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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Montag, 8. September 2014

Kon­trast­mit­tel

Des zonebattler’s ho­me­zo­ni­ges Re­chen­zen­trum (Tower-PC, Mo­ni­tor, zwei Brüll­wür­fel, Ta­sta­tur, Maus, Scan­ner und Drucker) war ur­sprüng­lich ganz in de­zen­tem Be­am­ten-Bü­ro-Beige ge­hal­ten, vie­le wer­den sich noch an die­se farb­lo­sen Zei­ten er­in­nern. Heut­zu­ta­ge ist die pseu­do-no­ble Farb­kom­bi­na­ti­on Silber/Schwarz en vogue, letz­te­res ger­ne in der staub­an­zie­hen­den und über­aus kratz­emp­find­li­chen »Klavierlackeffekt«-Abart. Auch bei mir wur­den al­ters­schwa­che und ob­so­le­te Ge­rät­schaf­ten nach und nach durch dunk­le Nach­fol­ger er­setzt. Zu­letzt war nur noch mei­ne treue Ta­sta­tur üb­rig (Cher­ry Mo­dell RS 6000 M), die dank so­li­der Me­cha­nik, ab­rieb­fest ein­ge­la­ser­ter Ta­sten­be­schrif­tung und rei­ni­gungs­freund­li­chem Auf­bau ewig zu hal­ten ver­sprach.

Lei­der hat der un­längst be­schaf­te, qua­si-neue Ge­braucht-PC des En­des­un­ter­fer­tig­ten kei­ne PS/2‑Buchsen mehr zum Be­trieb von Hack­brett und Na­ge­tier. Da war die al­te Ta­sta­tur nim­mer an­zu­schlie­ßen, zu­mal auch ein rein me­cha­ni­scher Ad­ap­ter kei­ne USB-Taug­lich­keit mehr hät­te her­stel­len kön­nen. Mit der dem Rech­ner bei­gege­be­nen Ori­gi­nal-Ta­sta­tur konn­te ich mich nicht an­freun­den, das heu­te üb­li­che »low con­trast« De­sign (schwar­ze Ta­sten, dun­kel­grau be­schrif­tet) taugt ei­nem nicht, wenn man das blin­de Tip­pen nie ge­lernt hat und abends über­dies ger­ne bei schum­me­ri­ger Be­leuch­tung in die Ta­sten haut. Ich sann auf eben­so ef­fi­zi­en­te wie ef­fek­ti­ve Ab­hil­fe...

Die simp­le und preis­wer­te Lö­sung be­stand im Kauf ei­ner ge­brauch­ten USB-Va­ri­an­te der ge­lieb­ten Cher­ry-Ta­sta­tur in schwar­zer Aus­füh­rung via eBay. Für ei­nen glat­ten Zeh­ner (in­klu­si­ve Por­to) fisch­te ich ein elek­trisch pas­sen­des USB-Hack­brett aus der Bucht, wel­ches ich so­fort nach Er­halt zer­leg­te und gründ­lich rei­nig­te. Der ei­gent­li­che Clou aber be­stand im an­schlie­ßen­den Ver­hei­ra­ten des schwar­zen Ta­sta­tur-Un­ter­baus mit den hell­grau­en Ta­sten des al­ten Ex­em­plars:

umgebaute Tastatur Cherry RS 6000 M

Schaut schick, aus, nicht war? Paßt vor­züg­lich zum Rest der auf dem Schreib­tisch her­um­lun­gern­den PC-Pe­ri­phe­rie, läßt sich aber nach wie vor auch bei Fun­zel­licht be­stens be­die­nen! Lei­der ist im Ge­häu­se­bo­den die Aus­spa­rung für das ge­die­gen­heits­meh­ren­de Bal­last-Blech weg­ra­tio­na­li­siert wor­den, aber mit dem Ge­wichts­ver­lust kann ich eher le­ben als mit un­le­ser­li­cher Be­schrif­tung.

Die nach der Ba­stel­ak­ti­on üb­rig­ge­blie­be­nen Ein­zel­tei­le ha­be ich selbst­re­dend nicht et­wa weg­ge­wor­fen, son­dern zu ei­ner kom­ple­men­tär ko­lo­rier­ten Ku­rio­si­tät zu­sam­men­ge­setzt:

umgebaute Tastatur Cherry RS 6000 M

Schaut ja auch nicht ganz ver­kehrt aus (und er­in­nert mich an mei­ne bun­te Hand­staub­sauger-Spie­le­rei), taugt aber aus mei­ner al­ters­schwa­chen Sicht nur als Er­satz­teil­spen­der (falls ich z.B. mal die fe­dern­de Si­li­kon-Mat­te oder das dar­un­ter­lie­gen­de Kon­takt­fo­li­en-Sand­wich aus­tau­schen müß­te).

Scha­de nur, daß mir mit­un­ter trotz gut sicht­ba­rer Ta­sten die rech­ten Wor­te zum je­wei­li­gen An­laß nicht ein­fal­len wol­len: Wenn der Mu­sen­kuß aus­bleibt, nützt das be­ste Werk­zeug nix. Aber es scha­det auch nicht, für den Fall des plötz­lich her­nie­der­fah­ren­den Gei­stes­blit­zes gut ge­rü­stet zu sein...

Samstag, 6. September 2014

Fron­tal­an­griff

Baukran in der Fürther Winklerstraße
Samstag, 16. August 2014

Ab­ge­schminkt

PC-Tastatur einer sich regelmäßig schminkenden Freundin
 
Abb. 1: PC-Ta­sta­tur ei­ner sich re­gel­mä­ßig schmin­ken­den Freun­din
Die gleiche Tastatur nach händischer Einzeltastenreinigung
 
Abb. 2: Die glei­che Ta­sta­tur nach hän­di­scher Ein­zel­ta­sten­rei­ni­gung
Die Fo­tos ent­stan­den vor Jah­res­frist (An­fang Sep­tem­ber 1013); im Lang­zeit­ex­pe­ri­ment hat sich her­aus­ge­stellt, daß mit dem Ein­stel­len des Schmin­kens auch die Se­di­ment­bil­dung auf den Ta­sten­kap­pen zum Er­lie­gen ge­kom­men ist: Der Ver­zicht auf kost­spie­li­ge Ge­sichts­pam­pe hat der At­trak­ti­vi­tät be­sag­ter Freun­din nicht ge­scha­det, die der Com­pu­ter­pe­ri­phe­rie hin­ge­gen lang­fri­stig er­hal­ten!
 
