Freitag, 13. Juli 2007
Eine Pleitewelle rollt durch Fürths Kneipenmeile, wie die Fürther Nachrichten heute subsummieren. Der zonebattler ist daran insofern nicht ganz unschuldig, als er aufgrund geringer Affinität zu Alkohol einer- und hervorragender Bekochung durch seine bessere Hälfte andererseits selten ausgeht, von seinen Stammtisch-Treffen mal abgesehen. Freilich ist seine Gastronomie-Abstinenz zu großen Teilen den beiden großen Ärgnissen Preisgestaltung und Zigarettenrauch geschuldet: Wo das Preis/Qualitäts-Verhältnis nämlich halbwegs stimmt und die Luft atembar ist, da läßt sich auch der an sich gesellige zonebattler gerne nieder. Und andere womöglich ebenfalls. Vielleicht sollte das ein Kneipen-Betreiber mal ganz-herzig ausprobieren?
Donnerstag, 12. Juli 2007
Der heutige Tagesbefehl vom Wetterochs stimmt einen schon leicht nachdenklich:
Hallo!
Am Donnerstag das gewohnte Bild. Meist stark, gelegentlich aufgelockert bewölkt. Es fallen einzelne Schauer. Der Westwind ist mäßig, in Böen frisch. Temperaturen bis 20 Grad.
Am Freitag zunächst meist bedeckt. Gelegentlich könnte es etwas Regen oder Sprühregen geben. Nachmittags lockern die Wolken jedoch auf, es bleibt trocken und die Sonne kommt hervor. Maximal 24 Grad.
Am Samstag knallt die Sonne von einem makellos blauen Himmel. Die Temperaturen steigen auf 31 Grad. Der Westwind ist schwach bis mäßig.
Die Nacht von Samstag auf Sonntag ein Traum. Endlich kann so richtig lange draußen sitzen.
Wolkenlos am Sonntag, höchstens ganz vereinzelt gibt es flache Quellwolken. Die Temperaturen erreichen 34 Grad. Schwacher, tagsüber ab und zu mal böig-frischer Südostwind.
Noch heißer der Montag. Erneut scheint die Sonne ungestört und die Temperaturen erreichen 35 oder sogar 36 Grad.
Am Dienstag gibt es voraussichtlich eine Abkühlung auf unter 30 Grad. Vielleicht ist dies der erneute Beginn einer kühlen, von atlantischer Luft geprägten Wetterlage. Derzeit sieht es aber eher danach aus, dass es zwar nicht mehr so extrem heiß, dafür aber sommerlich warm weitergehen wird.
Wenn die Sonne so richtig runterbrezelt, wie dies z.B. am Sonntag der Fall sein wird, dann spürt man, welche gewaltigen Energien da am Werk sind. Würde die Sonne ausfallen, dann könnten wir diesen Verlust an Wärmezufuhr durch das Verbrennen allen Rohöls, das die Menschheit jemals gefördert hat (wenn wir es noch hätten), nur für rund 10 Stunden ausgleichen. Wenn wir davon ausgehen, dass fast die Hälfte des gesamten Erdöls schon verbraucht ist, dann konnte sich im Laufe der 50 Millionen Jahre, in denen sich die Erdölvorräte gebildet haben, die Energie ansammeln, die die Erde von der Sonne an einem einzigen Tag empfängt.
Wetterochs |
Vor allem der letzte Absatz rückt die Maßstäbe eindrucksvoll zurecht, wie ich finde...
Dienstag, 3. Juli 2007
Hiermit kündige ich, zonebattler der Erste, die baldige Beendigung aller meiner geschäftlichen und beruflichen Aktivitäten an. Ich privatisiere demnächst. Weil ich nämlich per Mail ein lukratives Angebot bekommen habe, dem ich schlechterdings nicht widerstehen kann:
Eilig Geschaftsvorschlag
Lieber Freund,
Ich vermute das diese E‑Mail eine Überraschung für Sie sein wird, aber es ist wahr.
Ich bin bei einer routinen Überprüfung in meiner Bank (Chartered Bank von Süd Afrika) wo ich arbeite, auf einem Konto gestoßen, was nicht in anspruch genommen worden ist, wo derzeit $14.300,000 (vierzehnmillionendreihundert US Dollar) gutgeschrieben sind.
Dieses Konto gehörte Herrn Jonathan Gunther, der ein Kunde in unsere Bank war, der leider verstorben ist.
Damit es mir möglich ist dieses Geld $14.300,000 inanspruch zunehmen, benötige ich die zusammenarbeit eines Ausländischen Partner wie Sie, der mir die erforderliche Hilfe geben kann für diese
Inanspruchnahme.
Ihr Anteil wäre 30% von der totalen Gange, während die restlichen 70% ist für mich und meine Kollegen.
Wenn Sie interessiert sind, können Sie mir bitte eine E‑Mail schicken, damit ich Ihnen mehr Details zukommen lassen kann.
