Dienstag, 5. April 2011
Die erste kleine Rundfahrt auf dem frisch ausgekellerten Straßen-Tretboot geriet mir am letzten Sonntag zur Beinahe-Katastrophe: Unweit des Atzenhofer Müllbergs Solarbergs ließ ich einen sich an meinem fahrenden Untersatz interessiert zeigenden Radler-Genossen und Liegerad-Aspiranten ein paar Meter probefahren. Ich fuhr derweil auf dessen ziemlich hohen HighTech-Velo mit schmalem Rennsattel vorneweg. 100 Meter später waren erstens meine Weichteile gequetscht und zweitens an meinem Peer Gynt eine Hinterradspeiche hinüber...
Der daraus resultierende »Achter« war enorm: Zwar hatte ich vorher schon einen leichten »Hau« im Hinterrad gehabt, aber jetzt geriet die Felge nach jeder Umdrehung dermaßen mit der linken Backe der Magura-Hydraulikbremse in Kontakt, daß das Rad komplett blockiert wurde. Ich brach den Ausflug notgedrungen sofort ab und hoppelte mit witsch-witsch-witschenden Bremsgeräuschen ebenso lang- wie mühsam über die Vacher Straße wieder heimwärts. Von Leichtlauf konnte selbst bergab keine Rede mehr sein, ich kam mir vor wie auf einem Hometrainer auf maximaler Reibungsstufe.
Gestern Abend brach ich mit dem ausgebauten Hinterrad zum Fahrraddoktor auf: Die Herren Gnu1742 und Grabenkenner hatten mir schon vor längerer Zeit den Herrn H. empfohlen, der im Keller seines Hauses in der Südstadt eine kleine Reparaturwerkstatt betreibt. Zwar kann der nette Zweiradspezialist im (Un-)Ruhestand weder Tandems noch Liegeräder warten (weil er die durchs enge Treppenhaus nicht in seine Katakomben hinunterbekäme), aber mit meinem bereits demontierten Hinterrad wähnte ich mich dennoch an der richtigen Adresse.
Und so war es auch: Herr H. meinte, die Reparatur des Radreifens wäre unwirtschaftlich, da ein Neueinspeichen recht arbeitsintensiv sei. Zudem sei es fraglich, ob man die vorhandene Felge wieder vollständig enteiern könne. Er rate daher zum Komplettwechsel des Rades. Glücklicherweise hatte er ein passendes auf Lager (was angesichts der Vielzahl der möglichen Varianten aus Material, Durchmesser und Ritzelpaket-Abmessungen ja auch keine Selbstverständlichkeit ist).
Nach kurzer Überlegung stimmte ich dem Vorschlag zu, und wenige Minuten später hatte mir Herr H. das 7‑fach-Shimano-Ritzelpaket vom alten Rad ab und an das neue dranmontiert. Für das Rad berechnete er mir EUR 45, für den Felgengummi EUR 1, für die Arbeitszeit nix. Dankbar über die schnelle und unbürokratische Hilfe rundete ich den Betrag auf und zog nach einem Plausch über die Exzesse der heutigen Konsumwelt beglückt von hinnen...
Im heimischen Hofe ward das neue Hinterrad hurtig eingebaut, und das dank zahnärztlicher Einmalhandschuhe ohne ölige Finger. Freudig nutzte ich die Gunst der Stunde und der gutnachbarschaftlichen Latex-Spende, um die gesammelten Öl-und-Dreck-Verkrustungen von Kettenblättern und Schaltungsteilen abzukratzen, ohne mit dem ganzen Schmodder leibhaftig in Berührung zu kommen. Die Idee mit den »gefühlsechten« Handschuhen ist dermaßen genial, daß ich mich glatt wundere, noch nicht früher darauf verfallen zu sein: Ich werde mir eine Spenderpackung davon zulegen, um mir die schwere Instandhaltung an meiner Fahrzeugflotte weiterhin so handfreundlich wie möglich zu gestalten.