Da gibt es für den zone­batt­ler so schnell nix mehr zu tun. Dar­um hat er sich heu­te hilfs­hal­ber wie­der mal das ei­ge­ne Hack­brett vor­ge­nom­men ...
Montag, 23. Juni 2014

Ket­ten­re­ak­ti­on

Als ich neu­lich aus dem Ur­laub zu­rück­ge­kom­men war und mir ir­gend­et­was aus­drucken woll­te, stell­te sich mein Ca­non-Tin­ten­sprit­zer tot und blieb das auch, da hal­fen we­der gu­tes Zu­re­den noch Ver­wün­schun­gen. Al­so gut, es muß­te Er­satz her, denn auch wenn un­ser­ei­ner das pa­pier­lo­se Bü­ro weit­ge­hend rea­li­siert hat, ganz oh­ne Drucker geht es halt doch nicht. Auf­grund des ge­rin­gen Druck­auf­kom­mens kam mir jetzt ein fe­scher LED-Farb­drucker von Dell ins Haus, der mir mo­na­te­lan­ges War­ten auf den näch­sten Ein­satz nicht übel­nimmt, da­für aber auf­grund sei­ner Aus­ma­ße nicht mehr wie der al­te Prin­ter auf den Schreib­tisch paßt. Wohl aber auf den rechts da­von pla­zier­ten Bei­stell­tisch, von wo er den ein­ge­staub­ten Flach­bett­scan­ner in die Spen­den­ki­ste ver­dräng­te. Wo einst der al­te Drucker auf dem Schreib­tisch stand, mach­te sich nun aber noch sein »Un­ter­bau« breit, ein 1989 neu ge­kauf­ter Slim­li­ne-Ver­stär­ker Du­al CV 6010, der bis da­to mei­ne links und rechts vom PC-Mo­ni­tor auf­ge­stell­ten Re­Vox Pic­co­lo Mk. II-Kom­pakt­laut­spre­cher be­feu­er­te.

Weil mir der treue Ver­stär­ker aber mitt­ler­wei­le in mehr­fa­cher Hin­sicht als über­di­men­sio­niert vor­kam (vo­lu­men­mä­ßig eben­so wie in Sa­chen Strom­ver­brauch), sann ich auf zeit­ge­mä­ßen Er­satz, den ich nach ei­ni­gem Re­cher­chie­ren auch fand in Form ei­nes nach­ge­ra­de win­zi­gen Ver­stär­ker­chens des chi­ne­si­schen Her­stel­lers S.M.S.L. Ha, das klei­ne Ge­rät­chen ge­fiel mir auf An­hieb! Bei Ama­zon kriegt man et­li­che ver­schie­de­ne Ty­pen, die nach dem be­währ­ten Prin­zip der »cu­s­to­mer con­fu­si­on« al­le­samt der­ma­ßen in­di­vi­du­ell be­namst sind, daß man kei­ner­lei Sy­stem da­hin­ter er­ken­nen kann...

Egal, ich lei­stet mir für ei­nen knap­pen Fuff­zi­ger das 2x25 Watt-Mo­dell SA-S3 (in schwarz, wie­wohl auch die Va­ri­an­ten mit sil­ber­ner und gold­far­be­ner Front sehr schick aus­se­hen), der­weil mein be­stens er­hal­te­ner Du­al-Klas­si­ker samt An­lei­tung und Ori­gi­nal­ver­packung via eBay den Weg zu ei­nem gu­ten neu­en Herr­chen fand. Der frisch ein­ge­wech­sel­te Er­satz­spie­ler ist kaum so groß wie zwei Zi­ga­ret­ten-Schach­teln (die der zone­batt­ler ver­ach­tet und nur des uni­ver­sel­len Grö­ßen­ver­glei­ches hal­ber zu nen­nen be­reit ist) und fin­det be­quem auf ei­ner der bei­den Laut­spre­cher­bo­xen Platz:

Mini-Verstärker S.M.S.L SA-S3

Nicht im Bild zu se­hen ist die sehr so­li­de Bau­wei­se und wer­ti­ge Ver­ar­bei­tung des for­mi­da­blen Ge­rät­chens, wel­ches ab­so­lut mi­ni­ma­li­stisch aus­ge­stat­tet ist mit nur ei­nem Ste­reo-Ein­gang und ei­nem Paar Laut­spre­cher-Buch­sen hin­ten so­wie ei­nem Haupt­schal­ter­chen nebst LED vor­ne, flan­kiert von ei­nem Laut­stär­ke­stel­ler mit de­zent blau hin­ter­leuch­te­tem Dreh­knopf. Mehr ist nicht dran (und auch nicht nö­tig). Die An­schlüs­se sind sehr mas­siv und ver­gol­det aus­ge­führt, und an­hand ei­nes vom Her­stel­ler ge­borg­ten Fo­tos der In­ne­rei­en kann hier der vi­su­el­le Be­weis er­bracht wer­den, daß der fern­öst­li­che Zau­ber­ka­sten auch in sei­nem In­ne­ren hält, was sein Äu­ße­res ver­spricht:

Das mustergültig aufgebaute Innenleben des SA-S3

Sei­nen Strom be­zieht der au­dio­phi­le Ap­pa­ril­lo üb­ri­gens aus ei­nem ex­ter­nen Schalt­netz­teil, wie es ty­pi­scher­wei­se auch für Note­books Ver­wen­dung fin­det. Im Ge­gen­satz zum raum­grei­fe­ren­den Vor­gän­ger-Ver­stär­ker er­wärmt sich nichts spür­bar, der deut­lich hö­he­re Wir­kungs­grad des »Class T«-Amplifiers macht den Dau­er­be­trieb am PC nicht zur en­er­gie­ver­schwen­den­den Ver­an­stal­tung (wo­bei wir über den dies­bzüg­li­chen Um­satz mei­nes ol­len Pen­ti­um 4‑Rechners un­ter dem Tisch doch lie­ber den Man­tel des Schwei­gens aus­brei­ten wol­len)...

Für mich hat sich der plötz­li­che Drucker­tod in mehr­fa­cher Hin­sicht aus­ge­zahlt: Neu­er Prin­ter, neu­es Gad­get, al­ter Scan­ner ver­schenkt, mehr Platz auf dem Schrei­bisch. Hig­hEnd-Fans mö­gen die Na­se (und die Oh­ren) über mei­nen klei­nen Neu­erwerb rümp­fen, aber ich bit­te, den Ein­satz­zweck zu be­den­ken: Hier geht es »nur« um den Sound aus dem PC (der sich gleich­wohl hö­ren las­sen kann, auch wenn mei­ne gro­ßen Hi­Fi-An­la­gen na­tür­lich in an­de­ren Li­gen spie­len). Wo­bei die klei­nen Amps selbst in qua­li­täts­be­wuß­ten Ana­log-Au­dio-Ken­ner­krei­sen ih­re Fans ha­ben, wie z.B. die­se Fo­ren-Dis­kus­si­on zeigt. Aber was soll man lan­ge drü­ber re­den: Ver­such macht klug und Aus­pro­bie­ren ko­stet nicht viel!

