Mittwoch, 27. Dezember 2006
So kolportieren sie es in Erlangen, so lästern sie auch in Nürnberg mit Blick auf den Fürther Einzelhandel. Recht haben die Nachbarn freilich in ganz anderer Hinsicht als sie vordergründig denken: Soeben komme ich von einem Stadtgang zurück, in dessen Verlauf ich einerseits wie geplant so an die 30 EUR problemlos gegen Ware eintauschen konnte, mir andererseits die unterwegs am Garten, auf dem Bürgersteig, vom Straßenrand eingesammelten Pfandflaschen zusammengerechnet 46,75 EUR Geld gegen (Leer-)ware einbrachten... So bekam der zonebattler seine arbeitsplatzserhaltende Konsumentenpflicht auch noch ordentlich vergütet!
Als wackerer Lokalpatriot fördert (und fordert) er den örtlichen Fachhandel, als solcher fühlt er sich auch zuständig für das Erscheinungsbild der Stadt und ist sich nicht zu schade zum Niederbeugen, zumal wenn der Bückling mit 50 Pfennigen 25 Cent honoriert wird. Was daran freilich verwunderlich ist: Die Art der achtlos in die Landschaft geworfenen Getränkeflaschen und ‑dosen (Süßpapp und Billig-Bier) legt die Vermutung nahe, daß an der vielbeklagten Umverteilung des Reichtums von unten nach oben die da unten nach Kräften mitarbeiten. Na denn: Prosit!
Sonntag, 3. Dezember 2006
Was braucht der Mensch wirklich, und warum rennt er nicht selten Dingen nach, die ihn nicht glücklicher machen? Dazu habe ich soeben einen brillant geschriebenen Artikel in brand eins Online gelesen, dessen Lektüre ich allen meinen LeserInnen hiermit wärmstens ans Herz legen möchte!
Freitag, 17. November 2006
In Gesprächen mit Verwandten, Freunden und Kollegen kann man den Eindruck gewinnen, daß alle Welt heutzutage über weite Strecken des Alltags primär damit beschäftigt ist, denselben zu organisieren: Mobilfunk-Tarife, Internet-Zugänge, Tagesgeld-Konten, alles will skrupulös verglichen, evaluiert und endlich wohlbedacht ausgewählt sein. Und muß anschließend trotzdem sofort wieder hinterfragt werden, denn alles ist im Fluß und die Konditionen ständigen Änderungen unterworfen.
Stunden werden auf kafkaeske Weise damit verbraten, sich auf den byzantinschen Websites von Telekommunikations-Providern zurechtzufinden, und doch bleibt meist das dumpf-nagende Gefühl zurück, an irgendeiner Ecke suboptimal geplant, gewählt, geordert zu haben... Des satten (wenn nicht übersättigten) Mitteleuropäers Leben bietet heute weit mehr selbstbedienbare Stellschrauben als je zuvor, aber ist es dadurch glücklicher geworden?
Dienstag, 7. November 2006
Soeben auf Bayern 4 Klassik die Nachrichten gehört: Stoiber fordert und kritisiert, Präsident Bush fordert und kritisiert, die Vereinten Nationen fordern und kritisieren, die Krankenkassen fordern und kritisieren, der 1. Nationale Armutsgipfel fordert, kritisiert und mahnt überdies an. Einzig das Wetter fordert und kritisiert nichts, sondern findet statt. Und scheint mir damit die einzige Partei zu sein, die nicht auf das Handeln anderer wartet, sondern selbst ohne zu Zaudern agiert...
...werden vermehrt wieder angemahnt, um die nachwachsende Generation »auf Spur zu bringen«. Einen wohltuend differenzierten Blick auf die Erziehungsdebatte habe ich heute in der TELEPOLIS gefunden: Wie so oft ist die Realität komplexer, als es in plakativen Schlagzeilen und medienwirksamen Forderungen darstellbar wäre...