Die anschließende Werkstattfahrt führte mich die Amalienstraße hinab, unter der Siebenbogenbrücke hindurch, die Uferpromenade entlang und die Königstraße hinauf bis zum Texthaus, wo ich der omnipräsenten Chefin noch eine von mir umgerüstete Energiesparbirne vorbeibrachte zwecks stilechter Schaufensterillumination. Das Rad lief und läuft wieder wunderbar! In den nächsten Tagen werde ich das abgewirtschaftete Hinter-Ei komplett zerlegen und dessen alte Shimano-Nabe (die mittlerweile Oldtimer-Kultstatus genießen dürfte) in meinen Auktionen feilbieten und wortreich besingen: Mit etwas Glück erlöse ich dafür am Ende noch den Preis des neuen Hinterrades... ;-)
Sonntag, 27. März 2011

Ausgesetztes Plüschtier, sich traurig in sein Schicksal ergebend |
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Freitag, 28. Januar 2011
Der Welt größte Blecheisenbahn-Sammlung kommt unter den Hammer, weil der Besitzer alles zusammengetragen hatte, was es jemals gegeben hat. Alle Kataloge und Listen sind jetzt abgehakt, der Reiz des Suchens und Jagens somit dahin. Jetzt braucht der Mann wieder einen leeren Keller, um ein neues Sammel-Hobby beginnen zu können. Man muß das Video gesehen und den Artikel gelesen haben, sonst glaubt man die Story nicht...
P.S.: Wirklich glücklich scheint der Gute durch die (zugegeben zielstrebige) Horterei aber nicht geworden zu sein.
Mittwoch, 26. Januar 2011
...sind hierorts an- und ausgebrochen: Nach vielen Jahren, in denen der zonebattler in seiner realen homezone mit seiner besseren Hälfte Bett, Tisch, Brot, Butter und PC geteilt hat, steht ihm nunmehr ein zweiter Rechenknecht im heimischen Haushalt zur Verfügung. Ab sofort bleibt mehr Zeit zur persönlichen Aussprache von Angesicht zu Angesicht übrig, denn jetzt hocken die beiden Haushaltsinsassen des Abends nicht mehr seriell hintereinander und alleine vor dem verführerisch leuchtenden Internet-Guckloch, sondern parallel und gleichzeitig und damit zusammen nur noch den halben Feierabend lang. Welch unerhörter Fortschritt!
Obwohl (oder gerade weil) ich ja in mehreren befreundeten Haushalten reichlich Gelegenheit zum Bespechten und Befingern leibhaftiger iPads hatte, habe ich mir bewußt »nur« ein preiswertes Netbook zugelegt: Der taschentaugliche Klapprechner kostet zwar nur die Hälfte der billigsten Apple’schen Designflunder, ist für mich aber dennoch von (mindestens) doppelt so hohem Nutzwert! Zum einen taugt ein schickes Lifestyle-Tablett primäer zum Konsumieren medialer Inhalte (und weniger zum Produzieren von solchen), zum anderen wollte ich mit meinem gewohnten (und von mir im Halbschlaf beherrschten) Software-Arsenal weiterarbeiten können. Zudem war mir eine ordentliche Schnittstellen-Ausstattung wichtig. All das (und mehr) bietet mir mein neues Acer Aspire One D255, welches in der metallic-braunen Ausführung sogar noch einigermaßen mondän aussieht und eine hervorragende Figur abgibt:
Von der weißen Zunge, die uns der formidable Flachmann da keck entgegenstreckt, wird später noch die Rede sein. Zunächst aber noch ein paar Sätze zum gut portablen Reise-Rechner selbst: Wichtig bei der Auswahl, ja nachgerade ein KO-Kriterium war das matte Display: Mir ist schleierhaft, wieso sich glänzende Bildschirme so glänzend (!) zu verkaufen scheinen: Sobald ich das Fenster im Rücken habe oder sonst eine Lichtquelle, taugt so ein Ding nur noch als Schminkspiegel! Der angebliche Zugewinn an Schärfe wird durch die von Haus aus aktivierte Kantenglättung (das schreckliche, aber immerhin abschaltbare »Cleartype« von Windows) ohnehin konterkariert. Jedenfalls bin ich von dem matten Bildschirm sehr angetan, sehe ich doch darauf meine Bilder, Blogs und Bundesgenossen und nicht die reflektierte eigene Birne...
Das Einrichten war an einem Abend erledigt: mitgelieferter Software-Unfug runter, eigenes Programm-Portfolio drauf, fertig. Das aktuelle Windows 7 weiß zu gefallen, die »Starter«-Version zeigt sich als nicht sonderlich kastriert. Zwei Dinge freilich vermochten mich eine ganze Weile zu nerven: Erstens stürzte der (ungeliebte und seltenst benötigte, aber als wesentlicher Systembestandteil eben doch vorhandene) Internet Explorer bei jedem Start gleich wieder ab, zweitens tickte die Festplatte des ansonsten sehr laufruhigen Maschinchens in unregelmäßigen Abständen wie ein prellender Uhrzeiger. Klickrrr. Klickrrr. ... Klickrrr.
