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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Dienstag, 5. April 2011

Rad­ler­pech, Rad­ler­glück

Die er­ste klei­ne Rund­fahrt auf dem frisch aus­ge­kel­ler­ten Stra­ßen-Tret­boot ge­riet mir am letz­ten Sonn­tag zur Bei­na­he-Ka­ta­stro­phe: Un­weit des At­zen­ho­fer Müll­bergs So­lar­bergs ließ ich ei­nen sich an mei­nem fah­ren­den Un­ter­satz in­ter­es­siert zei­gen­den Rad­ler-Ge­nos­sen und Lie­ge­rad-Aspi­ran­ten ein paar Me­ter pro­be­fah­ren. Ich fuhr der­weil auf des­sen ziem­lich ho­hen High­Tech-Ve­lo mit schma­lem Renn­sat­tel vor­ne­weg. 100 Me­ter spä­ter wa­ren er­stens mei­ne Weich­tei­le ge­quetscht und zwei­tens an mei­nem Peer Gynt ei­ne Hin­ter­rad­spei­che hin­über...

Der dar­aus re­sul­tie­ren­de »Ach­ter« war enorm: Zwar hat­te ich vor­her schon ei­nen leich­ten »Hau« im Hin­ter­rad ge­habt, aber jetzt ge­riet die Fel­ge nach je­der Um­dre­hung der­ma­ßen mit der lin­ken Backe der Ma­gu­ra-Hy­drau­lik­brem­se in Kon­takt, daß das Rad kom­plett blockiert wur­de. Ich brach den Aus­flug not­ge­drun­gen so­fort ab und hop­pel­te mit witsch-witsch-wit­schen­den Brems­ge­räu­schen eben­so lang- wie müh­sam über die Va­cher Stra­ße wie­der heim­wärts. Von Leicht­lauf konn­te selbst berg­ab kei­ne Re­de mehr sein, ich kam mir vor wie auf ei­nem Home­trai­ner auf ma­xi­ma­ler Rei­bungs­stu­fe.

Ge­stern Abend brach ich mit dem aus­ge­bau­ten Hin­ter­rad zum Fahr­rad­dok­tor auf: Die Her­ren Gnu1742 und Gra­ben­ken­ner hat­ten mir schon vor län­ge­rer Zeit den Herrn H. emp­foh­len, der im Kel­ler sei­nes Hau­ses in der Süd­stadt ei­ne klei­ne Re­pa­ra­tur­werk­statt be­treibt. Zwar kann der net­te Zwei­rad­spe­zia­list im (Un-)Ruhestand we­der Tan­dems noch Lie­ge­rä­der war­ten (weil er die durchs en­ge Trep­pen­haus nicht in sei­ne Ka­ta­kom­ben hin­un­ter­be­kä­me), aber mit mei­nem be­reits de­mon­tier­ten Hin­ter­rad wähn­te ich mich den­noch an der rich­ti­gen Adres­se.

Und so war es auch: Herr H. mein­te, die Re­pa­ra­tur des Rad­rei­fens wä­re un­wirt­schaft­lich, da ein Neu­ein­spei­chen recht ar­beits­in­ten­siv sei. Zu­dem sei es frag­lich, ob man die vor­han­de­ne Fel­ge wie­der voll­stän­dig ent­ei­ern kön­ne. Er ra­te da­her zum Kom­plett­wech­sel des Ra­des. Glück­li­cher­wei­se hat­te er ein pas­sen­des auf La­ger (was an­ge­sichts der Viel­zahl der mög­li­chen Va­ri­an­ten aus Ma­te­ri­al, Durch­mes­ser und Rit­zel­pa­ket-Ab­mes­sun­gen ja auch kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit ist).

Nach kur­zer Über­le­gung stimm­te ich dem Vor­schlag zu, und we­ni­ge Mi­nu­ten spä­ter hat­te mir Herr H. das 7‑­fach-Shi­ma­no-Rit­zel­pa­ket vom al­ten Rad ab und an das neue dran­mon­tiert. Für das Rad be­rech­ne­te er mir EUR 45, für den Fel­gen­gum­mi EUR 1, für die Ar­beits­zeit nix. Dank­bar über die schnel­le und un­bü­ro­kra­ti­sche Hil­fe run­de­te ich den Be­trag auf und zog nach ei­nem Plausch über die Ex­zes­se der heu­ti­gen Kon­sum­welt be­glückt von hin­nen...

Im hei­mi­schen Ho­fe ward das neue Hin­ter­rad hur­tig ein­ge­baut, und das dank zahn­ärzt­li­cher Ein­mal­hand­schu­he oh­ne öli­ge Fin­ger. Freu­dig nutz­te ich die Gunst der Stun­de und der gut­nach­bar­schaft­li­chen La­tex-Spen­de, um die ge­sam­mel­ten Öl-und-Dreck-Ver­kru­stun­gen von Ket­ten­blät­tern und Schal­tungs­tei­len ab­zu­krat­zen, oh­ne mit dem gan­zen Schmod­der leib­haf­tig in Be­rüh­rung zu kom­men. Die Idee mit den »ge­fühls­ech­ten« Hand­schu­hen ist der­ma­ßen ge­ni­al, daß ich mich glatt wun­de­re, noch nicht frü­her dar­auf ver­fal­len zu sein: Ich wer­de mir ei­ne Spen­der­packung da­von zu­le­gen, um mir die schwe­re In­stand­hal­tung an mei­ner Fahr­zeug­flot­te wei­ter­hin so hand­freund­lich wie mög­lich zu ge­stal­ten.