Dienstag, 17. Juni 2014

Kopf­schuß (2)

irre gewordenes Matrix-Display an einem alten Omnibus
Montag, 24. März 2014

Strah­le­mann

Ich be­wun­de­re mei­nen Kum­pel Jörg ali­as »Zap­po« un­ter an­de­rem we­gen sei­ner krea­ti­ven Ge­schäfts­ideen, vor al­lem aber für de­ren stets ruck­zucki­ge Um­set­zung: Wäh­rend mei­ner ei­ner noch das Für und Wi­der ei­nes Gei­stes­blit­zes er­wägt und mit dem Kopf be­den­ken­schwer hin und her wackelt, ver­dient der um­trie­bi­ge Freund schon gu­tes Geld mit sei­ner Ein­ge­bung...

Sein neue­ster Ge­nie­streich ist ein sen­sa­tio­nell simp­ler Bau­satz zur Reich­wei­ten­stei­ge­rung von Fritz!Box-WLAN-Routern: Je­der Laie kann da­mit sein draht­lo­ses Heim­netz im Hand­um­dre­hen »auf­bla­sen«, so daß auch auf Ter­ras­se bzw. Bal­kon oder auch im ent­le­ge­nem Kin­der­zim­mer der Da­ten­funk zu­ver­läs­sig er­mög­licht wird.

Der Trick be­steht im Stillegen der sty­lishen Stum­me­lan­ten­nen und de­ren Er­satz durch nor­mal­gro­ße Strah­ler. Das Er­geb­nis ist so über­zeu­gend, daß man sich fra­gen muß, war­um der Her­stel­ler sei­ne Ge­rä­te nicht gleich se­ri­en­mä­ßig mit »an­stän­di­gen« An­ten­nen aus­lie­fert. Wä­re man zy­nisch, wür­de man mut­ma­ßen, daß die haus­ei­ge­nen Be­triebs­wir­te ver­mit­tels ab­sicht­lich reich­wei­ten­be­schränk­ter Draht­los-Rou­ter den Um­satz der par­al­lel an­ge­bo­te­nen WLAN-Re­pea­ter an­kur­beln wol­len...

So weit, so spe­ku­la­tiv. Nicht spe­ku­la­tiv, son­dern nach­ge­ra­de spek­ta­ku­lär ist die me­cha­ni­sche Aus­füh­rung des Um­bau­sat­zes: Die Fritz!Box-Modifikation ist kom­plett re­ver­si­bel und hin­ter­läßt nicht die ge­ring­sten Spu­ren am Ge­rät. Soll­te al­so je­mals ei­ne Ga­ran­tie-Re­pa­ra­tur fäl­lig wer­den (wo­mit frei­lich an­ge­sichts der wer­ti­gen Ver­ar­bei­tung der AVM-Ge­rä­te nicht wirk­lich ge­rech­net wer­den muß), so ist der Ori­gi­nal­zu­stand mit we­ni­gen Hand­grif­fen wie­der­her­stell­bar. Das ist der ei­gent­li­che Clou an der gan­zen Sa­che!

Fru­strie­rend an der Sa­che ist für den Schrei­ber die­ser Zei­len der Um­stand, daß sei­ne ei­ge­ne Fritz!box äl­te­ren Se­me­sters zwar ei­ne »rich­ti­ge« An­ten­ne hat, aber lei­der nur ei­ne ein­zi­ge, wes­halb der Frei­sitz auf dem ent­fern­ten Kü­chen­bal­kon letzt­lich doch für sie un­er­reich­bar bleibt. Aber ein Re­pea­ter kommt des­we­gen trotz­dem nicht ins Haus, dann gibt’s halt drau­ßen wei­ter­hin Do­nau­wel­len statt Funk­wel­len zum Kaf­fee...

Mittwoch, 26. Februar 2014

Stern­stun­den

Ein Herr aus Han­no­ver hat­te in meh­re­ren Klein­an­zei­gen-Por­ta­len ei­nen de­fek­ten Hi­Fi-Voll­ver­stär­ker der längst ver­flos­se­nen Mar­ke WEGA an­non­ciert, den ich ob sei­nes for­mi­da­blen Er­hal­tungs­zu­stan­des un­be­dingt mein Ei­gen nen­nen woll­te. Ge­stern nun ha­be ich den Deal ge­dreht: Ein dienst­li­ches Team-Mee­ting ließ mich mor­gens eh schon von Fürth nach Ful­da ei­len, da hat­te ich nach dem En­de der Kon­fe­renz schon den hal­ben Weg hin­ter und nur noch schlap­pe ein­ein­halb ICE-Stun­den bis Han­no­ver vor mir. Das Tref­fen mit dem freund­li­chen Ver­käu­fer klapp­te wie be­spro­chen, und da ich in Rich­tung Sü­den ge­ra­de so eben noch ei­nen frü­he­ren ICE als den ei­gent­lich avi­sier­ten er­wi­schen konn­te, war ich schon um 22 Uhr wie­der zu Hau­se. Und da steht er nun wie aus dem Pro­spekt von 1977 ge­pellt, mein neu­er al­ter WEGA V 3841:

WEGA V 3841

Bis auf ei­nen win­zi­gen Lack­ab­plat­zer an der rech­ten Kan­te der Front­plat­te (der sich mit ei­nem sorg­fäl­tig ap­pli­zier­ten Na­gel­lack-Trop­fen gut ka­schie­ren las­sen soll­te) sieht der kom­pak­te Ka­me­rad wirk­lich noch jung und kräf­tig aus (gut rie­chen tut er er­staun­li­cher­wei­se oben­drein). So­gar die Be­die­nungs­an­lei­tung und das für die spä­te­re Re­pa­ra­tur un­er­läß­li­che Ser­vice-Ma­nu­al wa­ren im Preis von 20 EUR in­be­grif­fen, da kann man doch wirk­lich nicht mau­len!

Zwei Jah­re nach der Über­nah­me der Fir­ma durch SONY wer­kel­te schon ja­pa­ni­sche Tech­nik im »deut­schen« Ge­häu­se (der Ver­stär­ker ist bis auf die äu­ße­re Hül­le iden­tisch mit dem SONY TA-2650), die un­ver­wech­sel­ba­re »Laborgeräte«-Anmutung zeigt je­doch nach wie vor die ge­stal­te­ri­sche Hand­schrift von Hart­mut Ess­lin­ger, dem spä­te­ren Grün­der von frog­de­sign.