Die Sache mit dem laufunwilligen Standard-Browser versuchte ich rasch mit der Neu-Installation der aktuellen Beta des IE 9 wieder ins Lot zu bringen, leider zunächst vergeblich. Endlich ließ sich das Programm aber zu einer etwas ausführlicheren Fehlermeldung herab, anhand derer ich den eigentlichen Übeltäter ausfindig machen konnte: »TaskBar Shuffle« war das Sandkorn im Getriebe, jenes kleine Programm, welches mir auf dem ollen Hauptrechner mit Windows XP das freie Verschieben und Umsortieren der Programm-Schaltflächen in der Taskleiste ermöglicht. Unter dem aktuellen Windows 7 ist das kleine Tool nunmehr obsolet, da die praktische Funktion hier schon von Hause aus vorhanden ist. Nach der Deinstallation des Utility wollte auch der IE wieder mitspielen. Na also. Haken dran!
Dem unregelmäßigen Festplatten-Ticken war allerdings weit schwieriger auf die Spur zu kommen. An einen sich ankündigenden Harddisk-Schaden mochte ich von Anfang an nicht glauben, dazu war der Apparillo zu neu und das Geräusch zu reproduzierbar. Sollte ich damit zurück in den Laden gehen und mich in alles anderer als flüsterleiser Umgebung zum Gespött des Personals machen? Die in langen Jahren gewonnene Erfahrung mit kapriziösen Gerätschafen ließen mich auf eine logische (und letztlich abstellbare) Erklärung hoffen. Ich fand sie schlußendlich in einem User-Forum: Der windowseigene Indizierungsdienst zur Beschleunigung von Dateisuchen war der geheimnisvolle Stepptänzer! Als ich diesen in den Laufwerkseigenschaften von C: abgeschaltet hatte, kehrte doch noch Ruhe ein. Und das ohne jede Komforteinbuße: Da ich meine Dateien ohnehin nach streng strukturiertem Schema abzulegen pflege, brauche ich die Suchfunktion allenfalls einmal pro Halbjahr, und dann kann sie ruhig ein paar Sekunden länger brauchen als sonst...
Soweit, so gut, der Rechner tut. Aber wie mit ihm ins Netz der Netze kommen? Der stationäre (und wir erinnern uns, bislang singuläre) PC war über ein simples, aber zuverlässig funktionierendes DSL-Modem angeschlossen. Jenes mußte einem Router weichen, und zwar einem solchen mit WLAN-Antenne. Aus der elektrischen Bucht fischte ich mir die in solchen Fällen gern genommene FRITZ!Box WLAN 3170 und löhnte dafür nur ein gutes Drittel des aktuellen Ladenpreises, was umso verbüffender erscheint, als das Gerät offenkundig unbenutzt und der mitgelieferte Erstkäufer-Kassenbon keine drei Wochen alt war. Was mag da wohl abgelaufen sein? Egal, das andernorts womöglich unpassende Weihnachtsgeschenk kam uns hier gerade recht und bekam sogleich ein kuscheliges Plätzchen in der guten Stube zugewiesen:
Obwohl die Verkäuferin das Mitsenden von Bedienungsanleitung und Installations-CD zunächst vergaß (später aber auf Anfrage flugs nachholte), ging die Einrichtung des farbenfrohen Kästchens schnell und unkompliziert über die Bühne, man findet die einschlägige Dokumentation ja auch auf der Homepage des Herstellers. Was jetzt noch etwas gewöhnungsbedürftig ist, ist das separate An- und Ausschalten des neuen Routers. Das bisher eingesetzte Modem ließ ich über eine automatische Master-/Slave-Steckdosenleiste vom PC an- und ausknipsen, jetzt freilich soll der Router zuweilen auch dann das WLAN für den Klapp-Knirps aufspannen, wenn der Minitower unter dem Schreibtisch ausgeschaltet bleibt. Aber auch das wird sich pragmatisch handhaben lassen und schnell einspielen.
