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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Samstag, 21. September 2013

Feuch­te Fo­tos

Ge­stern hat­te sich der zone­batt­ler ei­nen spon­ta­nen Tag Ur­laub ge­gönnt, um sich mit ei­ner neu­en Ka­me­ra und al­ten Ob­jek­ti­ven nach Bam­berg zu be­ge­ben. Wie schon beim letz­ten Mal soll­te die Dom­stadt mit ih­ren viel­fäl­ti­gen Mo­ti­ven die pas­sen­de Um­ge­bung zum aus­gie­bi­gen Te­sten des licht­bild­ne­ri­schen Hand­werks­zeu­ges stel­len.

ein trüber Regentag in Bamberg

Lei­der war der freie Frei­tag arm an Licht und reich an Re­gen, was ich frei­lich nicht zum An­laß zu ver­schärf­ter Trüb­sal nahm, son­dern eher als Her­aus­for­de­rung be­griff: Im­mer­hin hat Nie­sel­wet­ter ja den Vor­teil, daß dann nicht ganz so vie­le Tou­ri­sten wie sonst in der Ge­gend her­um­ham­peln und ei­nem das Blick­feld ver­stel­len...

ein trüber Regentag in Bamberg

Zu den De­tails und den Me­ri­ten der neu­en Ka­me­ra wer­de ich mich in Kür­ze in ei­nem ei­ge­nen Bei­trag äu­ßern, aber den be­mer­kens­wer­ten Un­ter­schied der hier ge­zeig­ten Auf­nah­men zu den Bil­dern aus mei­nen im­mer noch hoch­ge­schätz­ten Kom­pakt­knip­sen sieht si­cher­lich nicht nur der Fach­mann: mit grö­ße­rem Sen­sor und wei­te­ren Blen­den­öff­nun­gen wer­den Mo­tiv-Frei­stel­lun­gen und ab­strakt-un­schar­fe Hin­ter­grün­de mög­lich, die der klei­ne Im­mer-da­bei-Ap­pa­rat prin­zi­pi­ell nicht zu­stan­de brin­gen kann.

ein trüber Regentag in Bamberg

Ne­ben dem zum Lie­fer­um­fang des Bo­dies ge­hö­ren­den »Kit-Ob­jek­tiv« mit ei­nem Zoom-Be­reich von 18–55 mm hat­te ich zwei be­währ­te al­te Fest­brenn­wei­ten aus se­li­gen Ana­log-Zei­ten ein­ge­packt (50 mm und 135 mm), um de­ren Taug­lich­keit im di­gi­ta­len Zeit­al­ter zu über­prü­fen. Was sich im Ver­gleich zu frü­her schon mal nicht ge­än­dert hat, ist das lä­sti­ge Her­um­han­tie­ren mit Ge­häu­se und Lin­sen beim Ob­jek­tiv­wech­sel: Ein Oc­to­pus vul­ga­ris mit sei­nen acht Ar­men wür­de wohl sou­ve­rä­ner agie­ren als un­ser­eins, der mit zwei Hän­den drei Ge­rät­schaf­ten in Re­la­ti­on zu brin­gen sucht...

ein trüber Regentag in Bamberg

Mit Was­ser von oben und kei­nem schüt­zen­den Dach in der Nä­he gilt es dann noch zu­sätz­lich ei­nen Re­gen­schirm zu ba­lan­cie­ren, was den um­bau­en­den Fo­to­gra­fen frag­los selbst zum ku­rio­sen Fo­to­mo­tiv macht. Aber was tut man nicht al­les der Schön­heit hal­ber... Ei­nen wei­te­ren Knip­ser der un­frei­wil­lig ko­mi­schen Sor­te ha­be ich dann selbst ein­fan­gen kön­nen, wenn auch nur von hin­ten:

ein trüber Regentag in Bamberg

Von vor­ne ha­be ich den ei­li­gen Kol­le­gen mit dem ge­hetz­ten Blick und den mit meh­re­ren Ka­me­ras be­häng­ten Ku­gel­bauch lei­der nicht kon­ser­vie­ren kön­nen. Aber selbst wenn, dann hät­te ich ihn der Dis­kre­ti­on we­gen hier oh­ne­hin nicht öf­fent­lich zei­gen kön­nen. Macht aber nichts, es gibt ja ge­nug un­be­leb­te Ob­jek­te, die sich als Mo­tiv an­bie­ten, je­den­falls dem, der nicht acht­los vor­bei­ha­stet auf der Su­che nach den schon mil­lio­nen­fach ab­ge­lich­te­ten »Se­hens­wür­dig­kei­ten«...

ein trüber Regentag in Bamberg

Ganz zu­frie­den bin ich mit der abends heim­ge­brach­ten (Aus)beute nicht, ins­be­son­de­re die Schär­fe läßt in et­li­chen Fo­tos noch zu wün­schen üb­rig. Ich bin mir al­ler­dings ziem­lich si­cher, daß das Pro­blem nicht in der Ka­me­ra sitzt, son­dern hin­ter dem Su­cher stand: Den sou­ve­rä­nen Um­gang mit Fo­kus, Zeit und Blen­de kann man im Um­gang mit Kom­pak­ten auch ver­ler­nen, und ich muß mir die kor­rek­te Fo­kus­sie­rung bei dank of­fe­ner Blen­de ex­trem klei­ner Schär­fen­tie­fe erst wie­der an­eig­nen. Aber da­für war­te ich schö­ne­res Wet­ter und bes­se­res Licht ab!

Sonntag, 9. Juni 2013

Zer­set­zungs­er­schei­nun­gen

Von ca. 1975 bis März 1983 ha­be ich mir ei­ne (Klassik-)LP-Sammlung auf­ge­baut, seit der Ein­füh­rung der CD dann nur noch sil­ber­ne Schei­ben zu­ge­legt. Neu­lich hol­te ich mei­ne Lieb­lings­auf­nah­me des Wagner’schen Par­si­fal aus dem Re­gal, die ich lan­ge nicht mehr an­ge­faßt hat­te, da ich sie vor Jah­ren schon »ge­rippt« und un­ter­wegs nur die platz­spa­ren­de mp3-Fas­sung ge­hört ha­be.