Bitte, Sie müssen diese Transaktion sehr vertraülich behandeln weil die Transaktion einer DEAL ist.
Mit freundlichen Grüßen
Francis Baguma |
Die Konditionen sind mehr als fair, da kann man nix sagen... Ob ich wohl schon gleich eine Yacht auf Kiel legen lasse, sowas wird ja auch nicht von heute auf morgen fertig? Und wo gab’s gleich wieder sonnige Inseln und Atolle im Angebot?
Montag, 2. Juli 2007
Inzwischen bin ich selbstbewußt und belesen genug, um mich für einen leidlich guten Formulierer zu halten. Leider kommt die Erkenntnis zu spät, um den Quereinstieg in die Welt der Werbetexterei noch als erfüllende Berufsoption zu empfinden: Weder lägen mir die versch(r)obenen Arbeitszeiten nebst branchenüblichen Stimulanz-Mitteln (Kaffee, Zigaretten, sonstwas), noch könnte ich auf Dauer in meiner zusehends konsumkritischen Attitüde guten Gewissens gute Reklame für ressourcen-schändenden Blösinn machen. Tja. Hilft wohl nix...
Sonntag, 1. Juli 2007
Donnerstag, 14. Juni 2007
Nachdem ich erst gestern im hiesigen Woolworth ein überaus praktisches und sensationell preiswertes Zubehörteil für meine Kamera erstanden hatte (einen USB-Leser für SD-Speicherkarten in kompakter Stick-Form für schlappe EUR 3,33), eilte ich heute nochmals dorthin, um im Auftrag der alarmierten Freundesschar weitere Exemplare des hilfreichen Adapters zu erstehen. Ich schritt also mit drei gleichen Schachteln zur Kasse, legte dazu einen 10 EUR-Schein auf den Tresen und bat die zuständige Sachwalterin um Ausfertigung dreier einzelner Belege sowie um Herausgabe einer einzigen Cent-Münze Wechselgeldes...
Die durchaus zuvorkommende Bedienerin kam meinem Wunsch auf separate Rechnungsstellung dienstbeflissen nach, sah sich aber selbstredend von meiner höheren Mathematik (3 x 3,33 = 9,99) überfordert. Und so kam es, wie es kommen mußte: Nach dem ersten Buchungsakt legte sie mir EUR 6,67 Wechselgeld auf den Tisch, von welchem Haufen sie sich nach dem zweiten Registriervorgang weitere EUR 3,33 zurücknahm. Nachdem sie das Spiel ein drittes Mal in höchster Konzentration getrieben hatte, blieb mir nur noch, den (für sie verblüffenderweise) verbleibenden Cent mit ausladend triumphierender Geste einzusacken.
Und die Moral von der Geschicht’? Man soll den Leuten nicht das eigene Denken abnehmen, und schon gar nicht pfiffige Abkürzungen aufzeigen. Womöglich hält mich die gute Frau immer noch für einen besonders gewitzten Trickbetrüger!
Mittwoch, 13. Juni 2007
An der Ecke Nürnberger Straße / Luisenstraße gibt bzw. gab es in Fürth eine wunderbar eingerichtete Apotheke, die Luisenapotheke nämlich, deren mutmaßlich gründerzeitliches Original-Mobiliar dem Verkaufsraum ein besonderes Flair gab. Leider mußte der Inhaber aus mir nicht bekannten Gründen letztes (oder war es schon vorletztes?) Jahr sein Geschäft aufgeben, woraufin das innenarchitektonische Kleinod in einen Dornröschenschlaf verfiel...
Vor einigen Wochen nun rührte sich neues Leben im alten Gemäuer, und ein Laden für allerlei Naturkosmetika hielt Einzug. Derlei Produkte passen ja ganz gut in die Atmosphäre einer altehrwürdigen Apotheke. Nicht jedoch offenbar in die Landschaft der ortsansässigen ApothekerInnen, wie man hier sehen kann:
Ohne die wahren Hintergründe tatsächlich zu kennen sieht es für mich so aus, als hätten die Betreiber Ärger mit der Apothekerzunft bekommen, in dessen Folge sie die Bezeichnung »Alte Apotheke« zu »Alte Theke« umändern mußten. Was, wie im Bild zu sehen, recht krude (womöglich unter Verbrauch von 25 TippEx-Fläschchen) ausgeführt wurde: Neue Transparent-Schilder (zwei Stück pro Straßenfront macht insgesamt vier) hätten dagegen erstmal wieder ordentlich Geld gekostet...
Ich halte die allseits grassierende Abmahneritis für einen ausgemachten Blödsinn: Wer um alles in der Welt hätte aufgrund des im Schaufenster ausgestellten Sortiments den Laden allen Ernstes mit einer Apotheke verwechselt? An stillgelegten Eisenbahnstrecken gibt es in deren ehemaligen Empfangsgebäuden haufenweise Restaurants und Kneipen, die sich »alter Bahnhof« nennen, ohne daß das die Deutsche Bahn als ehemalige Besitzer- und Betreiberin im geringsten jucken würde. Da sollte man doch meinen, daß auch standes(rechts)bewußte Apothekerlein etwas gelassener reagieren könnten: Das Entfernen des bekannen roten »A«-Zeichens hätte hier allemal genügt, um hier jegliche Verwechslungsgefahr mit einer echten Medikamentenverkaufsstelle auszuschließen!