Einen kompakten und leichten Zweitrechner nimmt man natürlich gerne mit auf die Walz, ermöglicht er einem doch z.B. das kommode Bloggen im Roggen oder auch nur die gewohnte Frühstückslektüre diverser großer Feuilletons im Bett am Rapsfeld. Zu diesem Behufe braucht es einen mobilen Internet-Zugang über die Reichweite des heimischen Drahtlos-Netzes hinaus, und damit kommen wir zu jener »weißen Zunge«, die im oberen Bild so prominent aus dem Gehäuse ragt. Ursprünglich hatte ich ja vor, mir vom Discounter um die Ecke so einen Internet-Stick zu holen. Der eher negative Tenor der recherchehalber zutagegeförderten Kundenstimmen ließ mich aber davon Abstand nehmen und mein Heil im außerordentlich gut beleumundeten FONIC Surf-Stick suchen. Gute Netzabdeckung und problemlose Funktion habe ich gesucht, beides habe ich in rekordverdächtiger Zeit frei Haus geliefert bekommen. Das dazugehörige Tarifmodell ist fair und simpel: Jeder Kalendertag mit Einwahl ins Netz kostet zweieurofuffzich einsneunundneunzich (unabhängig vom übertragenen Datenvolumen), wobei die monatlichen Kosten bei EUR 25,00 EUR 20,00 gedeckelt werden: Auch Vielnutzer zahlen also allenfalls für zehn Tage im Monat, der Rest geht aufs Haus. Angesichts dieser klaren Konditionen leiste ich mir den Luxus, diversen in Foren gelesenen Optimierungs-Tricks nicht weiter nachzugehen...
Potentiellen Nachahmern sei die Nürnberger Filiale der Firma Arlt Computer am Plärrer wärmstens empfohlen: Dort bekommt man eine nützliche Neopren-Tasche für den Flachmann beim gleichzeitigen Kauf des Netbooks für den halben Preis mit dazu, und zehn Mark haben und nicht-haben sind schon 20 Mark, wie des zonebattler’s Oma selig zu sagen pflegte. Das gilt im Euro-Zeitalter gleich doppelt!
Sonntag, 16. Januar 2011
Nach einer faulheitsbedingten Pause von mehreren Jahren habe ich mich jetzt endlich wieder dazu aufraffen können, mit dem Verkauf meiner überzähligen Habseligkeiten zu beginnen: Im Laufe der Zeit haben sich so viele Dinge angesammelt (und platzraubend angestapelt), die einerseits viel zu schade zum Wegwerfen, anderseits zu sehr von nostalgisch-zeitgeschichtlichem Wert sind, um eine sinnvolle Spende für das nahe Gebrauchtwarenkaufhaus abzugeben. Ein gutes Beispiel ist dieser Philips Elektronik-Experimentierkasten aus den späten 1970er Jahren:
Ich hatte weiland als jugendlicher Bastler und Tüftler genau den gleichen Kasten im Einsatz, womöglich wäre er in mehr oder weniger gutem Erhaltungszustand sogar noch irgendwo im Elternhaus wiederzufinden. Mein hier abgebildetes Exemplar indes habe ich vor zwei oder drei Jahren vom Flohmarkt gerettet, es ist erstaunlicherweise unbespielt und mithin der Wunschtraum eines jeden Sammlers. An einen solchen wird der Kasten dann letztlich auch gehen, und meine damalige Investition im Wert eines Tortenstücks wird eine traumhafte Rendite abwerfen, von der selbst der kriminellste Bankster nur träumen kann. Wobei die Taschengeld-Aufbesserung – in absoluten Zahlen betrachtet – natürlich trotzdem längst nicht dazu reichen wird, noch heuer in den fröhlichen Vorruhestand zu gehen...
Die Höhe des Verkaufserlöses ist mir dabei aber gar nicht so wichtig: Es geht mir vor allem darum, daß meine »Schätze« in gute Hände kommen, sprich den Weg zu anderen Liebhabern finden, die meine Pretiosen zu schätzen wissen und sie gut bewahren werden. Bei altem Technikkram funktioniert das so gut wie immer: Da Knaben bekanntlich nur etwa sieben Jahre alt werden (und danach nur noch wachsen), sind sie nach dem Erreichen ihrer maximalen Größe (und insbesondere auch dann, wenn sie wieder zu schrumpeln beginnen) gerne bereit, für die materielle Inkarnation ihrer eigenen Kinder- und Kadettenträume gutes Geld für gute Ware springen zu lassen, wenn es nur jene Spielzeuge sind, die sie damals selbst besaßen (oder sich danach mit am Schaufenster plattgedrückter Nase verzehrten). Neben jahrzehntealten Experimentierkästen (die in unbespieltem Zustand zu finden natürlich auch mir als Flohmarkt-Trüffelschwein nur noch seltenst gelingt) sind es insbesondere alte HiFi-Geräte, die heutzutage mitunter zu aberwitzigen Summen weggehen, welche ein Mehrfaches ihres damaligen Neupreises betragen können...