WEGA V 3841

War­um man sich über­haupt so ei­ne ol­le Blech­ki­ste an­lacht? Weil man zum Bei­spiel in jun­gen Jah­ren kein Geld da­für hat­te und al­len­falls bun­te Pro­spek­te der De­si­de­ra­te sam­meln konn­te! Heu­te kriegt man die ge­stal­te­risch-tech­ni­sche Avant­gar­de von frü­her oft für klei­nes Geld nach­ge­wor­fen, weil sich im Zeit­al­ter von Smart­phone und Ta­blets kaum noch je­mand schwe­ren Ge­rä­te­bal­last ans Bein hän­gen mag. Um so er­freu­li­cher für mich und an­de­re En­thu­sia­sten, die Mu­sik nach wie vor noch ger­ne aus ge­die­ge­nen Ap­pa­ra­ten mit »An­faß­qua­li­tät« ge­nie­ßen möch­ten.

Wun­der­sa­mer­wei­se geht es auch auch In­ne­ren des Ver­stär­kers nicht nur sehr auf­ge­räumt, son­dern auch ab­so­lut staub­frei zu. So­was ha­be ich bei Ge­rä­ten die­ses Al­ters mit Lüf­tungs­schlit­zen im Deckel noch nie ge­se­hen! Da muß wohl vor nicht all­zu lan­ger Zeit ein sorg­fäl­ti­ger Re­pa­ra­teur mit Pin­sel und Staub­sauger zu­gan­ge ge­we­sen sein:

WEGA V 3841

Als An­ek­do­te am Ran­de sei noch er­wähnt, daß ich mor­gens in Ful­da bis zum Be­ginn mei­nes Mee­tings noch Zeit für ei­nen Spa­zier­gang durch die Ci­ty hat­te, da­bei den fa­mo­sen »Vor­tags­la­den« von Bäcker Happ ent­deck­te und mei­ne Kol­le­gen­schar mit ei­ner dort er­stan­de­nen, bunt ge­misch­ten Kol­lek­ti­on aus 20 Fa­schings-Krap­fen (im Hes­si­schen »Kräp­pel« ge­hei­ßen) über­rasch­te. Sechs üb­rig­ge­blie­be­ne Ka­lo­rien­bom­ben tra­ten spä­ter mit mir die Fahrt nach Han­no­ver an und krieg­ten sol­cher­art was von der Welt zu se­hen, be­vor sie dann im hei­mi­schen Fürth letzt­lich doch noch ge­nüß­lich ver­speist wur­den. Wann hin­ge­gen mit mei­nem mo­men­tan un­päß­li­chen, high­fi­de­len Neu­zu­gang Oh­ren­schmaus gou­tiert wer­den kann, steht der­zeit noch in den Ster­nen...

P.S.: Ein Klick auf ei­nes der Fo­tos bringt ei­ne grö­ße­re Fas­sung zur An­zei­ge. Je nach Um­ge­bungs­licht scheint sich das Blau des Ge­häu­ses zu wan­deln. Ein wun­der­ba­rer Cha­mä­le­on-Ef­fekt!

Freitag, 31. Januar 2014

Stein der Wei­sen

Vor ex­akt drei Jah­ren hat sich der zone­batt­ler ein Net­book ge­kauft und da­zu ei­nen Surf­stick von FONIC zwecks Her­stel­lung ei­nes draht­lo­sen In­ter­net-Zu­gangs für un­ter­wegs. Das Net­book ver­rich­tet nach wie vor zu­ver­läs­sig sei­nen Dienst als mo­bi­les Bü­ro (von be­schei­de­ner Lei­stungs­fä­hig­keit, aber an­ge­nehm kom­pak­ten For­mat), der Surf­stick in­des wur­de die­ser Ta­ge zu­gun­sten ei­nes »Pla­stik-Steins« mit hand­schmeich­le­ri­schen Qua­li­tä­ten in den Ru­he­stand ver­setzt und sei­ne SIM-Kar­te mit dem FO­NIC-Da­ten­ta­rif in den neu­en Ap­pa­ril­lo ver­pflanzt. Es han­delt sich da­bei um ei­nen mo­bi­len WLAN-Rou­ter, der wie wei­land der Surf­stick der mo­bi­len In­ter­net-An­bin­dung dient, aber dar­über hin­aus noch ei­ni­ge Hand­ha­bungs­vor­tei­le bie­tet. So sieht er aus im Grö­ßen­ver­gleich zu mei­ner Arm­band­uhr:

Mobiler WLAN-Router TP-Link M5350

Der für knapp 60 EUR er­hält­li­che »TP-Link M5350« ist ein aut­ark ar­bei­ten­der, mo­bi­ler Hot­spot, d.h. er kann dank sei­nes ein­ge­bau­ten Ak­kus un­ab­hän­gig von ei­nem »Mut­ter-Ge­rät« so­fort und schnell ein draht­lo­ses Funk­netz auf­span­nen. Weil er nicht an den USB-An­schluß ei­nes End­ge­rä­tes ein­ge­stöp­selt wer­den muß, kann man ihn da­hin le­gen, wo der Netz­emp­fang am be­sten ist, al­so z.B. ans Fen­ster von Ta­gungs­raum oder ICE-Ab­teil. Bis zu zehn WLAN-fä­hi­ge Ge­rä­te (PCs, Ta­blets, Mo­bil­te­le­fo­ne) kön­nen gleich­zei­tig be­dient wer­den, wo­bei sich die na­tür­lich die ver­füg­ba­re Band­brei­te, sprich den ma­xi­mal mög­li­chen Da­ten­durch­satz tei­len müs­sen. Last but not least ar­bei­tet das hand­li­che Teil mehr als sechs Stun­den mit ei­ner Ak­ku-La­dung, was je­der zu schät­zen weiß, der sich mit der ver­gleich­ba­ren »Tethering«-Funkion sei­nes Smart­phones schon mal in null-kom­ma-nix den Han­dy-Ak­ku leer­ge­funkt hat...