Die an­schlie­ßen­de Werk­statt­fahrt führ­te mich die Ama­li­en­stra­ße hin­ab, un­ter der Sie­ben­bo­gen­brücke hin­durch, die Ufer­pro­me­na­de ent­lang und die Kö­nig­stra­ße hin­auf bis zum Text­haus, wo ich der om­ni­prä­sen­ten Che­fin noch ei­ne von mir um­ge­rü­ste­te En­er­gie­spar­bir­ne vor­bei­brach­te zwecks stil­ech­ter Schau­fen­ste­r­il­lu­mi­na­ti­on. Das Rad lief und läuft wie­der wun­der­bar! In den näch­sten Ta­gen wer­de ich das ab­ge­wirt­schaf­te­te Hin­ter-Ei kom­plett zer­le­gen und des­sen al­te Shi­ma­no-Na­be (die mitt­ler­wei­le Old­ti­mer-Kult­sta­tus ge­nie­ßen dürf­te) in mei­nen Auk­tio­nen feil­bie­ten und wort­reich be­sin­gen: Mit et­was Glück er­lö­se ich da­für am En­de noch den Preis des neu­en Hin­ter­ra­des... ;-)

Sonntag, 27. März 2011

Ab­ge­liebt & aus­ge­setzt (1)

Ausgesetztes Plüschtier, sich traurig in sein Schicksal ergebend
 
Aus­ge­setz­tes Plüsch­tier, sich trau­rig in sein Schick­sal er­ge­bend
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Freitag, 28. Januar 2011

Samm­lers Wahn

Der Welt größ­te Blech­ei­sen­bahn-Samm­lung kommt un­ter den Ham­mer, weil der Be­sit­zer al­les zu­sam­men­ge­tra­gen hat­te, was es je­mals ge­ge­ben hat. Al­le Ka­ta­lo­ge und Li­sten sind jetzt ab­ge­hakt, der Reiz des Su­chens und Ja­gens so­mit da­hin. Jetzt braucht der Mann wie­der ei­nen lee­ren Kel­ler, um ein neu­es Sam­mel-Hob­by be­gin­nen zu kön­nen. Man muß das Vi­deo ge­se­hen und den Ar­ti­kel ge­le­sen ha­ben, sonst glaubt man die Sto­ry nicht...

P.S.: Wirk­lich glück­lich scheint der Gu­te durch die (zu­ge­ge­ben ziel­stre­bi­ge) Hort­e­r­ei aber nicht ge­wor­den zu sein.

Mittwoch, 26. Januar 2011

Mo­der­ne Zei­ten...

...sind hier­orts an- und aus­ge­bro­chen: Nach vie­len Jah­ren, in de­nen der zone­batt­ler in sei­ner rea­len ho­me­zo­ne mit sei­ner bes­se­ren Hälf­te Bett, Tisch, Brot, But­ter und PC ge­teilt hat, steht ihm nun­mehr ein zwei­ter Re­chen­knecht im hei­mi­schen Haus­halt zur Ver­fü­gung. Ab so­fort bleibt mehr Zeit zur per­sön­li­chen Aus­spra­che von An­ge­sicht zu An­ge­sicht üb­rig, denn jetzt hocken die bei­den Haus­halts­in­sas­sen des Abends nicht mehr se­ri­ell hin­ter­ein­an­der und al­lei­ne vor dem ver­füh­re­risch leuch­ten­den In­ter­net-Guck­loch, son­dern par­al­lel und gleich­zei­tig und da­mit zu­sam­men nur noch den hal­ben Fei­er­abend lang. Welch un­er­hör­ter Fort­schritt!

Ob­wohl (oder ge­ra­de weil) ich ja in meh­re­ren be­freun­de­ten Haus­hal­ten reich­lich Ge­le­gen­heit zum Be­spech­ten und Be­fin­gern leib­haf­ti­ger iPads hat­te, ha­be ich mir be­wußt »nur« ein preis­wer­tes Net­book zu­ge­legt: Der ta­schen­taug­li­che Klapp­rech­ner ko­stet zwar nur die Hälf­te der bil­lig­sten Apple’schen De­sign­flun­der, ist für mich aber den­noch von (min­de­stens) dop­pelt so ho­hem Nutz­wert! Zum ei­nen taugt ein schickes Life­style-Ta­blett pri­mä­er zum Kon­su­mie­ren me­dia­ler In­hal­te (und we­ni­ger zum Pro­du­zie­ren von sol­chen), zum an­de­ren woll­te ich mit mei­nem ge­wohn­ten (und von mir im Halb­schlaf be­herrsch­ten) Soft­ware-Ar­se­nal wei­ter­ar­bei­ten kön­nen. Zu­dem war mir ei­ne or­dent­li­che Schnitt­stel­len-Aus­stat­tung wich­tig. All das (und mehr) bie­tet mir mein neu­es Acer Aspi­re One D255, wel­ches in der me­tal­lic-brau­nen Aus­füh­rung so­gar noch ei­ni­ger­ma­ßen mon­dän aus­sieht und ei­ne her­vor­ra­gen­de Fi­gur ab­gibt:

zonebattler's Acer Aspire One D255

Von der wei­ßen Zun­ge, die uns der for­mi­da­ble Flach­mann da keck ent­ge­gen­streckt, wird spä­ter noch die Re­de sein. Zu­nächst aber noch ein paar Sät­ze zum gut por­ta­blen Rei­se-Rech­ner selbst: Wich­tig bei der Aus­wahl, ja nach­ge­ra­de ein KO-Kri­te­ri­um war das mat­te Dis­play: Mir ist schlei­er­haft, wie­so sich glän­zen­de Bild­schir­me so glän­zend (!) zu ver­kau­fen schei­nen: So­bald ich das Fen­ster im Rücken ha­be oder sonst ei­ne Licht­quel­le, taugt so ein Ding nur noch als Schmink­spie­gel! Der an­geb­li­che Zu­ge­winn an Schär­fe wird durch die von Haus aus ak­ti­vier­te Kan­ten­glät­tung (das schreck­li­che, aber im­mer­hin ab­schalt­ba­re »Cle­ar­ty­pe« von Win­dows) oh­ne­hin kon­ter­ka­riert. Je­den­falls bin ich von dem mat­ten Bild­schirm sehr an­ge­tan, se­he ich doch dar­auf mei­ne Bil­der, Blogs und Bun­des­ge­nos­sen und nicht die re­flek­tier­te ei­ge­ne Bir­ne...

Das Ein­rich­ten war an ei­nem Abend er­le­digt: mit­ge­lie­fer­ter Soft­ware-Un­fug run­ter, ei­ge­nes Pro­gramm-Port­fo­lio drauf, fer­tig. Das ak­tu­el­le Win­dows 7 weiß zu ge­fal­len, die »Starter«-Version zeigt sich als nicht son­der­lich ka­striert. Zwei Din­ge frei­lich ver­moch­ten mich ei­ne gan­ze Wei­le zu ner­ven: Er­stens stürz­te der (un­ge­lieb­te und sel­tenst be­nö­tig­te, aber als we­sent­li­cher Sy­stem­be­stand­teil eben doch vor­han­de­ne) In­ter­net Ex­plo­rer bei je­dem Start gleich wie­der ab, zwei­tens tick­te die Fest­plat­te des an­son­sten sehr lauf­ru­hi­gen Ma­schin­chens in un­re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den wie ein prel­len­der Uhr­zei­ger. Klick­rrr. Klick­rrr. ... Klick­rrr.