Zu meiner Freude ist das Einstellen eigener Angebote in die »elektrische Bucht« heutzutage einfacher denn je, auch wenn das Anfertigen aussagekräftiger Fotos und das Verfassen detailgetreuer Beschreibungstexte natürlich selbst den Routinier einiges an Zeit kostet. Dennoch: Ist man erstmal wieder drin und stellt alle paar Tage ein bis zwei Offerten bereit, dann kriegt man das qualifizierte Anpreisen und die spätere logistische Abwicklung (Korrespondenz, Inkasso, Verpackung und Versand) mit minimalem Aufwand und quasi nebenher auf die Reihe. Und Spaß macht es ja schließlich auch (mir jedenfalls).
Mich würde interessieren, wieviel Prozent aller verschickten Päckchen und Pakete heutzutage dem Austausch von Gebrauchtwaren zuzurechnen sind: Was dem Einen sein Ballast, ist des Anderen Begehr, und erst das Internet hat es geschafft, für private Angebote jenseits von Immobilien und Kraftfahrzeugen einen bestens funktionierenden Second-Hand-Markt zu etablieren. Das freut viele, aber natürlich nicht alle, insbesondere nicht die Hersteller, die gerne neuen Krempel verkaufen würden, statt den alten herumgeschoben zu wissen (und daran nichts zu verdienen). Aber so ist das halt, der Geist ist aus der Flasche und geht nicht mehr hinein. Außerdem hat sich der virtuelle Handel ja auch auf den Neuwarenvertrieb höchst beflügelnd ausgewirkt...
Doch damit genug der markttheoretischen Betrachtungen: In meiner Nachttischschublade harrt ein Dutzend Armbanduhren mit längst leergelutschten Knopfzellen darauf, von mir vorteilhaft abgelichtet und potentiellen Interessenten angedient zu werden. Mir reicht mein mechanisches Zeiteisen bis ans Ende meiner Tage, daher weg mit den Altlasten, selbst wenn das in diesem Fall definitiv ein Draufzahlgeschäft werden wird. Eine leere (und wieder anderweitig nutzbare) Schublade ist freilich auch ein schöner Gewinn!
Sonntag, 26. Dezember 2010
Was tun mit den zu Weihnachten erhaltenen Geldgeschenken oder den durch Umtausch ungeliebter Präsente erhaltenen Barmitteln? Das hier kann jeder richtige Mann gebrauchen, wie die zahlreichen Kundenrezensionen nachdrücklich beweisen!
Freitag, 24. Dezember 2010
Dem Beispiel eines kreativen Künstlers folgend, experimentiert des zonebattler’s bessere Hälfte derzeit mit der Herstellung von Modeschmuck aus leeren Nespresso-Kapseln. Ein erstes Prototyp-Fragment schaut schon recht vielversprechend aus:
Da wir im eigenen Haushalt Kaffeegetränke blechabfallfrei mit einer antiken Tchibo Picco herzustellen pflegen, sind wir beim Rohmaterial für die Zierrat-Produktion auf externe Hilfe angewiesen: Wer immer im näheren Umkreis heute von Christkind und/oder Weihnachtsmann eine neumodische Nespresso-Kaffeemaschine geschenkt bekommt, wird hiermit freundlichst ersucht, die benutzten Patronen für uns aufzuheben: Den bunten Aluminium-Bechern wird eine zweite Karriere als Schmuckstück garantiert, und das ist doch allemal besser (und mondäner) als im Müll zu landen...
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Des zonebattler’s bessere Hälfte hat einen Apple iPod Touch neuester Bauart (32 GB) geschunken gekrochen, für den wir in unserem Haushalt keinerlei Verwendung sehen. Falls jemand aus der Leserschaft das noch originalverpackte und ‑versiegelte Gerät haben möchte: Für EUR 250,00 ist es zum Schnäppchenpreis wohlfeil!