Beim Auf­klap­pen die­ser 4‑CD-Box der Deut­schen Gram­mo­phon mach­te ich ei­ne sehr un­an­ge­neh­me Ent­deckung: Die bei­den dar­in ent­hal­te­nen Schaum­stoff-Qua­dra­te, die zwi­schen je­weils 2 ge­gen­über­lie­gen­den CDs ein­ge­legt wa­ren, um die­sel­ben ge­gen ge­gen­sei­ti­ges Be­schä­di­gen zu schüt­zen, hat­ten sich teil­wei­se sehr in­nig mit den Schei­ben ver­bun­den. Of­fen­bar gab es da che­mi­sche Re­ak­tio­nen in­fol­ge al­ters­be­ding­ter Weich­ma­cher-Aus­dün­stung, die teil­wei­se zum be­kann­ten Zer­brö­seln des Schaum­stoff­ma­te­ri­als führ­ten, mit­un­ter aber eben auch da­zu, daß sich der Schaum­stoff in die La­bel­sei­te der CDs re­gel­recht »ein­brann­te«. Ab­spie­len las­sen sich die der­art an­ge­grif­fe­nen Discs im­mer­hin (noch)...

Dar­auf­hin ha­be ich al­le mei­ne CD-Bo­xen und auch die dicken LP-Mehr­fach­al­ben auf­ge­macht (schon zu LP-Zei­ten wa­ren ja ‑ent­spre­chend gro­ße- Schaum­stoff-Ein­la­gen Usus, um ein un­kon­trol­lier­tes »Ge­klap­per« in der Schach­tel zu un­ter­bin­den). Das Er­geb­nis: Über­all das Glei­che, die über­wie­gend jahr­zehn­te­al­ten Schaum­stoff­mat­ten ha­ben ih­re Ela­sti­zi­tät ver­lo­ren, zer­brö­seln ei­nem un­ter den Fin­gern und in ei­ni­gen Fäl­len ha­ben sie sich mit den zu schüt­zen­den Sil­ber­schei­ben in kaum zu tren­nen­de Be­zie­hun­gen be­ge­ben.

Ich kann al­len Le­se­rin­nen und Le­sern nur ra­ten, ih­re Samm­lun­gen durch­zu­se­hen und et­wa vor­han­de­ne »Zeit­bom­ben« die­ser Art schnellst­mög­lich zu ent­fer­nen: Der Schutz­ef­fekt geht über die Jah­re so­wie­so flö­ten und kehrt sich ir­gend­wann heim­tücki­scher­wei­se ins Ge­gen­teil um!

Dienstag, 2. April 2013

Schach der Ob­so­les­zenz (1)

Kurz vor Weih­nach­ten starb mein 19-zöl­li­ger Bü­ro-Mo­ni­tor im sieb­ten Jahr (!) sei­ner ir­di­schen Exi­stenz ei­nes un­spek­ta­ku­lä­ren To­des: Ei­nes Mon­tag­mor­gens ließ er sich nicht mehr ein­schal­ten, er blieb ein­fach dun­kel und ver­wei­ger­te fort­an stumm schmol­lend den Dienst. Ei­ne Zeit­lang guck­te ich dann zwar nicht in die Röh­re, son­dern in ei­nen al­ten 15-Zoll-LCD aus der ein­ge­la­ger­ten Kel­ler-Re­ser­ve, bis ich dann vor ei­ni­gen Wo­chen ei­nen mo­der­nen 24-Zoll-Pan­ora­ma-Bild­schirm der Lu­xus-Klas­se hin­ge­stellt be­kom­men ha­be. Der taugt mir auf Ar­beit zwar vor­treff­lich, da ich dort mit aus­la­den­den Pla­nungs­ta­bel­len han­tie­ren muß, da­heim aber zie­he ich das klas­si­sche, wenn­gleich sel­ten ge­wor­de­ne 5:4‑Panel (mit ei­ner Auf­lö­sung von 1280 x 1024 Pi­xeln) dem neu­mo­di­schen Hand­tuch-For­mat al­le­mal vor. Wes­halb ich die Mo­ni­tor­lei­che vor der Be­er­di­gung resp. fach­ge­rech­ten Ent­sor­gung als Elek­tro­schrott be­wahr­te und als of­fi­zi­ell aus­ge­mu­ster­ten Son­der­müll weh­mü­tig mit nach Hau­se nahm...

Im Netz konn­te ich spä­ter eru­ie­ren, daß die Schalt­netz­tei­le von Flach­bild­schir­men zum spon­ta­nen Ex­itus nei­gen, her­vor­ge­ru­fen durch de­fek­te Elek­tro­lyt­kon­den­sa­to­ren im Pri­mär­kreis. Die Übel­tä­ter zu ent­lar­ven er­for­dert noch nicht ein­mal Mes­sun­gen, man er­kennt ka­put­te El­kos auf ei­nen Blick an ih­ren ge­wölb­ten Kap­pen oder gar an aus­ge­tre­te­ner Elek­tro­lyt-Flüs­sig­keit an de­ren Soll­bruch­stel­le. Das Aus­bau­en al­ter und das Ein­set­zen neu­er El­kos ist für ei­nen zone­batt­ler mit der Li­zenz zum Lö­ten ei­ne sei­ner leich­te­ren Übun­gen (der freund­li­che Rus­se im You­Tube-Vi­deo braucht er­heb­lich län­ger da­zu). Das Schwie­rig­ste frei­lich war das Öff­nen des Ge­häu­ses, denn wie bei den mei­sten an­de­ren Fa­bri­ka­ten auch ist das mei­nes neuen/alten LG Flatron L1953TR nicht et­wa ver­schraubt, son­dern all­sei­tig ver­schnappt! Der zer­stö­rungs­freie Aus­bau des la­tent bruch­emp­find­li­chen Dis­plays aus sei­nem Kunst­stoff­rah­men hat mich denn auch un­ter Flü­chen viel Schweiß ge­ko­stet und mir als Kol­la­te­ral­scha­den ei­ni­ge tem­po­rär schmerz­haf­te Fin­ger­quet­schun­gen ein­ge­tra­gen. Aber egal, schluß­end­lich krieg­te ich das fra­gi­le Ding doch weit­ge­hend macken­frei aus­ein­an­der, konn­te nach dem Ab­zie­hen al­ler Steck­ver­bin­der ziel­si­cher in das ab­ge­schirm­te In­ne­re vor­drin­gen und auf An­hieb zwei de­fek­te Kon­den­sa­to­ren im Netz­teil er­spä­hen. Ich ging in­des auf Num­mer si­cher, lö­te­te drei mög­li­cher­wei­se noch in­tak­te Ka­me­ra­den in un­mit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft mit aus und ver­merk­te mir La­ge und Po­lung der fünf ka­pa­zi­ti­ven Freun­de auf ei­nem No­tiz­zet­tel:

die auszutauschenden Elektrolyt-Kondensatoren

Heu­te nun tapp­te ich nach der Ar­beit zu un­se­rem klei­nen Für­ther Elek­tro­nik-La­den, er­stand ei­ne Hand­voll neu­er Low-ESR-El­kos mit hö­he­rer Span­nungs­fe­stig­keit als die ori­gi­na­len und trug sie froh­ge­mut nach Hau­se. Glück­li­cher­wei­se paß­ten die Tei­le trotz et­was grö­ße­rer Durch­mes­ser noch ne­ben­ein­an­der auf die Pla­ti­ne, und auch die paar zu­sätz­li­chen Hö­hen-Mil­li­me­ter wa­ren im ble­cher­nen Ab­schirm­kä­fig noch oh­ne wei­te­res un­ter­zu­brin­gen. Die Stun­de der Wahr­heit nah­te nach dem pro­vi­so­ri­schen Zu­sam­men­bau und dem Zu­sam­men­stecken al­ler Ka­bel­ver­bin­dun­gen: Strom dran, Power On und auf die schwar­ze Glas­flä­che ge­starrt.

