werden und frühere Häfen verlanden.
Leider war weder Zeit noch Gelegenheit, mit einem Postboot durch das steinerne Labyrinth zu schippern, aber das Gesehene war schon eindrucksvoll genug. So machten wir uns also auf den Rückweg und steuerten dabei noch das pittoreske Städtchen Söderköping an. An dessen Nordrand liegt der Göta-Kanal, und in dem wiederum fahren nostalgisch-schöne Passagierschiffe wie die hier exemplarisch festgehaltene »Lindön« herum:
Söderköping gilt als eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte Schwedens. Meiner einer hätte die vielen Holzhäuser aufgrund ihres makellosen Erhaltungszustandes nicht unbedingt bis zurück ins Mittelalter datiert, aber ja, das Städtchen hat Charme!
Überhaupt kam sich der Chronist ständig wie in einer der aus Kindertagen erinnerlichen Fernsehserie schwedischer Provenienz vor. Alles sozusagen ziemlich putzig-pippilangstrumpfig in diesem in multipler Hinsicht mustergültigem Land...[3]
Als wir nach ausgiebiger Besichtigung Söderköpings den Ort verließen und die Heimfahrt antraten, war es schon halb sieben Uhr abends. Ziemlich genau um 19 Uhr machten wir dann noch bei Finspång in einem Supermarkt Station, um uns für die folgenden Tage zu verproviantieren und des Freundes Speisekammer zu füllen.
Das sonntägliche (!) Einkaufserlebnis verdient eine ausführliche Würdigung. Zunächst einmal ist bemerkens- und festhaltenswert, daß auch an Sonntagen und bis in den späten Abend geöffnete Läden in Schweden nichts Besonderes sind, sondern gelebte Normalität. Kein Mensch käme hier auf die Idee, im angeblichen Interesse der Beschäftigten eine allgemeine Sonntagsruhe einzufordern. Uns war es recht, wir schauen uns in fremden Landen immer gerne Supermärkte von innen an, schon wegen der ungewohnten Produktvielfalt und ‑verpackungen. Die erste Überraschung erwartete uns aber bereits im Eingangsbereich des Einkaufzentrums:
Tja, was sind das wohl für eigenartige Gerätschaften, die da ihrer Entnahme durch den Kunden harren? Genau, Scannerpistolen! Mit diesen Dingern kann der Kunde während seines Einkaufsbummels selbst die gewählten Produkte registrieren und ihre Preise aufaddieren lassen, bei automatischer Berücksichtigung aller aktuellen Aktionspreise und Rabatte, versteht sich. Aber hallo!
Unser Freund delektierte sich an unserer Verblüffung, zückte lässig seine Kundenkarte, checkte damit am Automaten-Terminal ein und bekam eine dieser Scanner-Pistolen zugewiesen. Für die griffbereite Aufwahrung der persönlichen Registrierkasse verfügt jeder Einkaufswagen über ein entsprechendes Drahtkörbchen:
Mit dieser Laserkanone bewaffnet, macht sich der Kunde nolens volens zum Komplizen der Betriebswirte, die ihm einen Teil der personalintensiven Arbeit zur Eigenerledigung übertragen. Die dafür gewährten Preisnachlässe und sonstigen Vorteile machen sicherlich nur einen Bruchteil der Personalkosten aus, die man mit der flächendeckenden Einführung solcher Gerätschaften einsparen kann. Von den Möglichkeiten der Aus- und Verwertung der von den Kunden freiwillig, nebenbei und massenhaft gelieferten Daten zum individuellen Konsumverhalten gar nicht zu reden!
Diskussionen über das Pro und Contra sind indes müßig, was wir in Schweden prototypisch beobachten konnten, wird bei uns auch so kommen, und zwar eher über kurz als über lang. Funktioniert hat das Einlesen der Produktdaten selbstverständlich problemlos, und auch das Stornieren bereits registrierter Produkte bei spontaner Umentscheidung war kein Thema. Ein weiteres Faszinosum schwedischer Supermärkte und Discounter (deutschstämmiger inklusive) sind übrigens die ausladenden Angebotswände für süße und salzige Schüttgüter:
Im Nachhinein war es womöglich ein Fehler, diverse lakritzoide Leckerlis zwar in großer Vielfalt probierhalber einzukaufen, aber überwiegend erst nach der Heimkehr nach Deutschland zu verkosten: Da waren dermaßen süchtig machende Exemplare dabei, die wir bei rechtzeitigem Ausprobieren vor Ort kiloweise gebunkert und bis zur Grenze des zulässigen Gepäckgewichtes in die Koffer gestopft hätten.[4]
Mit vollem Einkaufswagen gelangten wir schließlich im Kassenbereich an, den wir ohne zwischenmenschlichen Kontakt verließen, denn selbstedend braucht es weder für (bargeldlose) Zahlung, Pistolenabgabe und Kassenbon-Kontrolle das Zutun irgendwelcher Mitarbeiter(innen). Übrigens auch nicht zur Alterskontrolle, denn Spirituosen mit mehr als 3,5 % Alkoholgehalt bekommt man ohnehin nur in staatlichen Läden (zu deutlich restriktiveren Öffnungszeiten) zu kaufen. Im schwedischen Supermarkt gibt’s weder richtiges Bier noch Wein noch Eierlikör (letzteres zum argen Verdruß des Endesunterfertigten). So, aber nun Kofferaumklappe zu und genug für heute. Bis bald!
[1] Die Endsilbe -köping findet man bei schwedischen Ortsnamen relativ oft. Die Aussprache »-schöpping« deutet schon darauf hin, was damit bezeichnet wird, nämlich eine Marktgemeinde. Sowas gib’s ja bei uns auch, siehe Neumarkt.
[2] ...und ist damit sozusagen das Gegenteil der walisischen Zungenbrecher-Gemeinde Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch.
[3] Am Rande sei vermerkt, daß ich ausgerechnet die Kinderserie »Pippi Langstrumpf« als grauenvoll und zum Fremdschämen peinlich in Erinnerung behalten habe. Meine nunmehr durchaus vorhandene Affiniät zu Schweden existiert also nicht wegen, sondern trotz dieser medialen Kindheits-Remineszenzen...
[4] Schon das allein ist ein hinreichender Grund, spätestens im nächsten Jahr wieder Schweden anzusteuern. Die in den dort erhältlichen Lakritz-Delikatessen erlaubterweise vorhandenen Konzentrationen von Süßholz und Ammoniumchlorid (aka Salmiak) gibt’s bei uns in Deutschland allenfalls in als »Erwachsenen-Lakritz« deklarierter Importware.
Abgelegt in: Expeditionen • 31. Juli 2016, 21:30 Uhr • 2 Kommentare lesen
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