Mittwoch, 18. Oktober 2006
Mittlerweile muß ich mehrmals in der Woche in meinen Gästebüchern und Foren auf www.egger-bahn.de und www.logikus.info nach dem bzw. den Rechten sehen, um ggf. deren dort abgekippte rassistische Scheiße und volksverhetzenden Wahnwitz zu entsorgen. Und die lästigen Spam-Commercials in Sachen Penisvergrößerungen etc. gleich mit. Unglaublich, was mir da zuweilen an abstrusem Zeugs unter der virtuellen Tür durchgeschoben wird: Wer könnte ernsthaft annehmen, daß insbesondere die miniaturenfixierten Modellbahner monströse Pimmel wollten?
Aber na ja, so ist es halt: Vereinzelte Wirrköpfe und gibt es überall und wer der Öffentlichkeit ein Podium bietet, muß hin und wieder fegen und feucht rauswischen!
Samstag, 14. Oktober 2006
Beim Bestreifen des Fürther Nobelviertels Dambach habe ich festgestellt, daß sich eine moderne Kamera mit Schwenkdisplay hervorragend hochhalten und solcherart zum frechen Besichtigen ummauerter (umzäunter, umheckter) Villengrundstücke zweckentfremden läßt! Der Einblick in die trutzig befestigten Burg- und Festungshöfe ist freilich oft von ernüchternder Tristesse... Mit dem Aussperren der Umgebung geht zwangsläufig auch die Selbst-Einsperrung der materiell begüterten Insassen einher. So viel Geld, doch so viel Einsamkeit (und nagende Angst vor Störenfrieden). Soweit möchte ich es wahrlich nicht bringen!
Freitag, 13. Oktober 2006
So ging früher mal ein Schlager. Heute bekommt der Slogan freilich eine ganz andere Bedeutung... Ich meine, daß die Amis schräg drauf sind, ist ja nix Neues. Daß da drüben mittlerweile aber Kunstlehrerinnen gefeuert werden, wenn deren Adepten im Kunstmuseum nackte Statuen zu Gesichte kriegen, hat freilich eine bemerkenswert neue Qualität: Auch in Sachen religiös motiverten Fundamentalistentums wollen sie in der Neuen Welt offenbar Spitzenreiter werden. Da paßt es ins Bild, wenn sie bald nicht mehr händisch schreiben können. God bless America, falls es noch was hilft!
Sonntag, 17. September 2006
So, nachdem ich heute die vom Rundfunkmuseum veranstaltete Radiobörse in einer knappen halben Stunde inspiziert hatte, ließ ich mich auf dem Heimweg spontan von leuchtend gelben »Heute Trödelmarkt«-Schildern auf den Fürther Hornbach-Parkplatz (um)leiten. Dortselbst kam mir ein großes Konvolut fischertechnik unter die Augen:
Mein erregtes Kramen im prallvoll gefüllten Schuhkarton brachte viele Spezialteile, insbesondere auch mehrere Motoren, Schaltkränze und Zahnräder ans Tageslicht. Der migrationshintergrundbehaftete Verkäufer, aus dessen eigener Jugend die Sachen keinesfalls stammten, wollte zunächst EUR 23 für alles zusammen haben. Aus sportlichen Gründen (wer ist der schlauere Fuchs, der Händler, dem man schon aus Gründen der ethnischen Herkunft eine genetische Prädispositon zum Verkaufsgenie nachsagt, oder aber der zonebattler, der seinerseits alle Register der gehobenen Feilscher-Psychologie zu ziehen imstande ist) habe ich mir ein unumstößliches Limit von EUR 15 auferlegt und das nach kurzem Geschachere auch durchgesetzt. Voila!