Und was se­he ich dar­in?

»SIGNALKABEL PRÜFEN«

Bin­go! Wer sich leucht­stark über ein man­geln­des Ein­gangs­si­gnal be­schwe­ren kann, kann un­ver­züg­lich als ge­heilt ent­las­sen und in die Ge­sell­schaft re­so­zia­li­siert wer­den. Nach fünf­mi­nü­ti­gem »Burn in«-Test ha­be ich das Ge­häu­se wie­der kühn zu­sam­men­ge­schnappt und den Bild­schirm auf den Schreib­tisch ge­stellt. Wo er jetzt, fünf Stun­den spä­ter, im­mer noch klag­los ar­bei­tet. Und das mut­maß­lich noch wei­te­re fünf Jah­re tun wird, wenn nicht gar viel län­ger...

Je­den­falls ist es ei­ne Schan­de, wenn an der Di­men­sio­nie­rung kri­ti­scher Bau­tei­le so of­fen­kun­dig ge­spart wird. Es liegt auf der Hand, daß welt­weit ‑zig­tau­sen­de von Mo­ni­to­ren (und an­de­ren Ge­rät­schaf­ten) aus­ge­mu­stert und weg­ge­wor­fen wer­den, ob­wohl in den mei­sten Fäl­len ein ba­na­ler Feh­ler vor­liegt, der mit ge­rin­gem Auf­wand zu lo­ka­li­sie­ren und nach­hal­tig zu be­he­ben wä­re.

Mich selbst hat der Kun­den­sa­to­ren­tausch nur ein we­nig Zeit und ein paar Cent an Ma­te­ri­al ge­ko­stet. Der schnel­le Re­pa­ra­tur­er­folg schmei­chelt dem Ego und ist mit Geld nicht auf­zu­wie­gen. Der Ge­winn für un­se­ren Pla­ne­ten wä­re gleich­falls kaum zu be­zif­fern, wenn un­ser tech­ni­scher Fort­schritt nicht dar­in be­stün­de, mit kon­struk­ti­ven Schwach­stel­len den vor­zei­ti­gen Aus­fall (und die dar­auf fol­gen­de Er­satz­be­schaf­fung) be­wußt zu pla­nen. Auf Ko­sten un­se­rer Um­welt und ih­rer end­li­chen Res­sour­cen. So kann das nicht wei­ter­ge­hen: Re­pa­ra­teu­re al­ler Län­der, ver­ei­nigt Euch! Wo­bei: In der vir­tu­el­len Welt tun sie das ja schon...

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Donnerstag, 1. November 2012

Fun­de im Fun­dus (19):
Bild und Ton vom Al­ler­fein­sten

Fund­stück: SONY SL-HF100ES
Art / Typ: SONY Be­ta­Hi­Fi-Vi­deo­re­cor­der SL-HF100ES
Her­kunft: Ja­pan, 1984
Zu­stand: sehr gu­ter Er­hal­tungs­zu­stand mit nur mi­ni­ma­len (äu­ßer­li­chen) Spu­ren des Ge­brauchs. Män­gel: Fluo­res­zenz-Dis­play durch lang­jäh­ri­gen Dau­er­be­trieb et­was nach­ge­dun­kelt, La­de­me­cha­nik er­mü­det und mit­un­ter nach­hil­fe­be­dürf­tig, Vi­deo­köp­fe ver­mut­lich mitt­ler­wei­le grenz­wer­tig ab­ge­nutzt. Sämt­li­ches Zu­be­hör nebst Schrift­tum und Ori­gi­nal-Ver­packung voll­stän­dig vor­han­den.
Fund­ort: selbst ge­kauft im Ju­ni 1984 beim hei­ma­tört­li­chen Ra­dio-/Fern­seh-Fach­händ­ler, un­ter In­an­spruch­nah­me mei­nes er­sten (und bis heu­te ein­zi­gen) Bank­kre­di­tes. Der Ge­rä­te­kar­ton trägt ei­nen Luft­fracht-Auf­kle­ber der JAL; ver­mut­lich war ich da­mals ei­ner der er­sten (und we­ni­gen) Käu­fer die­ser wei­land brand­neu­en AV-Kom­po­nen­te.
Kauf­preis: DM 2.498,00
No­ti­zen: Auch 28 Jah­re nach dem Kauf ver­mag mich die­ser »dicke Brum­mer« im­mer noch zu fas­zi­nie­ren: Sei­ne um­fas­sen­de Aus­stat­tung und die äu­ßer­lich wie in­ner­lich kom­pro­miß­los hoch­wer­ti­ge Ver­ar­bei­tung wä­ren heut­zu­ta­ge im Zeit­al­ter der di­gi­ta­len Pla­stik­schach­teln in für den Nor­mal­ver­brau­cher be­zahl­ba­ren Grö­ßen­ord­nun­gen gar nicht mehr rea­li­sier­bar.
 
SONY SL-HF100ES   SONY SL-HF100ES   SONY SL-HF100ES   SONY SL-HF100ES
 
Was ha­be ich frü­her an Fern­seh­fil­men und ‑spie­len auf­ge­nom­men! Da­mals war auch die tech­ni­sche Qua­li­tät un­schlag­bar (und blieb es ge­gen­über VHS und Vi­deo 2000 bis heu­te), der spä­te­re Sie­ges­zug der DVD lag in un­end­li­cher Fer­ne (selbst die CD war ja 1984 noch neu und kaum ver­brei­tet). Was mich die so­li­de Ar­chi­vie­rung mei­ner Lieb­lings­fil­me sei­ner­zeit ge­ko­stet hat (SONY UHG-Hi­Fi-Kas­set­ten von je 195 min Spiel­dau­er ko­ste­ten im 3er-Pack im­mer­hin stol­ze DM 69,00), rech­ne ich mir lie­ber nicht aus... Wert wa­ren es mir die aus­nahms­los öf­fent­lich-recht­li­chen TV-Pro­duk­tio­nen aber al­le­mal!
 