Die Sa­che mit dem lau­f­un­wil­li­gen Stan­dard-Brow­ser ver­such­te ich rasch mit der Neu-In­stal­la­ti­on der ak­tu­el­len Be­ta des IE 9 wie­der ins Lot zu brin­gen, lei­der zu­nächst ver­geb­lich. End­lich ließ sich das Pro­gramm aber zu ei­ner et­was aus­führ­li­che­ren Feh­ler­mel­dung her­ab, an­hand de­rer ich den ei­gent­li­chen Übel­tä­ter aus­fin­dig ma­chen konn­te: »Task­Bar Shuff­le« war das Sand­korn im Ge­trie­be, je­nes klei­ne Pro­gramm, wel­ches mir auf dem ol­len Haupt­rech­ner mit Win­dows XP das freie Ver­schie­ben und Um­sor­tie­ren der Pro­gramm-Schalt­flä­chen in der Task­lei­ste er­mög­licht. Un­ter dem ak­tu­el­len Win­dows 7 ist das klei­ne Tool nun­mehr ob­so­let, da die prak­ti­sche Funk­ti­on hier schon von Hau­se aus vor­han­den ist. Nach der De­instal­la­ti­on des Uti­li­ty woll­te auch der IE wie­der mit­spie­len. Na al­so. Ha­ken dran!

Dem un­re­gel­mä­ßi­gen Fest­plat­ten-Ticken war al­ler­dings weit schwie­ri­ger auf die Spur zu kom­men. An ei­nen sich an­kün­di­gen­den Hard­disk-Scha­den moch­te ich von An­fang an nicht glau­ben, da­zu war der Ap­pa­ril­lo zu neu und das Ge­räusch zu re­pro­du­zier­bar. Soll­te ich da­mit zu­rück in den La­den ge­hen und mich in al­les an­de­rer als flü­ster­lei­ser Um­ge­bung zum Ge­spött des Per­so­nals ma­chen? Die in lan­gen Jah­ren ge­won­ne­ne Er­fah­rung mit ka­pri­ziö­sen Ge­rät­scha­fen lie­ßen mich auf ei­ne lo­gi­sche (und letzt­lich ab­stell­ba­re) Er­klä­rung hof­fen. Ich fand sie schluß­end­lich in ei­nem User-Fo­rum: Der win­dows­ei­ge­ne In­di­zie­rungs­dienst zur Be­schleu­ni­gung von Da­tei­such­en war der ge­heim­nis­vol­le Stepp­tän­zer! Als ich die­sen in den Lauf­werks­ei­gen­schaf­ten von C: ab­ge­schal­tet hat­te, kehr­te doch noch Ru­he ein. Und das oh­ne je­de Kom­fort­ein­bu­ße: Da ich mei­ne Da­tei­en oh­ne­hin nach streng struk­tu­rier­tem Sche­ma ab­zu­le­gen pfle­ge, brau­che ich die Such­funk­ti­on al­len­falls ein­mal pro Halb­jahr, und dann kann sie ru­hig ein paar Se­kun­den län­ger brau­chen als sonst...

So­weit, so gut, der Rech­ner tut. Aber wie mit ihm ins Netz der Net­ze kom­men? Der sta­tio­nä­re (und wir er­in­nern uns, bis­lang sin­gu­lä­re) PC war über ein simp­les, aber zu­ver­läs­sig funk­tio­nie­ren­des DSL-Mo­dem an­ge­schlos­sen. Je­nes muß­te ei­nem Rou­ter wei­chen, und zwar ei­nem sol­chen mit WLAN-An­ten­ne. Aus der elek­tri­schen Bucht fisch­te ich mir die in sol­chen Fäl­len gern ge­nom­me­ne FRITZ!Box WLAN 3170 und löhn­te da­für nur ein gu­tes Drit­tel des ak­tu­el­len La­den­prei­ses, was um­so ver­büf­fen­der er­scheint, als das Ge­rät of­fen­kun­dig un­be­nutzt und der mit­ge­lie­fer­te Erst­käu­fer-Kas­sen­bon kei­ne drei Wo­chen alt war. Was mag da wohl ab­ge­lau­fen sein? Egal, das an­dern­orts wo­mög­lich un­pas­sen­de Weih­nachts­ge­schenk kam uns hier ge­ra­de recht und be­kam so­gleich ein ku­sche­li­ges Plätz­chen in der gu­ten Stu­be zu­ge­wie­sen:

zonebattler's FRITZ!Box WLAN 3170

Ob­wohl die Ver­käu­fe­rin das Mit­sen­den von Be­die­nungs­an­lei­tung und In­stal­la­ti­ons-CD zu­nächst ver­gaß (spä­ter aber auf An­fra­ge flugs nach­hol­te), ging die Ein­rich­tung des far­ben­fro­hen Käst­chens schnell und un­kom­pli­ziert über die Büh­ne, man fin­det die ein­schlä­gi­ge Do­ku­men­ta­ti­on ja auch auf der Home­page des Her­stel­lers. Was jetzt noch et­was ge­wöh­nungs­be­dürf­tig ist, ist das se­pa­ra­te An- und Aus­schal­ten des neu­en Rou­ters. Das bis­her ein­ge­setz­te Mo­dem ließ ich über ei­ne au­to­ma­ti­sche Ma­ster-/S­lave-Steck­do­sen­lei­ste vom PC an- und aus­knip­sen, jetzt frei­lich soll der Rou­ter zu­wei­len auch dann das WLAN für den Klapp-Knirps auf­span­nen, wenn der Mi­ni­tower un­ter dem Schreib­tisch aus­ge­schal­tet bleibt. Aber auch das wird sich prag­ma­tisch hand­ha­ben las­sen und schnell ein­spie­len.