verlassene landwirtschaftliche Einrichtung irgendwo in Ostdeutschland
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Mittwoch, 6. Juni 2007

Aushang-Kasten an aufgelassener Kneipe (Nürnberg, Augsburger Straße) |
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Sonntag, 3. Juni 2007
Verbunden mit Grüßen von Uptown nach Downtown schickt uns der auf der Hardhöhe residierende Herr JollyJudge dieses eigenhändig abgelichtete Hinweisschild:
und kommentiert es selbst wie folgt:
Im angehängten Foto findet sich m.E. ein schönes Beispiel zum Thema Spitzfindigkeiten. Ich habe den Aufkleber mit den Öffnungszeiten des E‑Centers in der Würzburger Straße vor wenigen Minuten fotografisch konserviert.
»Wir haben alle Tage von 8 – 20 Uhr geöffnet, am Samstag allerdings von 8 – 20 Uhr«.
Wenn aber von täglich die Rede ist, dann schliesst das meiner Meinung nach ja auch den Sonntag mit ein. Da haben sie aber, wie mir die »kompetente« Damen an der Information versichert hat, geschlossen. Warum der Samstag besonders hervorgehoben wurde, konnte mir auch keiner erklären. |
Nun, der zonebattler kann das natürlich auch nicht. Aber wie der Einsender vermutlich auch hält er diese Kuriosität und zu recht angesprochene Spitzfindigkeit für ein weiteres Indiz der allerorten längst nicht mehr schleichenden, sondern galoppierenden Verblödung...
Vom Herrn Grabenkenner, der sich in Fürth noch viel besser auskennt als der zonebattler und der daher meine Preisrätsel schneller zu lösen imstande ist als ich mir neue ausdenken kann, von jenem Beinahe-Nachbar also habe ich mir das Buch »Fürth – Wiederaufbau eines Gemeinwesens / Entwicklung zur Großstadt« aus dem Jahre 1956 ausgeliehen. Schon seit längerem halte ich selbst (bis dato leider vergeblich) nach jenem Werk Ausschau, welches mir schon der grafisch sehr interessanten Einbandgestaltung wegen recht begehrenswert erscheint:
Drinnen geht es weniger bunt zu, ja trotz eingestreuter Fotos, Diagramme und Pläne sogar eher akademisch trocken. Gleichwohl erfährt der persistent reader (wie würde man den im Deutschen nennen?) sehr viel über die Alltagskultur und den Zustand unseres Gemeinwesens in der Zeitspanne von 1946 bis 1955.
In der Rückschau aus heutiger Perspektive mutet manches rührend, ja nachgerade kurios an. Als Beispiel möchte ich eine kleine Passage aus dem Abschnitt über die Stadtsparkasse im Kapitel »Finanzen und Steuern« zitieren:
| Für den Teilzahlungskredit wurden seit Aufnahme dieses Geschäftszweiges im Jahre 1952 bis Ende des Berichtszeitraumes in 19 294 Einzelverträgen 11 190 262.- DM zur Verfügung gestellt. Per Ende November 1955 sind rund 2,7 Mill. DM in Anspruch genommen, denen 5850 Kauf- und Darlehensverträge gegenüberstehen. Wenn die Stadtsparkasse diese Kreditart im Hinblick auf die veränderten Lebensverhältnisse zugunsten der wirtschaftlich Schwachen betreibt, so wird sie doch bestrebt sein, durch entsprechende Gestaltung der Bedingungen den »Borgkauf« im Interesse des Einzelnen und der Gesamtheit nicht zu leicht zu machen. Die Stadtsparkasse wird im Interesse der Freiheit des arbeitenden Menschen dieser Erscheinungsart mit den mahnenden Worten: »Erst sparen – dann kaufen« begegnen. |
Tja. Den Vergleich zu heutigen Gepflogenheiten im Privatkredit-Geschäft mag ein(e) jede(r) selbst herstellen. Sic transit gloria mundi, wie wir mittelalterlichen Knacker bei solchen Gelegenheiten mahnend einzuwerfen pflegen. Na jedenfalls findet unsereins derlei Lektüre lehrreich und spannend: Falls da draußen jemand ein Exemplar dieses Buches übrig hat, fände er in mir einen dankbaren Abnehmer!
Mittwoch, 30. Mai 2007
Am übernächsten Wochenende startet mal wieder eine Auktion vom Behringer. Seit gestern läuft die Vorbesichtigung und man sollte bei Interesse nicht unbedingt am Samstag vorbeischlendern...