Den­noch muß nun wei­chen, was mir fast drei Jahr­zehn­te lang treu ge­dient hat: Zum ei­nen hat mich das In­ter­es­se an be­weg­ten Fern­seh­bil­dern weit­ge­hend und wohl auch un­wi­der­ruf­lich ver­las­sen, zum zwei­ten ha­be ich je­ne Pre­tio­sen, an de­nen das Herz aus man­chen Grün­den hängt, längst di­gi­ta­li­sie­ren las­sen, zum drit­ten tut es zum ge­le­gent­li­chen zeit­ver­setz­ten An­schau­en der ei­nen oder an­de­ren TV­Re­por­ta­ge auch ein bil­li­ger und ein­fa­che­rer, aber un­ver­schlis­se­ner VHS-Re­kor­der.
 
In we­ni­gen Stun­den wer­de ich da­her mei­nen kar­tof­fel­sack­schwe­ren Vi­deo­re­cor­der und ein kaum we­ni­ger wie­gen­des Pa­ket vol­ler hoch­wer­ti­ger Be­ta­Hi­Fi-Kas­set­ten in mei­ne vir­tu­el­len Auk­tio­nen ein­stel­len. Ei­ne ein­ge­schwo­re­ne Be­ta­max-Ge­mein­de exi­stiert nach wie vor, und so kann ich dar­auf ver­trau­en, daß der (t)olle Band-Bo­li­de dem­nächst in die Hän­de ei­nes gu­ten neu­en Herr­chens kommt. Hier in mei­nem Blog kriegt er mit die­sem Bei­trag je­den­falls ein klei­nes Denk­mal ge­setzt...
 
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Mittwoch, 24. Oktober 2012

Blaue Ent­täu­schung (2)

Ich gucke eher sel­ten fern, noch sel­te­ner ge­he ich ins Ki­no (und Pop­corn mag ich schon gleich gar nicht). Aber wenn ich denn da­heim doch mal in die Röh­re glot­ze, dann ist das wirk­lich noch ei­ne sol­che, und zwar der hoch­wer­ti­ge Tri­ni­tron-Glas­kol­ben ei­nes pro­fes­sio­nel­len SO­NY-Stu­dio­mo­ni­tors. Wie ich die­ses zent­ner­schwe­re Stück wei­land gün­stig er­beu­tet und im Schwei­ße mei­nes An­ge­sichts in mei­nen Hort ge­schleppt ha­be, wä­re ei­ne er­zäh­lens­wer­te Ge­schich­te für sich; für die fol­gen­den Aus­füh­run­gen ist in­des nur er­heb­lich, daß ich eben kei­nen neu­mo­di­schen Flach­bild­schirm an der Wand hän­gen, son­dern ein for­mi­da­bles Röh­ren­mon­ster auf dem da­zu­ge­hö­ri­gen ver­fahr­ba­ren Un­ter­satz in mei­nem hei­mi­schen Me­di­en­saal ste­hen ha­be. Und das hat aus­nahms­wei­se mal nix mit dem mir in­ne­woh­nen­dem Geiz Hang zur res­sour­cen­scho­nen­den Kon­sum-As­ke­se zu tun, son­dern mit dem Um­stand, daß das von mir prä­fe­rier­te Film­ma­te­ri­al oft schon Jahr­zehn­te alt und da­her in ana­lo­ger Wie­der­ga­be weit an­sehn­li­cher ist als in künst­lich hoch­di­gi­ta­li­sier­ter Form. Man mö­ge mir das ab­neh­men, ich weiß durch­aus, wo­von ich re­de.

Wäh­rend mich die gan­ze neu­mo­di­sche Hol­ly­wood-Block­bu­ster-Main­stream-Schei­ße (par­don) nicht im min­de­sten in­ter­es­siert, kul­ti­vie­re ich doch ei­nen Hang zu mo­der­nen Mär­chen in Form schlau aus­ge­dach­ter und opu­lent aus­ge­führ­ter Ani­ma­ti­ons­fil­me, wo­mit ich mei­ne ju­ve­ni­le Freu­de an den al­ten Dis­ney-Klas­si­kern in die Ge­gen­wart hin­über­ge­ret­tet ha­be. Bei sol­chen mo­der­nen Mei­ster­wer­ken aus der di­gi­ta­len Re­tor­te wür­de sich nun ei­ne hoch­auf­lö­sen­de Wie­der­ga­be schon sehr gut ma­chen, und an­ge­sichts des Um­stan­des, daß bei ak­tu­el­len Neu­erschei­nun­gen die Prei­se von DVD-Aus­ga­be und Blu-ray-Va­ri­an­te oft nur noch um ei­nen eher sym­bo­li­schen Eu­ro aus­ein­an­der­lie­gen, reif­te in mir un­längst der Plan zur An­schaf­fung ei­nes zu­kunfts­si­che­ren Blau-Strahl-Spie­lers her­an, der ja zur Wie­der­ga­be nor­ma­ler DVDs aus dem vor­han­de­nen Be­stand nicht min­der taugt.

Denn so so­li­de mein fet­ter SO­NY-Bo­li­de auch ist, ir­gend­wann wird er sei­nen elek­tri­schen Geist wohl mal auf­ge­ben, zu­mal er aus den frü­hen (!) 1980er Jah­ren da­tiert und da­mit auch schon drei De­ka­den auf dem kan­ti­gen Buckel hat. Das ist selbst für Pro­fi-Tech­nik kein Pap­pen­stil. Daß ei­ne in ne­bu­lö­ser Zu­kunft fäl­li­ge Er­satz­be­schaf­fung nur noch flach und di­gi­tal sein kann, liegt auf der Hand. Von da­her hielt ich es für schlau und weit­blickend ge­dacht, mir für die Über­gangs­zeit ei­nen Blu-ray-Play­er mit ana­lo­gem Vi­deo­aus­gang zu be­sor­gen. [wei­ter]

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Blaue Ent­täu­schung (1)

Man­che Er­in­ne­run­gen ver­blas­sen kaum, hal­ten sich viel­mehr über Jahr­zehn­te frisch, wenn­gleich mit­un­ter in leicht bis kräf­tig ver­klär­ter Form. Die fünf­tei­li­ge Fern­seh­se­rie »Das blaue Pa­lais« von Rai­ner Er­ler bei­spiels­wei­se hat mich bei ih­rer Erst­aus­strah­lung an­no 1974/1976 der­ma­ßen mul­ti­pel be­ein­druckt, daß ich spä­ter jah­re­lang (ver­geb­lich) nach Wie­der­ho­lun­gen oder Auf­zeich­nun­gen Aus­schau ge­hal­ten ha­be. Vor we­ni­gen Ta­gen nun ist die kom­plet­te Se­rie end­lich auf DVD her­aus­ge­kom­men, und nach­dem ich sie schon Wo­chen vor dem Ver­öf­fent­li­chungs­ter­min bei amazon.de be­stellt hat­te, krieg­te ich sie jetzt als ei­ner der er­sten zu fas­sen. Die Freu­de dar­über wich in­des recht bald ei­ner ge­wis­sen Er­nüch­te­rung...