Donnerstag, 4. November 2010
Freund Lexikaliker hatte mir unlängst einen tickenden Floh ins Ohr gesetzt: Ohne Unterlaß schwärmte er mir von seinen zahlreichen Zeiteisen vor, namentlich von den schönen Automatik-Zwiebeln der Serie 5 von Seiko. [1] Nun ist es ja nicht so, daß der zonebattler keine Armbanduhren besäße, er hat ganz im Gegenteil ein Dutzend davon in der Nachttisch-Schublade liegen! Diese freilich dämmern allesamt in scheintotem Zustand einer höchst ungewissen Zukunft entgegen, denn sie leiden an leeren Batterien und schmollen stille...
Wenn man allerdings in die Jahre kommt, dann scheinen einem gediegene Mechanik und Energieautarkie weit wichtiger zu sein als höchster Präzisionslauf, weshalb der Wunsch nach einer rein mechanischen Automatik-Uhr langsam aber sicher in des Autors Hirn Gestalt annahm. [2] Er schlief noch ein paarmal drüber, dann delegierte er den Beschaffungsakt an seinen zeitmesseraffinen Kumpanen. Gestern kam dieser auf eine Stippvisite vorbei, und das hat unsereiner nun davon:
Das vorhin ambulant auf dem Eßzimmertisch arrangierte Stillleben [3] zeigt das edelstählerne und satte 144 Gramm wiegende Modell SNZG13J1, welches wie die anderen »Fünfer« auch über einen Glasboden verfügt, durch den sich das Werkeln des Werkes vortrefflich beobachten läßt: sehr meditativ und unterhaltsamer als fernzusehen!
Interessant an den äußerst wertig verarbeiteten Seikos ist mehrerlei: Erstens werden hierzulande nur einige wenige Modelle (zu eher üppigen Preisen) angeboten, das Gros der ausufernden Produktpalette wird offiziell nur in asiatischen Gefilden vertrieben, wo die Versorgung mit Knopfzellen für Quarzuhren angeblich problematisch wäre. Eine schwer zu begreifende Export-Politik, die überdies wohl dafür sorgen soll, daß der vorgebliche Edel-Nimbus der Marke in Deutschland keinen Schaden nimmt [4].
Zweitens sind diese Uhren erstaunlich preiswert, sie fangen schon im zweistelligen Euro-Bereich an und heben auch bei den massiven Top-Modellen keineswegs in aberwitzige Höhen ab: Mein im obigen Bild gezeigter Import-Chronometer stammt von einem freundlichen Holländer und hat mich gerade mal EUR 130,00 gekostet...
Drittens sind die einschlägigen Fach-Foren voll von begeisterten Besitzern, die den nachgerade legendären Seiko 5ern unverwüstliche Robustheit und präzisen Lauf über Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte bescheinigen. Woran ich keine Sekunde zweifele: Vermutlich brauche ich mich zu meinen Lebzeiten um Ersatz nicht mehr zu sorgen! Wobei schon jetzt die Versuchung an mir nagt, mir vielleicht noch diese, die, jene, die da, die auch noch, diese, jene dort, die hier und ggf. auch noch diese da zuzulegen...
[1] Die »5« steht subsummierend für die Merkmale Automatikwerk, stoßfest, wasserfest, Datumsanzeige, Wochentagsanzeige, die allen Modellen der Serie gemein sind.
[2] Triebverstärkend kam zugegebenermaßen die unlängst erfahrene Wirkung auf Dritte hinzu, die von (wirklich oder scheinbar) noblen Uhren auszugehen scheint.
[3] Ja, das Blatt rechts oben stammt von einem Gingko-Baum in Büro-Nähe...
[4] Dabei ist Seiko nach meinen Beobachtungen in Deutschland kaum noch im stationären Handel präsent, könnte also mit kreativer Produktpolitik eher Marktanteile gewinnen als (noch weiter) verlieren.