Ei­nen kom­pak­ten und leich­ten Zweit­rech­ner nimmt man na­tür­lich ger­ne mit auf die Walz, er­mög­licht er ei­nem doch z.B. das kom­mo­de Blog­gen im Rog­gen oder auch nur die ge­wohn­te Früh­stücks­lek­tü­re di­ver­ser gro­ßer Feuil­le­tons im Bett am Raps­feld. Zu die­sem Be­hu­fe braucht es ei­nen mo­bi­len In­ter­net-Zu­gang über die Reich­wei­te des hei­mi­schen Draht­los-Net­zes hin­aus, und da­mit kom­men wir zu je­ner »wei­ßen Zun­ge«, die im obe­ren Bild so pro­mi­nent aus dem Ge­häu­se ragt. Ur­sprüng­lich hat­te ich ja vor, mir vom Dis­coun­ter um die Ecke so ei­nen In­ter­net-Stick zu ho­len. Der eher ne­ga­ti­ve Te­nor der re­cher­che­hal­ber zu­ta­ge­ge­för­der­ten Kun­den­stim­men ließ mich aber da­von Ab­stand neh­men und mein Heil im au­ßer­or­dent­lich gut be­leu­mun­de­ten FONIC Surf-Stick su­chen. Gu­te Netz­ab­deckung und pro­blem­lo­se Funk­ti­on ha­be ich ge­sucht, bei­des ha­be ich in re­kord­ver­däch­ti­ger Zeit frei Haus ge­lie­fert be­kom­men. Das da­zu­ge­hö­ri­ge Ta­rif­mo­dell ist fair und sim­pel: Je­der Ka­len­der­tag mit Ein­wahl ins Netz ko­stet zwei­eu­ro­fuff­zich einsneun­und­neun­zich (un­ab­hän­gig vom über­tra­ge­nen Da­ten­vo­lu­men), wo­bei die mo­nat­li­chen Ko­sten bei EUR 25,00 EUR 20,00 ge­deckelt wer­den: Auch Viel­nut­zer zah­len al­so al­len­falls für zehn Ta­ge im Mo­nat, der Rest geht aufs Haus. An­ge­sichts die­ser kla­ren Kon­di­tio­nen lei­ste ich mir den Lu­xus, di­ver­sen in Fo­ren ge­le­se­nen Op­ti­mie­rungs-Tricks nicht wei­ter nach­zu­ge­hen...

Po­ten­ti­el­len Nach­ah­mern sei die Nürn­ber­ger Fi­lia­le der Fir­ma Arlt Com­pu­ter am Plär­rer wärm­stens emp­foh­len: Dort be­kommt man ei­ne nütz­li­che Neo­pren-Ta­sche für den Flach­mann beim gleich­zei­ti­gen Kauf des Net­books für den hal­ben Preis mit da­zu, und zehn Mark ha­ben und nicht-ha­ben sind schon 20 Mark, wie des zonebattler’s Oma se­lig zu sa­gen pfleg­te. Das gilt im Eu­ro-Zeit­al­ter gleich dop­pelt!

Sonntag, 16. Januar 2011

Win­ter­schluß­ver­kauf

Nach ei­ner faul­heits­be­ding­ten Pau­se von meh­re­ren Jah­ren ha­be ich mich jetzt end­lich wie­der da­zu auf­raf­fen kön­nen, mit dem Ver­kauf mei­ner über­zäh­li­gen Hab­se­lig­kei­ten zu be­gin­nen: Im Lau­fe der Zeit ha­ben sich so vie­le Din­ge an­ge­sam­melt (und platz­rau­bend an­ge­sta­pelt), die ei­ner­seits viel zu scha­de zum Weg­wer­fen, an­der­seits zu sehr von nost­al­gisch-zeit­ge­schicht­li­chem Wert sind, um ei­ne sinn­vol­le Spen­de für das na­he Ge­braucht­wa­ren­kauf­haus ab­zu­ge­ben. Ein gu­tes Bei­spiel ist die­ser Phil­ips Elek­tro­nik-Ex­pe­ri­men­tier­ka­sten aus den spä­ten 1970er Jah­ren:

Philips Elektronik Experimentierkasten EE 2003

Ich hat­te wei­land als ju­gend­li­cher Bast­ler und Tüft­ler ge­nau den glei­chen Ka­sten im Ein­satz, wo­mög­lich wä­re er in mehr oder we­ni­ger gu­tem Er­hal­tungs­zu­stand so­gar noch ir­gend­wo im El­tern­haus wie­der­zu­fin­den. Mein hier ab­ge­bil­de­tes Ex­em­plar in­des ha­be ich vor zwei oder drei Jah­ren vom Floh­markt ge­ret­tet, es ist er­staun­li­cher­wei­se un­be­spielt und mit­hin der Wunsch­traum ei­nes je­den Samm­lers. An ei­nen sol­chen wird der Ka­sten dann letzt­lich auch ge­hen, und mei­ne da­ma­li­ge In­ve­sti­ti­on im Wert ei­nes Tor­ten­stücks wird ei­ne traum­haf­te Ren­di­te ab­wer­fen, von der selbst der kri­mi­nell­ste Bank­ster nur träu­men kann. Wo­bei die Ta­schen­geld-Auf­bes­se­rung – in ab­so­lu­ten Zah­len be­trach­tet – na­tür­lich trotz­dem längst nicht da­zu rei­chen wird, noch heu­er in den fröh­li­chen Vor­ru­he­stand zu ge­hen...

Kleinbild-Kamera Agfa Optima electronic

Die Hö­he des Ver­kaufs­er­lö­ses ist mir da­bei aber gar nicht so wich­tig: Es geht mir vor al­lem dar­um, daß mei­ne »Schät­ze« in gu­te Hän­de kom­men, sprich den Weg zu an­de­ren Lieb­ha­bern fin­den, die mei­ne Pre­tio­sen zu schät­zen wis­sen und sie gut be­wah­ren wer­den. Bei al­tem Tech­nik­kram funk­tio­niert das so gut wie im­mer: Da Kna­ben be­kannt­lich nur et­wa sie­ben Jah­re alt wer­den (und da­nach nur noch wach­sen), sind sie nach dem Er­rei­chen ih­rer ma­xi­ma­len Grö­ße (und ins­be­son­de­re auch dann, wenn sie wie­der zu schrum­peln be­gin­nen) ger­ne be­reit, für die ma­te­ri­el­le In­kar­na­ti­on ih­rer ei­ge­nen Kin­der- und Ka­det­ten­träu­me gu­tes Geld für gu­te Wa­re sprin­gen zu las­sen, wenn es nur je­ne Spiel­zeu­ge sind, die sie da­mals selbst be­sa­ßen (oder sich da­nach mit am Schau­fen­ster platt­ge­drück­ter Na­se ver­zehr­ten). Ne­ben jahr­zehn­te­al­ten Ex­pe­ri­men­tier­kä­sten (die in un­be­spiel­tem Zu­stand zu fin­den na­tür­lich auch mir als Floh­markt-Trüf­fel­schwein nur noch sel­tenst ge­lingt) sind es ins­be­son­de­re al­te Hi­Fi-Ge­rä­te, die heut­zu­ta­ge mit­un­ter zu aber­wit­zi­gen Sum­men weg­ge­hen, wel­che ein Mehr­fa­ches ih­res da­ma­li­gen Neu­prei­ses be­tra­gen kön­nen...