Im Pra­xis­test hat sich der klei­ne Ka­sten als über­aus hilf­reich und kom­mod er­wie­sen: Ob im Ho­tel­zim­mer oder im Zug, dank der frei­en Pla­zier­bar­keit kriegt man re­gel­mä­ßig bes­se­ren und zu­ver­läs­si­gen Emp­fang als mit fest am Rech­ner an­ge­stöp­sel­ten Surf­stick. Man darf nur nicht ver­ges­sen, das an un­auf­fäl­li­ger Stel­le de­po­nier­te Ge­rät beim Auf­bruch auch wie­der ein­zu­stecken und mit­zu­neh­men! An­ge­sichts des Ge­bo­te­nen ist der Preis durch­aus als gün­stig zu be­zeich­nen: Wer bei­spiels­wei­se mit dem Er­werb ei­nes iPads lieb­äu­gelt, soll­te dar­über nach­den­ken, ob die 120 EUR Auf­preis für die Mo­bil­funk­va­ri­an­te wirk­lich ge­recht­fer­tigt sind: Mit dem nur-WLAN-Wisch­brett und ei­nem Mi­Fi-Rou­ter wie dem vor­ge­stell­ten be­kommt man die glei­che Funk­tio­na­li­tät bei grö­ße­rer Fle­xi­bi­li­tät und hat dann so­gar noch 60 EUR Hand­geld üb­rig!

Samstag, 18. Januar 2014

Tief­stap­ler

In­spi­riert durch ei­nen Hob­by-Kol­le­gen, der un­längst im Old Fi­de­li­ty-Fo­rum ei­nen B&O Be­oma­ster 4000 er­wähn­te, ha­be ich mich mal nä­her mit der Hi­Fi-Hi­sto­rie von Bang & Oluf­sen be­schäf­tigt. Sehr schnell war mir klar, daß mich de­ren über­teu­er­tes, neu­mo­di­sches Ge­lum­pe kein biß­chen in­ter­es­siert, es in der Ver­gan­gen­heit aber frag­los tol­le Sa­chen – zu­min­dest de­sign­mä­ßig – vom dä­ni­schen No­bel-Her­stel­ler ge­ge­ben hat.

Als näch­stes ha­be ich mir dann die schön ge­stal­te­te und auf­wen­dig ge­mach­te B&O Samm­ler-Bi­bel von Tim & Nick Jar­mann kom­men las­sen, und nach ei­ni­gen zu­sätz­li­chen In­ter­net-Re­cher­chen war mir klar, wor­auf es hin­aus­lau­fen wür­de:

  • Der »hei­li­ge Gral« – sprich die mon­dä­ne Ver­stär­ker-/Tu­ner-Kom­bi­na­ti­on aus Beo­lab 5000/Be­oma­ster 5000 im au­ßer­ge­wöhn­li­chen Re­chen­schie­ber-De­sign aus dem Jahr 1967 – ist eben­so sel­ten wie (zu) teu­er.

  • Der Be­oma­ster 3000–2 (1971) ist schön und leicht zu krie­gen, aber groß und durch sei­ne Holz­hau­be et­was kon­ser­va­tiv in der An­mu­tung.

  • Die spä­te­ren Mo­del­le (z.B. Be­oma­ster 4400) mit dem ab­ge­schräg­ten Be­dien­pult vor­ne ge­fal­len mir über­haupt nicht.

  • Die sil­ber­nen Alu­fron­ten zie­he ich auf­grund der bes­se­ren Ab­les­bar­keit der Be­schrif­tung und der Har­mo­nie zu den Holz­tei­len den schwarz elo­xier­ten Aus­füh­run­gen vor.

Was al­so blieb mir üb­rig? Der klei­ne, fei­ne Re­cei­ver Be­oma­ster 901 von 1973:

B&O Beomaster 901

Den ha­be ich mir so­eben aus der elek­tri­schen Bucht ge­fischt, dank ru­di­men­tä­rer Be­schrei­bung und du­bio­ser Han­dy-Fo­tos hat­te ich we­nig Kon­kur­renz und muß­te dem An­bie­ter letzt­lich nur EUR 36,06 (plus Pa­ket-Por­to) da­für löh­nen.

B&O Beomaster 901

Glück hat­te ich mit die­sem Fang in mehr­fa­cher Hin­sicht: Er­stens kam das doch recht schwe­re Ge­rät trotz un­zu­rei­chen­der Ver­packung (nur ei­ne La­ge al­te Bla­sen­fo­lie im en­gen Kar­ton) un­be­schä­digt an, zwei­tens ließ sich die gel­be Bal­sa­mie­rungs­schicht aus Ni­ko­tin mit Glas­rein pro­blem­los ent­fer­nen, drit­tens wir­ken die Pa­li­san­d­er­holz-Tei­le nach Ein­ölung mit »Babera«-Holzpflegemittel wie neu, vier­tens schließ­lich funk­tio­nier­te das Ge­rät auf An­hieb mit nur ge­rin­gen Al­ters-Ge­bre­chen (wie leich­tem Po­ti-Krat­zen an man­chen Reg­ler-Po­si­tio­nen). Ach ja: Die (im­mer­hin 40 Jah­re al­ten) Gum­mi­fü­ße wa­ren hin­über, da ha­be ich mir ge­stern in der na­hen Con­rad-Fi­lia­le Er­satz in Form von iden­tisch di­men­sio­nier­ten, rich­ti­gen Ge­rä­te­fü­ßen zum An­schrau­ben ge­holt, die auf Mö­beln auch län­ger­fri­stig kei­ne Spu­ren hin­ter­las­sen (soll­ten).

B&O Beomaster 901

Die fla­che Flun­der ist un­ge­eig­net für Leu­te, die zum Mu­sik­ge­nuß im­mer auch ein bun­tes Lich­ter­fest ha­ben wol­len: Au­ßer der grü­nen Ste­reo-Lam­pe und der ro­ten, zwei­ge­teil­ten Ste­reo-An­zei­ge gibt es an die­sem Ap­pa­rat nix, was leuch­ten könn­te. Den­noch fin­de ich das Ge­rät wun­der­schön, we­gen des un­ge­wöhn­li­chen Form­fak­tors, we­gen der Ein­fas­sung des Holz-Deckels durch Alu-Lei­sten vorn und hin­ten, nicht zu­letzt na­tür­lich auch auf­grund der äu­ßerst un­kon­ven­tio­nel­len Ge­stal­tung der Front und ih­rer Be­die­nungs­ele­men­te. Wie es klingt? Das ist mei­ner Mei­nung nach vor al­lem von den an­ge­schlos­se­nen Laut­spre­chern und de­ren Auf­stel­lung im Raum ab­hän­gig...

Das ein­zi­ge, was mir jetzt noch fehlt zu mei­nem Glück, ist ein pas­sen­der Auf­stel­lungs­ort in mei­ner an Alt­ge­raf­fel nicht eben ar­men Woh­nung... ;-)

P.S.: Ein Klick auf ei­nes der Fo­tos bringt ei­ne grö­ße­re Fas­sung zur An­zei­ge.