Die un­ge­wöhn­li­che Mi­ni-Se­rie aus hei­mi­scher Pro­duk­ti­on – man mag sie mit ei­ni­ger Be­rech­ti­gung dem Gen­re der Sci­ence Fic­tion zu­rech­nen – ver­han­del­te schon vor knapp 40 Jah­ren (!) im Wort­sin­ne welt­be­we­gen­de The­men, die auch heu­te noch brand­ak­tu­ell er­schei­nen: Gen­ma­ni­pu­la­ti­on, Or­gan­trans­plan­ta­ti­on, wis­sen­schaft­li­che Skru­pel­lo­sig­keit hier, ethi­sche Ver­ant­wor­tung für das ei­ge­ne Tun da. Weiß­be­kit­tel­te For­scher eil­ten durch das ma­ro­de Ge­mäu­er eben des »blau­en Pa­lais’«, lie­fer­ten sich Wort­ge­fech­te in zun­gen­bre­che­ri­schem Fach­chi­ne­sisch und ge­le­gent­lich auch die ei­ne oder an­de­re Hand­greif­lich­keit. Der Kon­trast zwi­schen der Ab­ge­schie­den­heit und dem her­un­ter­ge­kom­men Zu­stand der For­schungs­stät­te ei­ner­seits und der Er­kennt­nis­su­che an vor­der­ster Front der Wis­sen­schaft an­de­rer­seits hat mich wei­land un­ge­mein fas­zi­niert und tut das im Grun­de bis heu­te, wor­an üb­ri­gens der her­aus­ra­gen­de Pe­ter Fricke in sei­ner Rol­le als bis zur Be­ses­sen­heit en­ga­gier­ter Bio­che­mi­ker Je­ro­en de Groot gro­ßen An­teil hat­te und hat.

DVD-Box »Das blaue Palais«

Wie so oft sind es aber die über die Zeit hin­weg sich ver­än­dert ha­ben­den Er­zähl­ge­wohn­hei­ten und Re­zep­ti­ons­wei­sen, die den Ver­such ei­ner Wie­der­be­le­bung des einst er­leb­ten Ner­ven­kit­zels schon im An­satz zum Schei­tern ver­ur­tei­len: Was man als jun­ger Mensch im Zeit­al­ter der so­li­de bis bie­der in­sze­nier­ten Fern­seh­spie­le noch als un­ge­mein span­nend emp­fand, er­scheint ei­nem als ab­ge­klär­tem al­ten Sack im ra­san­ten Mul­ti­me­dia-Zeit­al­ter als strecken­wei­se flau und span­nungs­arm. Was im vor­lie­gen­den Fall nicht an ei­ner et­wa­igen Über­holt­heit der The­ma­tik liegt, son­dern an der zeit­be­dingt dia­log­la­sti­gen In­sze­nie­rung, die auch ger­ne mal den mo­ra­li­sie­rend er­ho­be­nen Zei­ge­fin­ger vor­zeigt. Die (we­ni­gen) Spe­zi­al­ef­fek­te ent­spre­chen na­tür­lich auch nicht heu­ti­gen Stan­dards, wo­bei das je­doch der (durch­aus vor­han­de­nen) Rest­span­nung kei­nen Ab­bruch tut.

Är­ger­li­cher sind da schon die man­geln­de edi­to­ri­sche Sorg­falt des Pu­blishers und die schlech­te tech­ni­sche Qua­li­tät der DVD-Um­set­zung. Die über­wie­gend ne­ga­ti­ven Kun­den-Re­zen­sio­nen spre­chen für sich: Eu­ro­Vi­deo hat sich in der Tat we­nig Mü­he mit die­ser Edi­ti­on ge­macht! Die Bild­qua­li­tät kommt über grie­se­li­ges VHS-Ni­veau nicht hin­aus, was zwar un­ter Nost­al­gie-Ge­sichts­punk­ten not­ge­drun­gen hin­nehm­bar ist, aber un­zwei­fel­haft weit un­ter den heu­ti­gen tech­ni­schen Re­stau­rie­rungs-Mög­lich­kei­ten ran­giert. Auch an­son­sten bie­tet die Box mit drei DVDs nichts, was lo­bend her­vor­zu­he­ben wä­re: Kei­ner­lei Ex­tras auf den Discs selbst, und auf ein Book­let hofft der Fan na­tür­lich auch ver­geb­lich...

Mit den Ex­tras ist das in­des so ei­ne Sa­che: Wäh­rend heut­zu­ta­ge im Film-Ge­schäft das »Ma­king of« schon bei Pro­duk­ti­ons­be­ginn mit auf der Agen­da steht, hat man vor Jahr­zehn­ten an die Mög­lich­kei­ten der heu­ti­gen Da­ten­trä­ger und de­ren Ab­spiel­ge­rä­ten nicht den­ken kön­nen. Mir per­sön­lich feh­len auch nicht so sehr ir­gend­wel­che spä­ter ver­wor­fe­nen Sze­nen oder wit­zi­ge Ver­spre­cher und Miß­ge­schicke am Set, fil­mo­gra­phi­sche oder bio­gra­phi­sche Da­ten erst recht nicht, der­lei kann man sich ja bei In­ter­es­se schnell er­goo­geln. Aber ein paar kur­ze In­ter­views mit noch le­ben­den Schau­spie­lern, dem Au­tor und Re­gis­seur Rai­ner Er­ler oder an­de­ren Be­tei­lig­ten von da­mals hät­ten doch ei­ni­gen Mehr­wert ge­bo­ten und den auf der drit­ten DVD noch reich­lich vor­han­de­nen Platz gut ge­füllt. Lei­der wird man je­doch bei sol­chen »Min­der­hei­ten-Pro­gram­men« nicht auf ei­ne bes­ser aus­ge­stat­te­te und be­ar­bei­te­te Samm­ler-Edi­ti­on hof­fen kön­nen, das schnel­le Geld­ver­die­nen mit al­ter Ar­chiv­wa­re ist ja eher die Re­gel als die Aus­nah­me. Das zeit­ge­nös­si­sche Jung-Pu­bli­kum sieht man oh­ne­hin nicht als Ziel­grup­pe, die in die Jah­re ge­kom­me­nen Fans grei­fen auch bei min­de­rer Qua­li­tät zu, wo­zu al­so sich gro­ße Mü­he ma­chen? Tja. So geht das wohl.