CD-Player GRUNDIG CD 35

Zu mei­ner Freu­de ist das Ein­stel­len ei­ge­ner An­ge­bo­te in die »elek­tri­sche Bucht« heut­zu­ta­ge ein­fa­cher denn je, auch wenn das An­fer­ti­gen aus­sa­ge­kräf­ti­ger Fo­tos und das Ver­fas­sen de­tail­ge­treu­er Be­schrei­bungs­tex­te na­tür­lich selbst den Rou­ti­nier ei­ni­ges an Zeit ko­stet. Den­noch: Ist man erst­mal wie­der drin und stellt al­le paar Ta­ge ein bis zwei Of­fer­ten be­reit, dann kriegt man das qua­li­fi­zier­te An­prei­sen und die spä­te­re lo­gi­sti­sche Ab­wick­lung (Kor­re­spon­denz, In­kas­so, Ver­packung und Ver­sand) mit mi­ni­ma­lem Auf­wand und qua­si ne­ben­her auf die Rei­he. Und Spaß macht es ja schließ­lich auch (mir je­den­falls).

militärisches Kartenspiel zur Flugzeugerkennung

Mich wür­de in­ter­es­sie­ren, wie­viel Pro­zent al­ler ver­schick­ten Päck­chen und Pa­ke­te heut­zu­ta­ge dem Aus­tausch von Ge­braucht­wa­ren zu­zu­rech­nen sind: Was dem Ei­nen sein Bal­last, ist des An­de­ren Be­gehr, und erst das In­ter­net hat es ge­schafft, für pri­va­te An­ge­bo­te jen­seits von Im­mo­bi­li­en und Kraft­fahr­zeu­gen ei­nen be­stens funk­tio­nie­ren­den Se­cond-Hand-Markt zu eta­blie­ren. Das freut vie­le, aber na­tür­lich nicht al­le, ins­be­son­de­re nicht die Her­stel­ler, die ger­ne neu­en Krem­pel ver­kau­fen wür­den, statt den al­ten her­um­ge­scho­ben zu wis­sen (und dar­an nichts zu ver­die­nen). Aber so ist das halt, der Geist ist aus der Fla­sche und geht nicht mehr hin­ein. Au­ßer­dem hat sich der vir­tu­el­le Han­del ja auch auf den Neu­wa­ren­ver­trieb höchst be­flü­gelnd aus­ge­wirkt...

Gameboy-Vorläufer MB MicroVison von 1979

Doch da­mit ge­nug der markt­theo­re­ti­schen Be­trach­tun­gen: In mei­ner Nacht­tisch­schub­la­de harrt ein Dut­zend Arm­band­uh­ren mit längst leer­ge­lutsch­ten Knopf­zel­len dar­auf, von mir vor­teil­haft ab­ge­lich­tet und po­ten­ti­el­len In­ter­es­sen­ten an­ge­dient zu wer­den. Mir reicht mein me­cha­ni­sches Zeit­ei­sen bis ans En­de mei­ner Ta­ge, da­her weg mit den Alt­la­sten, selbst wenn das in die­sem Fall de­fi­ni­tiv ein Drauf­zahl­ge­schäft wer­den wird. Ei­ne lee­re (und wie­der an­der­wei­tig nutz­ba­re) Schub­la­de ist frei­lich auch ein schö­ner Ge­winn!

Sonntag, 26. Dezember 2010

Ei­nes für al­les

Was tun mit den zu Weih­nach­ten er­hal­te­nen Geld­ge­schen­ken oder den durch Um­tausch un­ge­lieb­ter Prä­sen­te er­hal­te­nen Bar­mit­teln? Das hier kann je­der rich­ti­ge Mann ge­brau­chen, wie die zahl­rei­chen Kun­den­re­zen­sio­nen nach­drück­lich be­wei­sen!

Freitag, 24. Dezember 2010

Kal­te-Kaf­fee-Kap­sel-Kunst

Dem Bei­spiel ei­nes krea­ti­ven Künst­lers fol­gend, ex­pe­ri­men­tiert des zonebattler’s bes­se­re Hälf­te der­zeit mit der Her­stel­lung von Mo­de­schmuck aus lee­ren Nes­pres­so-Kap­seln. Ein er­stes Pro­to­typ-Frag­ment schaut schon recht viel­ver­spre­chend aus:

Kette aus leeren Nespresso-Kapseln

Da wir im ei­ge­nen Haus­halt Kaf­fee­ge­trän­ke blech­ab­fall­frei mit ei­ner an­ti­ken Tchi­bo Pic­co her­zu­stel­len pfle­gen, sind wir beim Roh­ma­te­ri­al für die Zier­rat-Pro­duk­ti­on auf ex­ter­ne Hil­fe an­ge­wie­sen: Wer im­mer im nä­he­ren Um­kreis heu­te von Christ­kind und/oder Weih­nachts­mann ei­ne neu­mo­di­sche Nes­pres­so-Kaf­fee­ma­schi­ne ge­schenkt be­kommt, wird hier­mit freund­lichst er­sucht, die be­nutz­ten Pa­tro­nen für uns auf­zu­he­ben: Den bun­ten Alu­mi­ni­um-Be­chern wird ei­ne zwei­te Kar­rie­re als Schmuck­stück ga­ran­tiert, und das ist doch al­le­mal bes­ser (und mon­dä­ner) als im Müll zu lan­den...

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Last Mi­nu­te Ge­schenk-Ser­vice

Des zonebattler’s bes­se­re Hälf­te hat ei­nen Ap­ple iPod Touch neue­ster Bau­art (32 GB) ge­schun­ken ge­kro­chen, für den wir in un­se­rem Haus­halt kei­ner­lei Ver­wen­dung se­hen. Falls je­mand aus der Le­ser­schaft das noch ori­gi­nal­ver­pack­te und ‑ver­sie­gel­te Ge­rät ha­ben möch­te: Für EUR 250,00 ist es zum Schnäpp­chen­preis wohl­feil!