Montag, 4. November 2013

(M)ein Mi­nol­ta-Mu­se­um (2)

Nach dem ei­nen oder an­de­ren letzt­lich fehl­ge­schla­ge­nen Ver­such, vor­han­de­ne Wech­sel­ob­jek­ti­ve aus der ana­lo­gen Ära zu re­ak­ti­vie­ren und im di­gi­ta­len Zeit­al­ter zu film­lo­sen Höchst­lei­stun­gen zu mo­ti­vie­ren, hat der zone­batt­ler be­schlos­sen, sei­ne licht­bild­ne­ri­schen Al­lü­ren auch für­der­hin nur mit­tels Kom­pakt-Knip­sen aus­zu­le­ben. Da­mit dies­be­züg­lich end­lich Ru­he ist. Was aber ein­mal mehr die Fra­ge – an der er ja schon seit Jah­ren kaut – nach der wei­te­ren Ver­wen­dung sei­ner äl­te­ren Auf­nah­me-Ap­pa­ra­tu­ren auf­ge­wor­fen hat...

Da ich mei­ne hand­ver­le­se­ne Mi­nol­ta-Hi­sto­rie in zehn Ka­pi­teln im­mer noch ger­ne an­schaue (und die so­li­den Ka­me­ras zum Hand­schmei­cheln ge­le­gent­lich in die­sel­ben neh­me, ha­be ich da­mit an­ge­fan­gen, ei­nen vir­tu­el­len Schau­ka­sten zu er­rich­ten, um mein ol­les Zeugs welt­weit vor­zu­zei­gen. Un­ter der frisch re­gi­strier­ten Adres­se

www.my-minolta-museum.info

ha­be ich be­reits mit der ta­bel­la­ri­schen Er­fas­sung und chro­no­lo­gisch sor­tier­ten Prä­sen­ta­ti­on mei­ner mu­sea­len Be­stän­de be­gon­nen. Al­le al­ten Ka­me­ras und ih­re epo­chal da­zu­ge­hö­ri­gen Wech­sel­ob­jek­ti­ve be­kom­men ei­ge­ne Ar­ti­kel, de­ren ad­äqua­te Be­bil­de­rung mich noch vor ei­ni­ge Her­aus­for­de­run­gen stel­len wird. Im­mer­hin, der Roh­bau steht und ich kann fröh­lich Richt­fest fei­ern:

Screenshot von www.my-minolta-museum.info

Es mag auf­fal­len, daß ich die neue Web­site kom­plett und aus­schließ­lich in Eng­lisch aus­füh­re. Das ist na­tür­lich dem in­ter­na­tio­na­len Pu­bli­kum ge­schul­det und der – mög­li­cher­wei­se gar nicht so ab­we­gi­gen – Hoff­nung, daß sich ir­gend­wo und ir­gend­wann ein hin­ge­bungs­vol­ler Samm­ler da­zu hin­rei­ßen läßt, mir mei­nen al­ten Krem­pel en bloc für gu­tes (Schmerzens-)Geld ab­zu­kau­fen, weil ihm ir­gend­ein Stück zur Kom­plet­tie­rung sei­ner Kol­lek­ti­on fehlt, wel­ches er bis­lang we­der für Geld noch für gu­te Wor­te hat auf­trei­ben kön­nen. Ich ha­be da schon ei­ni­ge Er­fah­run­gen ma­chen kön­nen mit fi­nan­zi­ell po­ten­ten »Ha­ben-Wol­lern«, die zur Be­frie­di­gung ih­res of­fen­kun­dig ma­ni­sche Zü­ge tra­gen­den Sam­mel­trie­bes je­des Au­gen­maß hin­sicht­lich der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit ih­rer Of­fer­ten ver­mis­sen lie­ßen. Aber was dem ei­nen nicht weh tut, den an­de­ren be­rei­chert und bei­de er­freut kann man ja nur neu­deutsch als »Win-win-Si­tua­ti­on« be­grü­ßen!

Ich freue mich schon dar­auf, mein klei­nes Mi­nol­ta-Mu­se­um nach Fer­tig­stel­lung den Mar­ken-Fans zu wid­men, von de­nen es al­lein im deutsch­spra­chi­gen Raum hier und da noch ei­ne gan­ze Men­ge gibt...

P.S.: Wer sich fragt, wie ich auf der neu­en Bau­stel­le die schö­nen Ta­bel­len rea­li­siert ha­be: Da­für zeich­net das prak­ti­sche Plug­in »Ta­b­le­Press« ver­ant­wort­lich, wel­ches ich vor Jah­res­frist ge­te­stet und für her­vor­ra­gend funk­tio­nie­rend be­fun­den hat­te.

Freitag, 1. November 2013

Fa­re­well, My Love­ly

Ob­zwar der zone­batt­ler als se­mi-au­ti­sti­scher Ap­pa­ra­te-Fe­ti­schist al­ler­lei li­bi­di­nö­se Ver­hält­nis­se zu sei­nen elek­tri­schen Gad­gets un­ter­hält, sei­ne Be­zie­hun­gen zu schmuck­lo­sen Haus­halts­groß­ge­rä­ten sind ge­mein­hin doch eher von prag­ma­ti­scher Nüch­tern­heit ge­prägt. Die re­gel­be­stä­ti­gen­de Aus­nah­me steht mo­men­tan in sei­nem kal­ten Trep­pen­haus und harrt ei­ner un­ge­wis­sen Zu­kunft ent­ge­gen:

Waschtrockner Quelle Matura Turbo 1102SL

Sie­ben Jah­re Er­lan­gen, sie­ben Jah­re Forch­heim, 14 Jah­re Fürth. Das sind die drei Sta­tio­nen mei­nes no­blen »Quel­le Ma­tu­ra Tur­bo 1102SL« Wasch­trock­ners ge­we­sen. Man­cher­lei männ­li­che und weib­li­che Leib­wä­sche hat der gar nicht so stum­me Die­ner stets zu­ver­läs­sig ge­wa­schen, ge­schleu­dert und mit­un­ter (in der er­sten, recht klei­nen und la­tent feuch­ten Woh­nung) auch ge­trock­net. Die da­mit ver­knüpf­ten Er­in­ne­run­gen an ver­gan­ge­ne Zei­ten will ich hier nicht aus­brei­ten, aber es dürf­te of­fen­kun­dig sein, daß an so ei­nem Blech­ka­sten durch­aus auch sen­ti­men­ta­le Ge­dan­ken hän­gen kön­nen, wenn er ei­nen knapp drei Jahr­zehn­te lang be­glei­tet und treue Dien­ste ge­lei­stet hat...