Der zone­batt­ler wür­digt der­lei schnö­den Mar­ke­ting-Zy­nis­mus mit ei­nem Stern Ab­zug in der Ge­samt­wer­tung:

  Film / In­halt 4 Sterne  
  Bild & Ton 2 Sterne  
  Ex­tras 0 Sterne  
  Auf­ma­chung 1 Stern  
  Ge­samt­ur­teil 4 Sterne  

Trotz al­ler Al­ters-Pa­ti­na und der be­rech­tig­ten Kri­tik am un­re­stau­rier­ten Film­ma­te­ri­al und der spar­ta­ni­schen Aus­stat­tung, mit her­un­ter­ge­bro­chen knapp vier Eu­ro pro 90-mi­nü­ti­ger Fol­ge ist der fi­nan­zi­el­le Ein­satz ge­ring für ei­ne Kol­lek­ti­on von fünf vi­sio­nä­ren Wis­sen­schafts­kri­mis, die ei­nen heu­te noch mit ih­ren an­ge­deu­te­ten glo­ba­len Fol­gen für die Mensch­heit be­we­gen und um­trei­ben. Wem gut kon­stru­ier­te Zu­kunfts­vi­sio­nen im Kam­mer­spiel-For­mat mehr lie­gen als letzt­lich in­halts­lee­re Stunts und Ac­tion, fin­det hier ge­die­ge­ne Fern­seh­kost, wie es sie in ver­gleich­ba­rer Form heu­te längst nicht mehr gibt.

Dienstag, 16. Oktober 2012

Wer­te­wan­del

Sei­nen Hang zu al­ten Ap­pa­ra­ten mit der Fä­hig­keit zu high­fi­de­ler Mu­sik­ab­son­de­rung hat der zone­batt­ler ja schon mehr­fach do­ku­men­tiert, na­ment­lich in sei­ner Se­rie »Fun­de im Fun­dus«. Wer der The­ma­tik et­was ab­ge­win­nen kann, sei hier­mit zum Stu­di­um der en­ga­giert aus­ge­tra­ge­nen De­bat­te »deut­sches HIFI in den 70ern« ani­miert: Die recht in­ter­es­san­ten Zu­sam­men­hän­ge zwi­schen Wohn- und Ein­kom­mens­ver­hält­nis­sen im Nach­kriegs­deutsch­land, dem Stel­len­wert von Mu­sik und Fern­se­hen so­wie der Re­le­vanz vor­zeig­ba­rer Sta­tus­sym­bo­le sind si­cher­lich nicht je­dem ge­läu­fig oder auch nur be­wußt. Dem ei­li­gen Le­ser sei­en ins­be­son­de­re die Kom­men­ta­re #58, #77 und #80 ans mit­füh­len­de Herz ge­legt.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

1000 Grün­de, Fürth zu lie­ben (74)

Fürther Pragmatismus: Was nicht paßt, wird passend gemacht!
 
Für­ther Prag­ma­tis­mus: Was nicht paßt, wird pas­send ge­macht!
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Montag, 3. September 2012

Fei­ner Fo­ren-Füh­rer

Egal, wo­für sich ei­ner (oder ei­ne) in­ter­es­siert, es gibt heut­zu­ta­ge für al­les und je­des ein Fach­fo­rum (oder so­gar de­ren meh­re­re). Stun­den kann man da­mit ver­brin­gen, on­line der idea­len Kaf­fee­boh­ne (und de­ren ad­äqua­ter Ver­ar­bei­tung zum hei­ßen Ge­nuß­ge­tränk) nach­zu­stel­len. Ta­ge (und Näch­te) kann man dar­auf ver­wen­den, die fach­ge­rech­te Kon­zep­ti­on ei­ner Mo­dell­bahn­an­la­ge im Krei­se gleich­ge­sinn­ter Freaks aus­zu­dis­ku­tie­ren. Für je­des Stecken­pferd fin­det sich ei­ne Kop­pel: Schö­ne neue Welt!

Das Stö­bern in Fo­ren per Web­brow­ser am hei­mi­schen PC-Bild­schirm kennt ver­mut­lich jede(r) aus ei­ge­ner Er­fah­rung, das mo­bi­le Be­spie­len der lieb­ge­won­ne­nen Platt­for­men ist da­ge­gen noch nicht ganz so ver­brei­tet: Wer sich in des On­kel Dok­tors woh­lig war­men War­te­zim­mer oder auf ei­nem zu­gi­gen Bahn­steig die Zeit mit vir­tu­el­len Fach­sim­pe­lei­en ver­trei­ben will, kommt mit dem Smart­phone-Bild­schirm­chen als Aus­ga­be- und dem dicken Dau­men als Ein­ga­be-Me­di­um nicht wirk­lich gut vor­an. Die­se Lücke in der Be­nut­zer­freund­lich­keit füllt nun die von mir hier und heu­te wärm­stens emp­foh­le­ne App na­mens »Ta­pa­talk«. [1]

Ta­pa­talk ist das mo­bi­le Kon­toll­zen­trum für al­le Fo­ren der ei­ge­nen Wahl, so­fern die­se mit­tels ei­nes ko­sten­lo­sen Plug­ins die Ta­pa­talk-Un­ter­stüt­zung an­bie­ten. [2] Wenn man so will, kann man die App als ei­nen spe­zi­ell auf die Fo­ren-Lek­tü­re ab­ge­stimm­ten Mo­bil­brow­ser be­trach­ten. Und so sieht das nun in der Pra­xis aus (links die Über­sicht der von mir re­gel­mä­ßig be­such­ten Fo­ren, rechts die seit mei­nem let­zen Be­such im Fo­rum von Word­Press Deutsch­land ein­ge­gan­ge­nen, neu­en Bei­trä­ge):

Screenshot der »Tapatalk«-App im Einsatz Screenshot der »Tapatalk«-App im Einsatz

Ta­pa­talk kann pro­blem­los mit ei­ner Hand be­dient wer­den: Ein Fin­ger­tapp­ser auf ei­nen Bei­trag öff­net den­sel­ben zur Lek­tü­re und ggf. Be­ant­wor­tung (lin­ker Screen­shot), eben­so fix han­gelt man sich tipp-tapp-tipp von ei­nem Un­ter-Fo­rum in das näch­ste (rech­tes Bild):

Screenshot der »Tapatalk«-App im Einsatz Screenshot der »Tapatalk«-App im Einsatz