Sonntag, 1. August 2010
28. Jul. 2010
1. Aug. 2010
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Sonntag, 6. Juni 2010
Zahlreiche Tier- und so an die 1.500 Pflanzenarten sind auf La Palma endemisch, kommen also nur dort (und nirgendwo anders) vor. Wie alle anderen Kanareninseln auch ist La Palma vulkanischen Ursprungs und einst einsam dem Meer entstiegen, war also nie durch Landbrücken mit dem benachbarten Kontinent verbunden: Was immer folglich an irdischem Leben dorthin verschlagen wurde, hat sich isoliert von den früheren Artgenossen vermehren und weiterentwickeln können. Zwei Millionen Jahre sind geologisch betrachtet nicht viel, aber in Sachen genetischer Mutation, Vererbung und natürlicher Auslese kann diesem Zeitraum schon einiges passieren...
Der zonebattler ist ein Freund von Reptilien, jedenfalls dann, wenn er nicht in deren Beuteschema paßt: Der beschauliche Lebensstil der Echsen (dösen, essen, sonnen, dösen, essen, entspannen, ...) erscheint ihm als souveräner und zur Nachahmung wärmstens zu empfehlender Existenz-Entwurf. Kein Wunder daher, daß er die allerorten herumwuselnden Westkanareneidechsen schnell ins Herz geschlossen hat:
Trotz nicht vorhandener Großhirnrinde sind die geschmeidigen Gesellen übrigens keineswegs dumm: Da, wo es was Eßbares zu holen geben könnte (bei rastenden Wanderern zum Exempel), kommen sie gerne aus der Deckung und näher heran an die mutmaßlichen Gönner. Wirft man ihnen einen Crackerkrümel hin, sausen sie wieselflink herbei und stellen den Happen sicher, den unsereins zwischen all den Lavakrümeln kaum je wiederfinden würde. Respekt!
Fast noch erstaunlicher in ihrer Vielfalt präsentiert sich die Flora auf La Palma: Was auf deutschen Fensterbänken als Exot mit Hingabe im Blumentopf gepäppelt und stolz vorgezeigt wird, wuchert hier wie Unkraut und erreicht im ganzjährig milden Klima beachtliche Dimensionen. Wie zum Beispiel der (nicht endemische, sondern vor gut 200 Jahren eingeführte) Feigenkaktus:
Im Mai ist auf der Insel so ziemlich alles am Blühen: An manchen Bäumen fanden sich Früchte und Blüten gleichzeitig! Der immerwährende Frühling scheint die Pflanzen zu verwirren und den aus nördlicheren Gefilden bekannten Rhythmus der Jahreszeiten zumindest teilweise außer Kraft zu setzen. Irre.
Eigenartigerweise ist der zonebattler auch ein Krabbenfreund, d.h. er verspeist sie nicht (wie andere Leute), sondern stellt ihnen mit der Kamera nach, um ihr Verhalten zu studieren. So zahlreich wie an den Gestaden des Mittelmeeres scheinen die gepanzerten Genossen in kanarischen Gewässern nicht zu sein, jedenfalls war am flachen Strand kein Krebstier auszumachen. Nur an schroffen, gischtumtosten Ufern konnte ich Krabben behende auf den nassen Lavabrocken herumturnen sehen:
Erstaunlich ist das Sehvermögen jener meist seitwärts schreitenden Zehnfußkrebse: Gemeinhin sitzen sie allesamt regungslos auf den Felsen, sobald man sich aber auf ein paar Meter nähert, beginnt ein Massenexodus und es wuselt und kreucht an allen Ecken und Enden. Bemerkenswert erscheint ferner, wie souverän die Tiere der brachialen Gewalt der Brandung trotzen: Ein Mensch, der sich von See her näherte, würde den Versuch, abseits der flachen Strände an Land zu gehen, kaum überleben.
Wenden wir uns jetzt wieder der Pflanzenwelt La Palmas zu und schauen wir uns einen der eigenartigen »Drachenbäume« an:
Den Namen jenes Gewächses habe ich bewußt in Anführungszeichen gesetzt, denn wie uns der einschlägige Wikipedia-Artikel belehrt, handelt es sich dabei nicht wirklich um einen Baum im wissenschaftlichen Sinne; dem schattensuchenden Wanderer sind derlei akademische Spitzfindigkeiten natürlich einerlei. Meist stehen diese schönen Pflanzen einzeln, wir haben auf unseren Wanderungen jedoch auch ein paar kleinere Haine bewundern können.