Donnerstag, 4. November 2010

Ticktack-Tak­tik

Freund Le­xi­ka­li­ker hat­te mir un­längst ei­nen ticken­den Floh ins Ohr ge­setzt: Oh­ne Un­ter­laß schwärm­te er mir von sei­nen zahl­rei­chen Zeit­ei­sen vor, na­ment­lich von den schö­nen Au­to­ma­tik-Zwie­beln der Se­rie 5 von Sei­ko. [1] Nun ist es ja nicht so, daß der zone­batt­ler kei­ne Arm­band­uh­ren be­sä­ße, er hat ganz im Ge­gen­teil ein Dut­zend da­von in der Nacht­tisch-Schub­la­de lie­gen! Die­se frei­lich däm­mern al­le­samt in schein­to­tem Zu­stand ei­ner höchst un­ge­wis­sen Zu­kunft ent­ge­gen, denn sie lei­den an lee­ren Bat­te­rien und schmol­len stil­le...

Wenn man al­ler­dings in die Jah­re kommt, dann schei­nen ei­nem ge­die­ge­ne Me­cha­nik und En­er­gie­aut­ar­kie weit wich­ti­ger zu sein als höch­ster Prä­zi­si­ons­lauf, wes­halb der Wunsch nach ei­ner rein me­cha­ni­schen Au­to­ma­tik-Uhr lang­sam aber si­cher in des Au­tors Hirn Ge­stalt an­nahm. [2] Er schlief noch ein paar­mal drü­ber, dann de­le­gier­te er den Be­schaf­fungs­akt an sei­nen zeit­mes­ser­af­fi­nen Kum­pa­nen. Ge­stern kam die­ser auf ei­ne Stipp­vi­si­te vor­bei, und das hat un­ser­ei­ner nun da­von:

zonerbattler's neue Seiko 5

Das vor­hin am­bu­lant auf dem Eß­zim­mer­tisch ar­ran­gier­te Still­le­ben [3] zeigt das edel­stäh­ler­ne und sat­te 144 Gramm wie­gen­de Mo­dell SNZG13J1, wel­ches wie die an­de­ren »Fün­fer« auch über ei­nen Glas­bo­den ver­fügt, durch den sich das Wer­keln des Wer­kes vor­treff­lich be­ob­ach­ten läßt: sehr me­di­ta­tiv und un­ter­halt­sa­mer als fern­zu­se­hen!

In­ter­es­sant an den äu­ßerst wer­tig ver­ar­bei­te­ten Sei­kos ist meh­rer­lei: Er­stens wer­den hier­zu­lan­de nur ei­ni­ge we­ni­ge Mo­del­le (zu eher üp­pi­gen Prei­sen) an­ge­bo­ten, das Gros der aus­ufern­den Pro­dukt­pa­let­te wird of­fi­zi­ell nur in asia­ti­schen Ge­fil­den ver­trie­ben, wo die Ver­sor­gung mit Knopf­zel­len für Quarz­uh­ren an­geb­lich pro­ble­ma­tisch wä­re. Ei­ne schwer zu be­grei­fen­de Ex­port-Po­li­tik, die über­dies wohl da­für sor­gen soll, daß der vor­geb­li­che Edel-Nim­bus der Mar­ke in Deutsch­land kei­nen Scha­den nimmt [4].

Zwei­tens sind die­se Uh­ren er­staun­lich preis­wert, sie fan­gen schon im zwei­stel­li­gen Eu­ro-Be­reich an und he­ben auch bei den mas­si­ven Top-Mo­del­len kei­nes­wegs in aber­wit­zi­ge Hö­hen ab: Mein im obi­gen Bild ge­zeig­ter Im­port-Chro­no­me­ter stammt von ei­nem freund­li­chen Hol­län­der und hat mich ge­ra­de mal EUR 130,00 ge­ko­stet...

Drit­tens sind die ein­schlä­gi­gen Fach-Fo­ren voll von be­gei­ster­ten Be­sit­zern, die den nach­ge­ra­de le­gen­dä­ren Sei­ko 5ern un­ver­wüst­li­che Ro­bust­heit und prä­zi­sen Lauf über Jah­re, wenn nicht gar Jahr­zehn­te be­schei­ni­gen. Wor­an ich kei­ne Se­kun­de zwei­fe­le: Ver­mut­lich brau­che ich mich zu mei­nen Leb­zei­ten um Er­satz nicht mehr zu sor­gen! Wo­bei schon jetzt die Ver­su­chung an mir nagt, mir viel­leicht noch die­se, die, je­ne, die da, die auch noch, die­se, je­ne dort, die hier und ggf. auch noch die­se da zu­zu­le­gen...

 
[1] Die »5« steht sub­sum­mie­rend für die Merk­ma­le Au­to­ma­tik­werk, stoß­fest, was­ser­fest, Da­tums­an­zei­ge, Wo­chen­tags­an­zei­ge, die al­len Mo­del­len der Se­rie ge­mein sind.

[2] Trieb­ver­stär­kend kam zu­ge­ge­be­ner­ma­ßen die un­längst er­fah­re­ne Wir­kung auf Drit­te hin­zu, die von (wirk­lich oder schein­bar) no­blen Uh­ren aus­zu­ge­hen scheint.

[3] Ja, das Blatt rechts oben stammt von ei­nem Ging­ko-Baum in Bü­ro-Nä­he...

[4] Da­bei ist Sei­ko nach mei­nen Be­ob­ach­tun­gen in Deutsch­land kaum noch im sta­tio­nä­ren Han­del prä­sent, könn­te al­so mit krea­ti­ver Pro­dukt­po­li­tik eher Markt­an­tei­le ge­win­nen als (noch wei­ter) ver­lie­ren.

Sonntag, 1. August 2010

Zell­tei­lung

 
 
Deko-Ausverkauf beim Fürther Woolworth
 
28. Jul. 2010

 

Deko-Ausverkauf beim Fürther Woolworth
 
1. Aug. 2010
 
 
Sonntag, 6. Juni 2010

Die Schatz­in­sel (4)

Zahl­rei­che Tier- und so an die 1.500 Pflan­zen­ar­ten sind auf La Pal­ma en­de­misch, kom­men al­so nur dort (und nir­gend­wo an­ders) vor. Wie al­le an­de­ren Ka­na­ren­in­seln auch ist La Pal­ma vul­ka­ni­schen Ur­sprungs und einst ein­sam dem Meer ent­stie­gen, war al­so nie durch Land­brücken mit dem be­nach­bar­ten Kon­ti­nent ver­bun­den: Was im­mer folg­lich an ir­di­schem Le­ben dort­hin ver­schla­gen wur­de, hat sich iso­liert von den frü­he­ren Art­ge­nos­sen ver­meh­ren und wei­ter­ent­wickeln kön­nen. Zwei Mil­lio­nen Jah­re sind geo­lo­gisch be­trach­tet nicht viel, aber in Sa­chen ge­ne­ti­scher Mu­ta­ti­on, Ver­er­bung und na­tür­li­cher Aus­le­se kann die­sem Zeit­raum schon ei­ni­ges pas­sie­ren...