Mit EUR 2,49 EUR ge­hört die An­droid-Ver­si­on von Ta­pa­talk nicht zu den bil­lig­sten Apps, aber ich ha­be die Aus­ga­be kei­ne Se­kun­de lang be­reut: Tat­säch­lich bin ich so­gar da­heim da­zu über­ge­gan­gen, den »gro­ßen« PC links lie­gen zu las­sen und mei­ne oft be­such­ten Lieb­lings-Fo­ren lie­ber auf dem So­fa lie­gend per Han­dy zu be­strei­fen. Das mag zu­nächst ku­ri­os klin­gen, aber wer es aus­pro­biert, wird mich nach we­ni­gen Mi­nu­ten ver­ste­hen! Mein Ur­teil fällt da­her in je­der Hin­sicht ein­deu­tig aus:

  Funk­tio­na­li­tät 5 Sterne  
  Be­dien­bar­keit 5 Sterne  
  Nut­zen 5 Sterne  
  Preis / Lei­stung 5 Sterne  
  Ge­samt­ur­teil 5 Sterne  

Ta­pa­talk ge­hört für mich ganz klar in die Rei­he der (sehr we­ni­gen) Smart­phone-Apps, die ich wirk­lich in­ten­siv nut­ze und für ei­ni­ger­ma­ßen un­ver­zicht­bar hal­te: Das Be­dien­kon­zept ist eben­so in­tui­tiv er­faß­bar wie durch­dacht, der gei­sti­ge »Nähr­wert« der Ap­pli­ka­ti­on für mich kaum an­ge­mes­sen zu wür­di­gen: Frü­her ha­be ich vie­le mich ei­gent­lich in­ter­es­sie­ren­de Th­reads und Dis­kus­sio­nen schon aus Zeit­grün­den nicht wei­ter ver­folgt, jetzt kann ich das wäh­rend un­ver­meid­li­cher War­te­zei­ten auf mei­nen täg­li­chen We­gen pro­blem­los ma­chen, mich da­bei wei­ter­bil­den und ge­le­gent­lich auch an­de­ren wei­ter­hel­fen. Ei­ne gro­ße Er­run­gen­schaft für den klei­nen Schirm!

 
[1] Mein ak­tu­el­les Smart­phone ha­be ich in die­sem mei­nem Blog tat­säch­lich noch gar nicht vor­ge­stellt, und ich ha­be auch wei­ter­hin nicht die Ab­sicht, es zu tun, schon weil ich mich nicht in ir­gend­wel­che er­mü­den­den Dis­kus­sio­nen oder gar Glau­bens­krie­ge in Sa­chen Apple/iOS vs. Google/Android hin­ein­zie­hen las­sen möch­te. Und es ist letzt­lich für die­sen Bei­trag auch ei­ner­lei, denn Ta­pa­talk gibt es selbst­re­dend für bei­de Wel­ten! Mei­ne Aus­füh­run­gen und die Screen­shots ba­sie­ren in­des auf der An­droid-Ver­si­on.

[2] Wer ein Fo­rum in der On­line-Auf­zäh­lung der von Ta­pa­talk un­ter­stütz­ten Platt­for­men ver­mißt, rich­tet ei­ne freund­li­che Bit­te an den zu­stän­di­gen Ad­min, der sich (auch im In­ter­es­se der zu­künf­ti­gen Ent­wick­lung sei­ner Spiel­wie­se) in der Re­gel ko­ope­ra­tiv zei­gen wird. Der Auf­wand da­für ist mi­ni­mal und ko­stet den Fo­ren-Be­trei­ber nix.

Donnerstag, 2. August 2012

Tra­ban­ten-Tod

verunfallter Trabant vor der Nünberger Stadtmauer
Sonntag, 15. Juli 2012

zonebattler’s batt­le car

dynamisches Logo an schnittigem Einsatzwagen
Montag, 4. Juni 2012

Ra­dio rel­oa­ded

Der high-fi­del ver­an­lag­te zone­batt­ler hat in sei­ner rea­len ho­me­zo­ne in zahl­rei­chen Stu­ben al­ler­lei Be­schal­lungs­an­la­gen auf­ge­baut, um sich und sein zu­wei­len zur Schwer­mut nei­gen­des Ge­müt be­darfs­wei­se und zu the­ra­peu­ti­schen Zwecken mit auf­mun­tern­den Wer­ken von Bruck­ner, Wag­ner, Mahler oder gar Zel­enka recht laut­stark be­auf­schla­gen las­sen zu kön­nen. Hin und wie­der wür­de er zwecks Er­wei­te­rung sei­nes mu­si­ka­li­schen Ho­ri­zonts ger­ne auch mal Ra­dio hö­ren, al­lein in die­ser Hin­sicht gab es bis vor­ge­stern ein klei­nes Pro­blem: Aus­ge­rech­net die be­ste An­la­ge, be­stehend u.a. aus ei­ner gut 30 Jah­re al­ten (aber un­ver­än­dert in der Spit­zen­klas­se spie­len­den) Mi­ni-Kom­bo von Grun­dig so­wie wuch­ti­gen Ak­tiv-Laut­spre­chern von gleich­falls Für­ther Pro­ve­ni­enz, hat mit dem UKW-Emp­fang im mitt­le­ren Sa­lon so ih­re Schwie­rig­kei­ten: Weit ab­seits der vor­han­de­nen An­ten­nen­do­sen kann nur ei­ne Wurf­an­ten­ne zum Ein­satz kom­men, und wie­wohl die­se zum rausch­frei­en Emp­fang sämt­li­cher Du­del­funk­sen­der in der Re­gi­on be­stens taugt, aus­ge­rech­net zum Emp­fang mei­nes Fa­vo­ri­ten BR Klas­sik reicht es in die­ser ver­track­ten Zim­mer­ecke eben nicht!

Mehr­mals hat­te ich mit dem Ge­dan­ken ge­spielt, mir ei­nen phy­si­schen Strea­ming Cli­ent zum Emp­fang von In­ter­net-Ra­dio zu kau­fen und die­sen Ka­sten per WLAN an den wäh­rend mei­ner An­we­sen­heit oh­ne­hin stän­dig ein­ge­schal­te­ten DSL-Rou­ter an­zu­kop­peln. Aber im­mer wenn ich im ein­schlä­gi­gen An­ge­bot von Amazon.de blät­ter­te und die Kun­den­re­zen­sio­nen stu­dier­te, ist mir die Lust auf ei­nen sol­chen Neu­erwerb gleich wie­der ver­gan­gen: So ziem­lich al­le ver­füg­ba­ren Ge­rä­te zei­gen sich bockig und stör­risch, ner­ven mit Ver­bin­dungs­ab­brü­chen, feh­ler­haf­ter Firm­ware oder kryp­ti­schen Be­die­nungs­kon­zep­ten. Aus­packen, An­schlie­ßen, Ein­schal­ten und Ge­nie­ßen, die­se Selbst­ver­ständ­lich­keit aus der ana­lo­gen Ära ist im di­gi­ta­len Zeit­al­ter wohl lei­der zum sel­te­nen Aus­nah­me­fall ge­wor­den...