À propos Wanderungen: Wundersame Begegungen hatten wir mit den palmerischen Hunden, die sich ‑im Gegensatz zu ihren Vettern im fernen Deutschland- allerorten durch große Lässigkeit und eine entspannte Auffassung hinsichtlich der Ausübung ihres Wachdienstes auszeichnen. Man kennt sich dort, man kennt sein Revier, man weiß um die Harmlosigkeit der selbst zur mittäglichen Siesta-Zeit idiotischerweise durch die Landschaft keuchenden Touristen. Was sollte man sich da mit sinnlosem Gebell selbst verausgaben?
Im Grunde kommt man mit einer kraftsparend relaxten Haltung ohnehin am besten durch den Tag, denn die Mittagszeit beginnt gleich nach dem Frühstück und endet erst kurz vor dem Abendessen. Jedenfalls kommt es einem so vor: Die schon erwähnte südliche Lage fernab von Kontinental-Europa sorgt dafür, daß die Sonne fast immer im Zenit ihrer täglichen Laufbahn zu stehen scheint. Wann immer man eine Palme sieht, deren Schatten ist von früh bis spät direkt unter dem Blätterdach anzutreffen:
Springen wir vom Strand bei Puerto Naos übergangslos auf gut 2.400 Meter Höhe: In der Nähe der zahlreichen Sternwarten am Nordrand der Caldera sitzt so mancher finsterer Geselle und wartet auf Beute: Selbst die großen Raben sind sich nicht zu stolz, Touristen um Entrichtung verdaubaren Wegezolls anzugehen! Der nachfolgend gezeigte Frechdachs ließ sich beispielsweise munter und unverdrossen auf dem Außenspiegel des nächsten Mietwagens nieder, um dessen Besatzung zur teilweisen Herausgabe ihrer Brotzeit zu animieren...
Es ist übrigens nicht ganz einfach, so einen ausgewachsenen Raben halbwegs fotogen abzulichten: Die kecken Kerle sind tatsächlich in jeder Hinsicht rabenschwarz! Augen, Federn, Füße, Schnabel, was immer den Vogel ausmacht, ist von der gleichen Farbe und allenfalls von unterschiedlichem Glanzgrad. Eine echte Herausforderung für jeden Belichtungsmesser! Aber man kann sich immerhin reichlich Zeit mit der Knipserei lassen: Die bettelnden Kameraden sind nicht nur gefräßig, sondern auch eitel, sie präsentieren sich daher gerne und ausdauernd. Jedenfalls so lange, wie ihnen das Werben um Fütterung erfolgversprechend erscheint...
Wenn wir schon beim Futtern sind: Hatte ich eigentlich schon erwähnt, daß Bananen die Hauptexportartikel La Palmas sind? Unter dem gütigen Patronat diverser Heiliger gedeihen im ewigen Frühling allerorten Bananen, Bananen und nochmals Bananen:
Wir haben natürlich Bananen aus örtlicher Produktion verkostet (aus ökologischem, mutmaßlich und hoffentlich ungespritztem Anbau): Die kleinen Dinger schmecken dort anders, sprich intensiver und durchaus besser als das, was man hier in Nordeuropa kaufen kann. Das liegt in der Natur der Sache, denn wer die Stauden in Griffweite vor der Haustür hängen hat, kann die Früchte im reifen Zustand ernten und zeitnah auf dem lokalen Markt anbieten. Was hingegen in deutsche Läden kommen soll und bis dorthin tagelang unterwegs ist, muß ja schon weit vor dem Erreichen der optimalen Reife zum Versand gebracht werden, um nicht in bereits angefaultem Zustand anzukommen...
Angekommen sind auch wir, und zwar am Ende der heutigen Folge. Im nächsten Teil verlassen wir den Pfad der sachlichen Berichterstattung und wenden uns dem atmosphärischen zu. Dann verrate ich endlich auch, wie ich auf den Serientitel »Die Schatzinsel« verfallen bin!
Mittwoch, 7. April 2010
Noch bis zum kommenden Sonntag zeigt das Germanische Nationalmuseum in der Sonderausstellung »Plakativ!« einen Teil der äußerst umfangreichen Nürnberger Plakatsammlung. Wie an jedem Mittwoch konnte man auch heute wieder ab 18:00 Uhr bei freiem Eintritt durch das bemerkenswerte Museum schlendern:
Wer sich für Grafik, Design, Layout, Gestaltung und Typographie auch nur einen Hauch interessiert, sollte die nächsten Tage zu einem Besuch in Nürnberg nutzen: Man muß die großen Originale sehen, um sie angemessen würdigen zu können!