Der zone­batt­ler ist ein Freund von Rep­ti­li­en, je­den­falls dann, wenn er nicht in de­ren Beu­te­sche­ma paßt: Der be­schau­li­che Le­bens­stil der Ech­sen (dö­sen, es­sen, son­nen, dö­sen, es­sen, ent­span­nen, ...) er­scheint ihm als sou­ve­rä­ner und zur Nach­ah­mung wärm­stens zu emp­feh­len­der Exi­stenz-Ent­wurf. Kein Wun­der da­her, daß er die al­ler­or­ten her­um­wu­seln­den West­ka­na­ren­ei­dech­sen schnell ins Herz ge­schlos­sen hat:

stolze männliche Westkanareneidechse

Trotz nicht vor­han­de­ner Groß­hirn­rin­de sind die ge­schmei­di­gen Ge­sel­len üb­ri­gens kei­nes­wegs dumm: Da, wo es was Eß­ba­res zu ho­len ge­ben könn­te (bei ra­sten­den Wan­de­rern zum Ex­em­pel), kom­men sie ger­ne aus der Deckung und nä­her her­an an die mut­maß­li­chen Gön­ner. Wirft man ih­nen ei­nen Cracker­krü­mel hin, sau­sen sie wie­sel­flink her­bei und stel­len den Hap­pen si­cher, den un­ser­eins zwi­schen all den La­vak­rü­meln kaum je wie­der­fin­den wür­de. Re­spekt!

Fast noch er­staun­li­cher in ih­rer Viel­falt prä­sen­tiert sich die Flo­ra auf La Pal­ma: Was auf deut­schen Fen­ster­bän­ken als Exot mit Hin­ga­be im Blu­men­topf ge­päp­pelt und stolz vor­ge­zeigt wird, wu­chert hier wie Un­kraut und er­reicht im ganz­jäh­rig mil­den Kli­ma be­acht­li­che Di­men­sio­nen. Wie zum Bei­spiel der (nicht en­de­mi­sche, son­dern vor gut 200 Jah­ren ein­ge­führ­te) Fei­gen­kak­tus:

blühender Feigenkaktus (Opuntie)

Im Mai ist auf der In­sel so ziem­lich al­les am Blü­hen: An man­chen Bäu­men fan­den sich Früch­te und Blü­ten gleich­zei­tig! Der im­mer­wäh­ren­de Früh­ling scheint die Pflan­zen zu ver­wir­ren und den aus nörd­li­che­ren Ge­fil­den be­kann­ten Rhyth­mus der Jah­res­zei­ten zu­min­dest teil­wei­se au­ßer Kraft zu set­zen. Ir­re.

Ei­gen­ar­ti­ger­wei­se ist der zone­batt­ler auch ein Krab­ben­freund, d.h. er ver­speist sie nicht (wie an­de­re Leu­te), son­dern stellt ih­nen mit der Ka­me­ra nach, um ihr Ver­hal­ten zu stu­die­ren. So zahl­reich wie an den Ge­sta­den des Mit­tel­mee­res schei­nen die ge­pan­zer­ten Ge­nos­sen in ka­na­ri­schen Ge­wäs­sern nicht zu sein, je­den­falls war am fla­chen Strand kein Krebs­tier aus­zu­ma­chen. Nur an schrof­fen, gischt­um­to­sten Ufern konn­te ich Krab­ben be­hen­de auf den nas­sen La­va­brocken her­um­tur­nen se­hen:

Krabben beim Krabbeln

Er­staun­lich ist das Seh­ver­mö­gen je­ner meist seit­wärts schrei­ten­den Zehn­fuß­kreb­se: Ge­mein­hin sit­zen sie al­le­samt re­gungs­los auf den Fel­sen, so­bald man sich aber auf ein paar Me­ter nä­hert, be­ginnt ein Mas­sen­ex­odus und es wu­selt und kreucht an al­len Ecken und En­den. Be­mer­kens­wert er­scheint fer­ner, wie sou­ve­rän die Tie­re der bra­chia­len Ge­walt der Bran­dung trot­zen: Ein Mensch, der sich von See her nä­her­te, wür­de den Ver­such, ab­seits der fla­chen Strän­de an Land zu ge­hen, kaum über­le­ben.

Wen­den wir uns jetzt wie­der der Pflan­zen­welt La Pal­mas zu und schau­en wir uns ei­nen der ei­gen­ar­ti­gen »Dra­chen­bäu­me« an:

Kanarischer Drachenbaum

Den Na­men je­nes Ge­wäch­ses ha­be ich be­wußt in An­füh­rungs­zei­chen ge­setzt, denn wie uns der ein­schlä­gi­ge Wi­ki­pe­dia-Ar­ti­kel be­lehrt, han­delt es sich da­bei nicht wirk­lich um ei­nen Baum im wis­sen­schaft­li­chen Sin­ne; dem schat­ten­su­chen­den Wan­de­rer sind der­lei aka­de­mi­sche Spitz­fin­dig­kei­ten na­tür­lich ei­ner­lei. Meist ste­hen die­se schö­nen Pflan­zen ein­zeln, wir ha­ben auf un­se­ren Wan­de­run­gen je­doch auch ein paar klei­ne­re Hai­ne be­wun­dern kön­nen.

À pro­pos Wan­de­run­gen: Wun­der­sa­me Be­ge­gun­gen hat­ten wir mit den pal­me­ri­schen Hun­den, die sich ‑im Ge­gen­satz zu ih­ren Vet­tern im fer­nen Deutsch­land- al­ler­or­ten durch gro­ße Läs­sig­keit und ei­ne ent­spann­te Auf­fas­sung hin­sicht­lich der Aus­übung ih­res Wach­dien­stes aus­zeich­nen. Man kennt sich dort, man kennt sein Re­vier, man weiß um die Harm­lo­sig­keit der selbst zur mit­täg­li­chen Sie­sta-Zeit idio­ti­scher­wei­se durch die Land­schaft keu­chen­den Tou­ri­sten. Was soll­te man sich da mit sinn­lo­sem Ge­bell selbst ver­aus­ga­ben?