Den­noch ha­be ich in die­ser Hin­sicht neu­er­dings Grund zur Freu­de (und zum Schrei­ben die­ses Ar­ti­kels): Beim er­neu­ten Stö­bern nach ei­nem Web-Ra­dio bin ich näm­lich eher zu­fäl­lig über ei­nen Tu­ner ge­stol­pert, der ne­ben dem UKW-Band auch den ter­re­strisch aus­ge­strahl­ten Di­gi­tal-Rund­funk nach dem DAB/DAB+-Stan­dard emp­fängt. So­was hat­te ich noch gar nicht als Al­ter­na­ti­ve ins Kal­kül ge­zo­gen! Ob sich das »Ra­dio der Zu­kunft« in sei­nem nun­mehr drit­ten An­lauf wirk­lich durch­set­zen kann und auf Dau­er als Stan­dard eta­blie­ren wird, scheint mir noch nicht aus­ge­macht zu sein. Egal, bei ei­nem Kauf­preis von ge­ra­de mal 50 EUR fackel­te ich nicht lan­ge. Und hier ist er nun, der au­ßer­or­dent­lich preis­wer­te Neu­zu­gang:

Dual DAB 1A Digitalradio auf des zonebattler's GRUNDIG Mini-Anlage

Zu­ge­ge­ben, im Ver­gleich zu mei­nen Grun­dig-Mi­nis mit ih­ren mas­si­ven Ge­häu­se­fron­ten aus ge­bür­ste­tem und elo­xier­tem Alu­mi­ni­um wirkt das Du­al DAB 1A Di­gi­tal­ra­dio wie ein bil­li­ger Ra­dio­wecker (und schaut auch auf den er­sten Blick ge­nau wie ein sol­cher aus). Letzt­lich sind es aber die in­ne­ren Wer­te, die zäh­len! Aber han­deln wir zu­nächst noch die Äu­ßer­lich­kei­ten ab: Das eben­so kom­pak­te wie leich­te Käst­chen be­zieht sei­ne En­er­gie von ei­nem Stecker­netz­teil und hat an­son­sten noch je ei­ne Buch­se für die mit­ge­lie­fer­te Wurf­an­ten­ne und für das ste­reo­pho­ne Aus­gangs­si­gnal (ein An­schluß-Ad­ap­ter­ka­bel 3,5 mm Klin­ke auf RCA-Pho­no-Stecker ist gleich­falls im Lie­fer­um­fang ent­hal­ten). Nicht mit da­bei sind die bei­den Mi­cro-Bat­te­rien (AAA) für den ob­li­ga­to­ri­schen Fern­be­die­nungs­ge­ber, aber so­was hat man ge­mein­hin im Haus.

Für je­man­den mit ru­di­men­tä­rer Sach­kennt­nis und nur ei­ner lin­ken Hand geht die In­be­trieb­nah­me samt Sen­der­such­lauf in Mi­nu­ten­schnel­le von­stat­ten, und auch ei­nen al­ten Ha­sen wie mich kann man noch ver­blüf­fen: Über 40 Sen­der sind in mei­ner schat­ti­gen Stu­ben­ecke in rausch­frei­er DAB+-Qualität zu emp­fan­gen, mein Lieb­lings­pro­gramm BR Klas­sik wird so­gar mit ei­ner weit hö­he­ren Da­ten­ra­te über­tra­gen als die gan­zen Hopp­sas­sa- und Blub­ber­sen­der. Klas­se! Da­bei wer­den zu­sätz­lich auch noch al­ler­lei mehr oder we­ni­ger hilf­rei­che Text-In­for­ma­tio­nen über­tra­gen und auf dem gut ab­les­ba­ren Dis­play in hel­lem Blau an­ge­zeigt:

Dual DAB 1A Digitalradio

Über klang­li­che Un­ter­schie­de zwi­schen mei­nem prin­zi­pi­ell her­vor­ra­gen­den UKW-Tu­ner und sei­nem di­gi­ta­len Ur­en­kel mag ich mich nicht wirk­lich aus­las­sen, ich will Mu­sik gou­tie­ren und kei­ne Hör­tests ab­sol­vie­ren. Auf das Klang­bild ha­ben die Laut­spre­cher und de­ren Pla­zie­rung den größ­ten Ein­fluß; von Voo­doo hal­te ich eben­so­we­nig wie von prin­zi­pi­el­ler Ver­teu­fe­lung nicht-ana­lo­ger Au­dio-Tech­nik. Da­her gibt es hier für mich auch nix zu meckern. Im Ge­gen­teil: Bei­de Dau­men hoch!

Ich ha­be schon lan­ge nicht mehr mit ei­nem neu­mo­di­schen di­gi­ta­len Ap­pa­ril­lo so­viel Freu­de (und so we­nig Frust) ge­habt wie mit die­sem gut durch­dach­ten und be­stens funk­tio­nie­ren­den Ge­rät­chen! Über die zeit­ty­pi­sche Leicht­bau­wei­se (der Na­me »Du­al« ist heut­zu­ta­ge nur noch ei­ne Ver­triebs­mar­ke und hat über­haupt nichts mehr mit dem fein­me­cha­ni­schen Prä­zi­si­ons­ap­pa­ra­te­bau aus dem Schwarz­wald zu tun, für die das tra­di­ti­ons­rei­che Lo­go in früh­ren Zei­ten stand) kann man nicht wirk­lich mau­len, die Be­die­nung geht in­tui­tiv von der Hand und zu kon­fi­gu­rie­ren gibt es nicht viel. Nör­geln könn­te ich höch­stens auf ho­hem Ni­veau: Wenn die Ta­sten der Fern­be­die­nung et­was kon­trast­rei­cher be­schrif­tet wä­ren und man die Nach­leucht­dau­er der sich nach ei­ni­gen Se­kun­den au­to­ma­tisch her­un­ter­dim­men­den Dis­play-Be­leuch­tung ein­stel­len könn­te, dann wä­re der klei­ne Kum­pel der idea­le Wel­len­fän­ger oh­ne Fehl und Ta­del. Aber auch so kann ich das Du­al DAB 1A Di­gi­tal­ra­dio un­ein­ge­schränkt wei­ter­emp­feh­len, und wer es auf­grund mei­nes über­schweng­li­chen Lo­bes schnell und gün­stig ha­ben will, mö­ge es mir nach­tun und das Teil nach ei­ner gün­stig aus­fal­len­den Emp­fangs­pro­gno­se kur­zer­hand bei Amazon.de be­stel­len. Viel Spaß da­mit!

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