Nach dem neulichen Zufallsfund in Sachen Plasticant gerät mir hiermit erneut eine Remineszenz an die eigene Vergangenheit unter die Finger: Was hatte ich als Knabe nicht alles mit fischertechnik konstruiert und in Bewegung gesetzt! Wie schon beim Plasticant werde ich jetzt wohl die im Elternhaus eingelagerten, eigenen Bestände bergen und sichten müssen: Der heute zum Schnäppchenpreis erworbene Haufen wird jene sowohl gut ergänzen als auch manches verlorengegangene Teil trefflich substituieren können.
Schon erstaunlich, wie man sofort die Funktion von Einzelteilen wiedererkennt, die man vor einem guten Vierteljahrhundert das letzte Mal in Händen hielt! Wo dennoch Wissenslücken bestehen, hilft heutzutage eine kurze Internet-Recherche schnell und gründlich weiter: Sämtliche Anleitungshefte finden sich als PDF-Dateien im Netz der Netze! Sollte ich jemals noch eigenen Nachwuchs zustande bringen, wäre das alles eine wunderbar kreative Möglichkeit, bei diesem zu gegebener Zeit Feinmotorik und räumliches Denken spielerisch zu fördern und nicht zuletzt die gestalterische Phantasie zu beflügeln. Zu bedauern sind jene familiär verwahrlosten Kinder, die heutzutage mit und vor der alleinerziehenden Glotze aufwachsen (was keineswegs nur in den ärmeren Schichten vorkommt). Aber das ist ein ganz anderes Thema...
Freitag, 11. August 2006
Samstag, 29. Juli 2006
| Die mengenmäßige Zunahme der Dicken und Fetten im Straßenbild korreliert mit dem allgemeinen Bevölkerungsrückgang durch Geburtenmangel dahingehend, daß die Gesamtmasse aller Menschen und Humanoiden im Lande gleich bleibt. |
zonebattler’s law ist eine Erweiterung des Massenerhaltungssatzes.
Donnerstag, 27. Juli 2006
Über die rekordverdächtige Reaktionsschnelligkeit der Fürther Ämter habe ich mich hier und da schon lobend ausgelassen. Heute kann ich dem eine weitere Episode hinzufügen:
Ein großer Straßenbaum, genau betrachtet eine Linde, beschattet die eine Hälfte unserer bescheidenen Gartenparzelle an den Bahngeleisen derart gründlich, daß dort weder Erdbeeren noch Tomaten so recht gedeihen mögen. Zudem schieben sich der Linde ausladende Äste längst über unseren Kirsch- sowie den Zwetschgenbaum, die im ungleichen Kampf um das Tageslicht hoffnungslos unterlegen sind.
Nun halten wir jeden Baum im öffentlichen Raum für unbedingt schützenswert und in vielerlei Hinsicht für unentbehrlich, aber einen einseitigen Fassonschnitt zugunsten unserer benachbarten Obstbäume und der unzureichend belichteten Ackerkrume hielten wir für geboten und durchaus verantwortbar.
Die Chronik des Handelns liest sich schneller als die Vorgeschichte: Vorgestern freundliche Mail an das Grünflächenamt, heute um 10:00 Uhr Lokaltermin mit dem Chef der Fürther Bäume und Sträucher, vorhin um 13:15 (15 Minuten vor dem avisierten Termin) steht auch schon der nette Arbeiter mit der in erstaunliche Höhen teleskopierbaren Handsäge vor dem Garten. Eine halbe Stunde später ist alles erledigt und die abgesäbelten Äste sind verladen. Die Beete kriegen jetzt deutlich mehr Licht ab als vorher, die Linde daneben ist immer noch ein stolzes Gewächs und keineswegs ein Invalide: Topp!
Meine rundweg positiven Erfahrungen mit den kommunalen Organen mögen schon mangels Menge nicht repräsentativ sein, gleichwohl geben sie mir das gute Gefühl, in einem weitgehend intakten Gemeinwesen zu leben. Zu dessen Erhalt beizutragen nebenbei bemerkt Aufgabe von uns allen ist. Nicht nur in Fürth.