Ein die Grenze seines Revieres verteidigender Wachhund

Im Grun­de kommt man mit ei­ner kraft­spa­rend re­lax­ten Hal­tung oh­ne­hin am be­sten durch den Tag, denn die Mit­tags­zeit be­ginnt gleich nach dem Früh­stück und en­det erst kurz vor dem Abend­essen. Je­den­falls kommt es ei­nem so vor: Die schon er­wähn­te süd­li­che La­ge fern­ab von Kon­ti­nen­tal-Eu­ro­pa sorgt da­für, daß die Son­ne fast im­mer im Ze­nit ih­rer täg­li­chen Lauf­bahn zu ste­hen scheint. Wann im­mer man ei­ne Pal­me sieht, de­ren Schat­ten ist von früh bis spät di­rekt un­ter dem Blät­ter­dach an­zu­tref­fen:

einsame Palme am Strand

Sprin­gen wir vom Strand bei Pu­er­to Na­os über­gangs­los auf gut 2.400 Me­ter Hö­he: In der Nä­he der zahl­rei­chen Stern­war­ten am Nord­rand der Cal­de­ra sitzt so man­cher fin­ste­rer Ge­sel­le und war­tet auf Beu­te: Selbst die gro­ßen Ra­ben sind sich nicht zu stolz, Tou­ri­sten um Ent­rich­tung ver­dau­ba­ren We­ge­zolls an­zu­ge­hen! Der nach­fol­gend ge­zeig­te Frech­dachs ließ sich bei­spiels­wei­se mun­ter und un­ver­dros­sen auf dem Au­ßen­spie­gel des näch­sten Miet­wa­gens nie­der, um des­sen Be­sat­zung zur teil­wei­sen Her­aus­ga­be ih­rer Brot­zeit zu ani­mie­ren...

auf unschuldig machender Bettel-Rabe

Es ist üb­ri­gens nicht ganz ein­fach, so ei­nen aus­ge­wach­se­nen Ra­ben halb­wegs fo­to­gen ab­zu­lich­ten: Die kecken Ker­le sind tat­säch­lich in je­der Hin­sicht ra­ben­schwarz! Au­gen, Fe­dern, Fü­ße, Schna­bel, was im­mer den Vo­gel aus­macht, ist von der glei­chen Far­be und al­len­falls von un­ter­schied­li­chem Glanz­grad. Ei­ne ech­te Her­aus­for­de­rung für je­den Be­lich­tungs­mes­ser! Aber man kann sich im­mer­hin reich­lich Zeit mit der Knip­se­rei las­sen: Die bet­teln­den Ka­me­ra­den sind nicht nur ge­frä­ßig, son­dern auch ei­tel, sie prä­sen­tie­ren sich da­her ger­ne und aus­dau­ernd. Je­den­falls so lan­ge, wie ih­nen das Wer­ben um Füt­te­rung er­folg­ver­spre­chend er­scheint...

Wenn wir schon beim Fut­tern sind: Hat­te ich ei­gent­lich schon er­wähnt, daß Ba­na­nen die Haupt­ex­port­ar­ti­kel La Pal­mas sind? Un­ter dem gü­ti­gen Pa­tro­nat di­ver­ser Hei­li­ger ge­dei­hen im ewi­gen Früh­ling al­ler­or­ten Ba­na­nen, Ba­na­nen und noch­mals Ba­na­nen:

Bananenplantage bei Los Llanos

Wir ha­ben na­tür­lich Ba­na­nen aus ört­li­cher Pro­duk­ti­on ver­ko­stet (aus öko­lo­gi­schem, mut­maß­lich und hof­fent­lich un­ge­spritz­tem An­bau): Die klei­nen Din­ger schmecken dort an­ders, sprich in­ten­si­ver und durch­aus bes­ser als das, was man hier in Nord­eu­ro­pa kau­fen kann. Das liegt in der Na­tur der Sa­che, denn wer die Stau­den in Griff­wei­te vor der Haus­tür hän­gen hat, kann die Früch­te im rei­fen Zu­stand ern­ten und zeit­nah auf dem lo­ka­len Markt an­bie­ten. Was hin­ge­gen in deut­sche Lä­den kom­men soll und bis dort­hin ta­ge­lang un­ter­wegs ist, muß ja schon weit vor dem Er­rei­chen der op­ti­ma­len Rei­fe zum Ver­sand ge­bracht wer­den, um nicht in be­reits an­ge­faul­tem Zu­stand an­zu­kom­men...

An­ge­kom­men sind auch wir, und zwar am En­de der heu­ti­gen Fol­ge. Im näch­sten Teil ver­las­sen wir den Pfad der sach­li­chen Be­richt­erstat­tung und wen­den uns dem at­mo­sphä­ri­schen zu. Dann ver­ra­te ich end­lich auch, wie ich auf den Se­ri­en­ti­tel »Die Schatz­in­sel« ver­fal­len bin!

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Mittwoch, 7. April 2010

Kom­merz­kunst

Noch bis zum kom­men­den Sonn­tag zeigt das Ger­ma­ni­sche Na­tio­nal­mu­se­um in der Son­der­aus­stel­lung »Pla­ka­tiv!« ei­nen Teil der äu­ßerst um­fang­rei­chen Nürn­ber­ger Pla­kat­samm­lung. Wie an je­dem Mitt­woch konn­te man auch heu­te wie­der ab 18:00 Uhr bei frei­em Ein­tritt durch das be­mer­kens­wer­te Mu­se­um schlen­dern:

in der Ausstellung 'Plakativ' des Germanischen Nationalmuseums
 
in der Ausstellung 'Plakativ' des Germanischen Nationalmuseums
 
in der Ausstellung 'Plakativ' des Germanischen Nationalmuseums
 
in der Ausstellung 'Plakativ' des Germanischen Nationalmuseums

Wer sich für Gra­fik, De­sign, Lay­out, Ge­stal­tung und Ty­po­gra­phie auch nur ei­nen Hauch in­ter­es­siert, soll­te die näch­sten Ta­ge zu ei­nem Be­such in Nürn­berg nut­zen: Man muß die gro­ßen Ori­gi­na­le se­hen, um sie an­ge­mes­sen wür­di­gen zu kön­nen!

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