Am 17. Ok­to­ber 1985 ha­be ich wei­land die­sen brau­nen Brum­mer er­stan­den, auf daß er mei­ne er­ste Woh­nung nach dem Aus­zug aus der müt­ter­li­chen Ein­fluß­sphä­re zie­ren und mei­ne Tex­ti­li­en er­fri­schen mö­ge. Farb­lich soll­te er in das in den 1970er Jah­ren ge­flie­ste Bad pas­sen, ei­ne ba­nal-wei­ße Wasch­ma­schi­ne kam des­halb kei­nes­falls in Fra­ge. Nein, das auch in »cham­pa­gner« er­hält­li­che, ex­klu­si­ve Top-Mo­dell aus dem Quel­le-Ka­ta­log muß­te es sein! Im­mer­hin ver­moch­te ich – als jun­ger Ei­sen­bah­ner – den stol­zen Preis von 1.998,00 DM dank des dienst­lich ver­füg­ba­ren »Quel­le-Schei­nes« im Schickedanz’schen »Selgroß«-Großhandelshaus um et­wa 12% auf DM 1753,84 zu re­du­zie­ren. Was im­mer noch ei­ne Men­ge Gel­des war, sich aber jetzt im Rück­blick auf knap­pe 9 Eu­ro-Cent pro Tag her­un­ter­rech­nen läßt. Ein Schnäpp­chen!

In­zwi­schen lei­det der ser­vi­le Ka­me­rad aber an al­ters­be­ding­ter Ge­brech­lich­keit und In­kon­ti­nenz. Ei­nen vor Jah­ren auf­ge­tre­te­nen »Herz­in­farkt« konn­te ich noch selbst hei­len (es wa­ren nur die Mo­tor­koh­len ab­ge­nutzt, und da­mals konn­te ich noch die paar Ki­lo­me­ter zum heu­te nicht mehr exi­stie­ren­den Nürn­ber­ger AEG-Haus­ge­rä­te­werk ra­deln, um pas­sen­den Ori­gi­nal­ersatz zum Selbst­ein­bau zu er­ste­hen), un­be­han­delt muß­te in­des ein Bruch der La­de­tür­ein­fas­sung ober­halb ih­res Schar­nie­res blei­ben:

Bruch in der Türeinfassung

Nun, die­ses Han­di­cap ha­ben wir bei­de noch mit Fas­sung und Wür­de ge­tra­gen bzw. sou­ve­rän igno­riert, denn bei scho­nen­der Be­tä­ti­gung blieb die Tür bis heu­te eben­so dran wie dicht. Im Ge­gen­satz zur Lau­gen­pum­pe an der tief­sten Stel­le des Ge­rä­tes: Die kann mitt­ler­wei­le das Was­ser nicht mehr hal­ten, und so sam­mel­te sich wäh­rend des Her­um­pan­schens, vor al­lem aber auch da­nach, ei­ne ver­rä­te­ri­sche und pein­li­che Pfüt­ze un­ter dem wacke­ren Wasch­knecht an. Die Kor­ro­si­ons­spu­ren an sei­ner Pum­pe zei­gen durch­aus deut­lich, daß hier ei­ne Or­gan­trans­plan­ta­ti­on die ein­zig nach­hal­tig wirk­sa­me Kur wä­re:

undichte Laugenpumpe (hinten) mit Motor und Lüfterrad (vorn)

Hier frei­lich ver­sa­gen des zonebattler’s Kunst und Kön­nen auf­grund des Man­gels an Er­satz­tei­len. Die im Üb­ri­gen auch gar nicht so leicht ein­zu­bau­en wä­ren, oh­ne den dar­über­lie­gen­den Bot­tich und die son­sti­gen In­ne­rei­en tem­po­rär aus dem We­ge zu schaf­fen. Und ob die gan­zen be­tei­lig­ten Gum­mi-Ar­te­ri­en und ‑Ve­nen das Ab­zie­hen, Drauf­stecken und Ver­klem­men noch hin­rei­chend ela­stisch mit­ma­chen wür­den, ist auch noch die Fra­ge.

Und des­halb en­det hier die Ge­schich­te und das Dienst- und Treue­ver­hält­nis mei­nes pa­ra­do­xer­wei­se zur »wei­ßen Wa­re« zäh­len­den, bei­gen Wä­sche­pfle­gers. Der nur des Wa­schens, nicht aber des en­er­gie­ver­schwen­de­ri­schen Trock­nens mäch­ti­ge Nach­fol­ger – ein tat­säch­lich rein­wei­ßes Ge­braucht-Ge­schenk ei­ner lie­ben Freun­din – steht schon in der Kü­che und sorgt mit un­ge­wohn­ten Ge­räu­schen, Ge­rü­chen und Lauf­zei­ten für an­fäng­li­che Ir­ri­ta­tio­nen. Na, man wird sich dar­an ge­wöh­nen, wie an so vie­les. Mein al­ter Recke aber soll nicht un­wür­dig auf den Re­cy­cling­hof ver­sto­ßen wer­den, son­dern über ei­ne mei­ner Auk­tio­nen ein gu­tes neu­es Herr­chen (oder Frau­chen) fin­den und sich nach Mög­lich­keit in ei­nem Wasch­kel­ler mit Ab­lauf im Bo­den noch ein paar Jah­re nütz­lich ma­chen...

Sonntag, 22. September 2013

Alt­glas-Re­cy­cling

Schon vor drei­ein­halb Jah­ren hat­te ich den Ver­such un­ter­nom­men, mit ei­ner neu­en di­gi­ta­len Ka­me­ra mei­nen al­ten Be­stand an Ob­jek­ti­ven ei­ner zeit­ge­mä­ßen Nut­zung zu­zu­füh­ren. Letzt­lich ha­be ich das voll­for­ma­ti­ge Prunk­stück da­mals aus gu­ten Grün­den nicht be­hal­ten und zu­rück­ge­schickt...

Als ich neu­lich aber mei­ne zehn im Re­gal ste­hen­den, ana­lo­gen Spie­gel­re­flex-Ka­me­ras der Mar­ke Mi­nol­ta ent­staub­te, er­wach­te die Lust neu in mir und ich über­leg­te, mei­nem sta­ti­schen Mu­se­um zu­min­dest teil­wei­se wie­der ei­nen prak­ti­schen Nut­zen ab­zu­ge­win­nen. Nach stun­den­lan­ger Re­cher­che im Mi­nol­ta-Fo­rum, vor al­lem aber im Sony­U­ser­fo­rum be­stell­te ich mir dann die ziem­lich neue SONY SLT-A58:

SONY SLT-A58

Im Ge­gen­satz zur bul­li­gen und schwe­ren Al­pha 850 ist die kom­pak­te und leich­te Al­pha 58 na­tür­lich kei­ne »Vollformat«-Kamera, d.h. ihr APS-C-Bild­sen­sor ist er­heb­lich klei­ner als der Sen­sor im Klein­bild­for­mat 36 x 24 mm der äl­te­ren Schwe­ster, was gra­vie­ren­de Aus­wir­kun­gen auf die Bild­wir­kung hat: Wäh­rend sich der klein­bild­for­ma­ti­ge Sen­sor der A850 aus mei­nen voll­formatt­aug­li­chen Ob­jek­ti­ven das ma­xi­mal mög­li­che Recht­eck her­aus­schnip­pel­te, kriegt der klei­ne­re Sen­sor der A58 na­tür­lich nur ei­nen mit­ti­gen Aus­schnitt da­von zu se­hen. Die­ser so­ge­nann­te »Crop-Fak­tor« be­wirkt im End­ef­fekt, daß der Blick­win­kel der vor­han­de­nen Ob­jek­ti­ve in den Te­le-Be­reich ver­scho­ben wird (wo­bei sich de­ren bau­art­be­ding­te Brenn­wei­te selbst­ver­ständ­lich nicht än­dert). Kurz ge­sagt: Ein Weit­win­kel wirkt we­ni­ger weit­wink­lig, ein Te­le­ob­jek­tiv da­für noch »te­li­ger« als an der al­ten ana­lo­gen oder der mo­der­nen Voll­for­mat­ka­me­ra.

SONY SLT-A58

Die teil­wei­se durch­aus be­dau­er­li­che Ver­schie­bung (mit mei­nem Fi­she­ye und mei­nem ex­tre­men 20 mm-Weit­win­kel konn­te ich frü­her auch klei­ne In­nen­räu­me kom­plett er­fas­sen) hat na­tür­lich auch ih­re Vor­tei­le, die frei­lich nicht ge­stal­te­ri­scher Na­tur sind: Zum ei­nen fällt das Ge­häu­se der A58 dank des klei­ne­ren Sen­sors er­heb­lich kom­pak­ter und leich­ter aus als das der Voll­for­mat-Vor­gän­ge­rin, zum an­de­ren ko­stet es nur ein Vier­tel bis ein Fünf­tel da­von, mit ei­nem zu­sätz­li­chen »Kit«-Zoomobjektiv in Leicht­bau­wei­se als nicht zu ver­ach­ten­de Zu­ga­be.

Ernst­haft ver­glei­chen kann man die preis­wer­te Ein­stei­ger­klas­se mit der so­li­den Pro­fi­ka­me­ra na­tür­lich nicht. Die Un­ter­schie­de in der Ma­te­ri­al­an­mu­tung und der So­li­di­tät sind au­gen­fäl­lig. Den­noch spürt man den klas­sen­über­grei­fen­den Fort­schritt, ins­be­son­de­re in Sa­chen Soft­ware sind drei­ein­halb Jah­re ja ei­ne hal­be Ewig­keit. Vor al­lem aber hat es mir das rück­wär­ti­ge Klapp-Dis­play an­ge­tan, da ich doch im­mer wie­der ger­ne un­auf­fäl­lig »aus der Hüf­te schie­ße« oder un­ge­wohn­te Per­spek­ti­ven aus­pro­bie­re...

SONY SLT-A58

Al­le ak­tu­el­len SO­NY-Ka­me­ras mit Wech­sel­ob­jek­ti­ven sind heu­te kei­ne »klas­si­schen« Spie­gel­re­flex-Ap­pa­ra­te mehr mit op­ti­schem Su­cher und Schwing­spie­gel: Statt des tat­säch­li­chen Blicks auf das Mo­tiv via Ob­jek­tiv, Spie­gel, Pen­ta­pris­ma und Oku­lar schaut man heut­zu­ta­ge durch den Su­cher auf ei­nen Mi­nia­tur-Mo­ni­tor, des­sen ab­stra­hie­ren­de An­mu­tung zu­nächst un­ge­wohnt ist, wenn man die alt­her­ge­brach­te Bau­form ge­wohnt ist. Das The­ma spal­tet die Ge­mein­de und er­hitzt die Ge­mü­ter. Mei­ner ei­ner sieht den kon­zep­tu­el­len Wech­sel eher po­si­tiv: Der Ver­zicht auf die kom­ple­xe Spie­gel­me­cha­nik zu­gun­sten ei­ner fe­ste­hen­den, teil­durch­läs­si­gen Re­flek­tor­fo­lie senkt den Auf­wand, er­höht die Ro­bust­heit und eli­mi­niert den Spie­gel­schlag. Das elek­tro­ni­sche Su­cher­sy­stem bie­tet bis da­to un­be­kann­ten Kom­fort wie Rest­licht­ver­stär­kung oder Schär­fen­tie­fe-Be­ur­tei­lung durch Ab­blen­dung oh­ne Hel­lig­keits­ver­lust. Al­le mög­li­chen In­for­ma­tio­nen sind ein­blend­bar, und um zu hilf­rei­chen Ra­ster­li­ni­en zu ge­lan­gen muß man nicht nach al­ter Vä­ter Sit­te ei­ne an­de­re Matt­schei­be ein­bau­en, son­dern nur den ent­spre­chen­den Me­nü­punkt an­wäh­len. In ein paar Ge­rä­te-Ge­ne­ra­tio­nen wird man den si­mu­lier­ten Su­cher­blick nicht mehr vom rea­len un­ter­schei­den kön­nen, des­sen bin ich mir si­cher.

Daß der Um­gang mit ei­ner Sy­stem­ka­me­ra trotz al­len ge­bo­te­nen Kom­forts an­ders ist als der mit ei­ner Kom­pakt­knip­se und ggf. neu er­lernt wer­den will, ha­be ich auf mei­ner er­sten Fo­to-Pirsch mit der neu­en Ka­me­ra be­reits fest­stel­len müs­sen. Den­noch wird das Ex­pe­ri­ment dies­mal nicht ab­ge­bro­chen und die neue Aus­rü­stung be­hal­ten: Die er­wei­ter­ten Mög­lich­kei­ten hän­gen nicht all­zu­schwer an mei­ner Schul­ter und selbst ein To­tal­ver­lust wä­re fi­nan­zi­ell kein Bein­bruch. An­ge­sichts der ak­tu­el­len Wet­ter­la­ge wer­de ich heu­te aber wohl nicht das Haus ver­las­sen, um fro­hen Her­zens zu fo­to­gra­fie­ren, son­dern nur, um sor­gen­vol­len Ge­müts ei­nen neu­en Bun­des­tag zu wäh­len. Als Sou­ve­rän hat man es nicht leicht, denn wenn man sei­ne Aus­wahl hin­ter­her be­reut, kann man Re­gie­rung und Kanzler(in) nicht ein­fach um­tau­schen...

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